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Bürger haben noch kritische Fragen zum Bücherei-Komplex

Billiger sollte der Baukomplex für Stadtbücherei, Stadtarchiv und Taunus-Sparkasse gegenüber dem Siegerentwurf des Büros Gottstein und Blumenstein Architekten werden.

Billiger sollte der Baukomplex für Stadtbücherei, Stadtarchiv und Taunus-Sparkasse gegenüber dem Siegerentwurf des Büros Gottstein und Blumenstein Architekten werden. Das war der mehrheitliche Wunsch des Hofheimer Stadtparlaments. Man habe für den Wettbewerb „nicht gerade die günstigste Fassade“ gewählt, räumte Architekt Joachim Gottstein am Freitagabend beim dritten Bürgerforum ein. Auf Lücke gesetzte Klinker, die Licht einlassen sollten, prägten den ursprünglichen Entwurf. In der überarbeiteten Version sollen Klinker jetzt deutlich spärlicher zum Einsatz kommen. „Immer noch quadratisch, praktisch, hässlich“, urteilte die Chefin der Bürgerinitiative Kellereiplatz, Ingrid Schulz.

Warum die Kleinteiligkeit nicht durch stärker unterschiedlich gestaltete Baukörper unterstreichen, wie es etwa die „neue Altstadt“ in Frankfurt zeigt, lautete eine der Anregungen. Am wenigsten gefallen konnte auch bei dieser Präsentation für die Bürger der Komplex für die Taunus-Sparkasse, deren sehr lange Fassade entlang der Elisabethenstraße aber sehr prägend für die Wahrnehmung des Gesamt-Komplexes sein dürfte. Wo denn Ersatz für die jetzt hohen Bäume sei, mussten sich die Planer zudem fragen lassen. Denn der Baukomplex soll zwar in seiner Mitte einen kleinen Platz – Gottstein nennt ihn „Piazzetta“ – erhalten, doch da das gesamte Areal mit einer Tiefgarage unterkellert wird, ist eine Ersatzpflanzung für die Platanen, die noch an der Pfarrgasse stehen, nicht möglich.

An die Ausgestaltung des Lesegartens gab es noch einige Fragezeichen. Eine Möglichkeit zum Open-Air-Kino bestehe schon am Wasserschloss, so ein Hinweis. Wie der Garten deutlich abgetrennt werden kann vom Kellereiplatz, eine Transparenz aber erhalten bleibt, ist eine weitere Frage. Gar nicht zufrieden zeigten sich zudem die Fragesteller mit den Erklärungen von Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) und dem Geschäftsführer des Bauherrn, der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft, Josef Mayr, wie es zu einer Senkung der Miete von rund 15 auf rund 10 Euro kommen kann, obwohl die Baukosten des Projekts insgesamt auf nun über 12 Millionen Euro steigen. Das wird sicher auch in der Sondersitzung der Ausschüsse und des Ortsbeirats Kernstadt diskutiert, die am Mittwoch, 7. November, von 19 Uhr an in der Stadthalle stattfindet. Fest steht schon, dass sich die Umsetzung des Bauvorhabens verzögert. HWB-Chef Mayr spricht jetzt von einem Spatenstich im Sommer nächsten Jahres, die Fertigstellung ist für 2021 geplant. babs

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