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Optisch ist der Chinonplatz nicht gerade eine Wucht, aber praktisch ist er: Bei der Kirmes kann hier der Autoscooter aufgebaut werden.

Atmosphäre fehlt

Chinonplatz: Wenig Chancen gegen die Tristesse

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  • Manfred Becht
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Der Chinonplatz sei „wenig charmant“, über diese Aussage war sich der Ortsbeirat Kernstadt weitgehend einig. Es fehle einfach an Atmosphäre.

Der Chinonplatz sei „wenig charmant“, über diese Aussage war sich der Ortsbeirat Kernstadt weitgehend einig. Es fehle einfach an Atmosphäre. Christdemokrat Frank Rainer Schmidt sprach sogar von einer „Betonwüste“. Doch ob diesem Mangel mit einem Brunnen und der Pflanzung größerer Bäume begegnet werden sollte, wie es die CDU gern beantragt hätte, daran gab es dann doch einige Zweifel. Stadtrat Wulf Baltruschat (SPD) erinnerte, dass der Platz so sei, wie er sei, weil man ihn für eine Festplatz-Nutzung vorgesehen habe. Hier soll nach der damaligen Planung künftig der Autoscooter aufgebaut werden, der in den vergangenen Jahren beim Gallusmarkt immer auf dem großen Parkplatz stand, auf dem künftig Stadtbücherei, Stadtarchiv und Taunus-Sparkasse gebaut werden sollen. Wenn jetzt ein Brunnen gebaut und Bäume gepflanzt würden, mache man die Nutzung als „Kerbe-Platz“ unmöglich. Ein Großteil des Chinonplatzes sei zudem Aufstellfläche für die Feuerwehr, falls in Rathaus, Stadthalle oder Einkaufszentrum ein Einsatz notwendig wird, nannte Baltruschat ein weiteres Hindernis.

Auch der Wegfall der Kurzzeit-Parkplätze auf dem Chinonplatz, den die CDU ebenfalls angeregt hatte, stieß auf Widerstand. Diese Möglichkeit brauche man vor einem Rathaus, bezog Bodo Tadewald (FWG) klar Stellung. Da die Christdemokraten einsehen mussten, dass ihr Antrag keine Chance auf eine Mehrheit haben würde, zogen sie ihn zurück. Baltruschat versprach im Gegenzug, das Anliegen, den Platz attraktiver zu gestalten, als Anregung aus dem Ortsbeirat im Magistrat vorzubringen.

Im Zuge der Beratungen über die Sanierung der Stadthalle und eine mögliche Neugestaltung der hübsch-hässlichen und energetisch schlechten Erker-Fassade spielt die Optik des Chinonplatzes ebenfalls eine Rolle. Abgesehen von der Renovierung der Halle regten die Stadtverordneten während der jüngsten Sitzung des Haupt und Finanzausschusses an, dass für den Chinonplatz ein Lichtkonzept erarbeitet werden soll. 10 000 Euro werden dafür 2020 bereit gestellt.

(babs,bt)

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