Der Spitzenkandidat der WfM: Helmut Kornmann.
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Der Spitzenkandidat der WfM: Helmut Kornmann.

Kommunalwahl

Bürgerinitiative: Hofheim braucht mehr Opposition

  • vonBarbara Schmidt
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Die Wählergemeinschaft "Wir für Marxheim" ist neu auf dem politischen Parkett der Kreisstadt: Helmut Kornmann und Gabriele Wilhelm sollen für die Marxheim II-Gegner in die Stadtverordnetenversammlung.

Marxheim -Jetzt ist es amtlich: Mit zwei Kandidaten tritt die Wählergemeinschaft "Wir für Marxheim" am 14. März zur Wahl für das Hofheimer Stadtparlament an. Das bestätigte Beate Brüggemeier von der Bürgerinitiative (BI) "Feld statt Beton. Stoppt Marxheim II" gestern auf Anfrage dieser Zeitung. Am 4. Januar war die Frist zur Meldung von Kandidatenlisten für die Kommunalwahl abgelaufen.

Spitzenkandidat ist Helmut Kornmann, der auch einer der Sprecher der BI ist. Der 72-Jährige ist Rentner und bringt aus seiner früheren Tätigkeit für den Hessischen Landtag einige Erfahrung in Sachen politisches Geschäft mit. Auf Listenplatz 2 steht Gabriele Wilhelm. Die 60-Jährige ist Kaufmännische Angestellte und "Ur-Marxheimerin", wie Beate Brüggemeier sagt.

Ziel von "Wir für Marxheim" (WfM) sei "klar", beide Kandidaten ins Stadtparlament zu bringen, sagt Helmut Kornmann. Davon versprechen sich die Gegner einer Bebauung des Gebiets Marxheim II, das seit kurzem von der Stadt als "Römerwiesen" geführt wird, nicht zuletzt, deutlich besser als bisher Einblick in Informationen und Sachverhalte zu diesem Themenbereich zu bekommen. Als Stadtverordnete hoffen die Baugebietsgegner zudem, mit ihren Argumenten ernster genommen zu werden. Der Umgang der Stadt mit der BI, die etwa auf ihre Anfrage nach der Machbarkeitsstudie für Marxheim II nur zwei Anwaltsschreiben namens der Stadt erhalten habe, gehört zu den für sie ärgerlichen Erfahrungen. Sie ließen den Entschluss, sich um politische Mandate zu bewerben, reifen.

"Uns ist einfach zu wenig Opposition im Stadtparlament", sagt Beate Brüggemeier. Die beschränke sich im Grunde ja auf Linke und Grüne. Thematisch sieht die Wählergemeinschaft zwar die Verhinderung von Marxheim II als "unser Hauptanliegen", so Kornmann, aus der Thematik ergäben sich aber viele weitere Felder, um die man sich politisch kümmern wolle. So nennt er als ein "Hofheimer Hauptproblem" die Verkehrsbelastung, die ja längst nicht nur Marxheim betreffe. Auch die Komplexe "Nachhaltigkeit" und "Klimawandel" und der Erhalt einer polyzentrischen Struktur des Rhein-Main-Gebiets seien wichtige Themen. Die Nachverdichtung spricht er als weiteren Problemkreis an. Auch dieser wolle man "nicht das Wort reden". Für mehr Bürgerbeteiligung und eine neue Art, Politik stärker vom Bürger her zu denken, solle sich die Wählergemeinschaft nach Auffassung von Beate Brüggemeier zudem stark machen.

Die WfM hat sich bewusst gegen eine Kandidatur für den Ortsbeirat entschieden. Zum einen hat sich herumgesprochen, dass die Stadtteilvertretungen durch ihre rein beratende Funktion recht zahnlose Tiger sind, zum anderen sieht die BI ihre Anliegen dort offenbar schon unterstützt. "Es gibt im Ortsbeirat Mitglieder, mit denen wir kooperieren", sagt Beate Brüggemeier. Da die politische Gremienarbeit, wie schon die Arbeit in der BI, ehrenamtlich zu leisten sei, sei es eine Frage von Kapazitäten und Aufwand, die für eine Konzentration auf die Stadtverordnetenversammlung gesprochen habe.

Die BI werde die beiden Kandidaten der WfM unterstützen im Wahlkampf, so Kornmann. Und dass die Pandemie ihn erschwert, das treffe ja alle. Wie man auf sich aufmerksam macht, haben die Protagonisten in den vergangenen Jahren schon geübt. Und sie versprechen, digital zu zeigen, dass echter Bürgerdialog machbar sei.

Kommunalwahl: Acht Listen fürs Stadtparlament

Acht Parteien und Wählergemeinschaften wollen in die nächste Stadtverordnetenversammlung. Wie die Stadt Hofheim gestern Abend bestätigte, wurden bis zum Stichtag am 4. Januar folgende Listen für die Kommunalwahl am 14. März gemeldet: CDU, SPD, Grüne, FDP, FWG, Linke, Bürger für Hofheim (BfH), Wir für Marxheim (WfM). Die Wählergemeinschaft Wallau (WGW) tritt nicht mehr an. Aktuell verteilen sich die 45 Sitze im Stadtparlament so: CDU 13 Sitze (29,6 Prozent), SPD 9 (20,1), Grüne 7 (16,1), FWG 5 (11,1), FDP 4 (8,3), Linke 3 (5,9), WGW 2 (4,7), BfH 2 (4,2). Eine 5-Prozent-Hürde besteht nicht. babs

barbara Schmidt

Die zweite Kandidatin der Wählergemeinschaft: Gabriele Wilhelm.

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