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Einer von zwei Hotspots im MTK: Das Kursana-Pflegeheim in Kriftel.

Es trifft die Schwächsten

Corona-Lage ist ernst: Hochheim und Kriftel melden Infektionsherde, Kreis beschließt Maßnahmen

  • Karl-Josef Schmidt
    vonKarl-Josef Schmidt
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Die Hotspots sind ein Behindertenheim und ein Altenpflegeheim, in denen insgesamt 60 Personen positiv getestet wurden. Der MTK überschreitet damit eine kritische Grenze.

Hofheim - Alarmstufe Rot im Main-Taunus-Kreis: Da die Zahl der Corona-Infektionen innerhalb von drei Tagen massiv gestiegen ist, gelten von heute Morgen an verschärfte Kontaktbeschränkungen. Am Montag meldete das Kreisgesundheitsamt 168 akute Corona-Fälle - übers Wochenende sind mithin 65 (!) Infizierte hinzugekommen. Die beiden Schwerpunkte sind das Antoniushaus in Hochheim und das Altenheim Kursana in Kriftel. Ansonsten war's überall im grünen Bereich.

Corona-Lage in MTK: Hochheim und Kriftel stark betroffen

Zu dem Maßnahmenbündel, das der Kreis beschlossen hat, zählen Maskenpflicht in Gaststätten, Sperrstunde ab 23 Uhr und das Verbot von Plexiglas-Visieren, die man am Kinn trägt. Private Partys dürfen nur noch in kleinem Rahmen stattfinden.

Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz - die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche - hat am Wochenende die kritische Marke von 50 überschritten und liegt jetzt bei 59. Damit ist die vierte und vorletzte Eskalationsstufe des Landes Hessen erreicht. Ab einer Inzidenz von 75 übernimmt beim Krisenmanagement das hessische Sozialministerium die Regie. So weit ist es im MTK noch nicht; der Kreis behält das Heft des Handelns vorerst in der Hand.

Corona-Hotspots in Hochheim und Kriftel: Altenheim und Behinderteneinrichtung betroffen

Sorgen machen die beiden „Hotspots“: In der Hochheimer Behinderteneinrichtung „Antoniushaus“ haben sich 28 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt, im Altenpflegeheim „Kursana Domizil“ in Kriftel wurden 32 Personen positiv getestet. „Das Gesundheitsamt“, versicherte MTK-Sprecher Johannes Latsch, „steht in engem Kontakt mit den Einrichtungen und hat Regelungen erlassen.“ Was in den Einrichtungen schiefgelaufen ist, darüber gab es am Montag keine zuverlässigen Informationen. Ansonsten existieren keinerlei extreme Ausschläge in den zwölf Städten und Gemeinden des Kreises (siehe Zahl des Tages).

Corona in MTK: 60 Menschen in Pflegeeinrichtungen infiziert

Laut Gesundheitsdezernentin Madlen Overdick sind die Verbreitungswege „diffus“, in zwei Drittel der Fälle ließen sich die Infektionswege nicht mehr nachvollziehen. „Die Verbreitung“, ergänzte Landrat Michael Cyriax, „hat sich verändert.“ Sie sei in der Hauptsache nicht mehr auf Reiserückkehrer zurückzuführen. Der Landrat appellierte an die Bürger, Verantwortungsgefühl zu zeigen und die Hygiene- und Abstandsregelungen einzuhalten. „An allererster Stelle sind wir alle gefragt. Jeder kann mit seinem Verhalten zur Eindämmung des Virus beitragen.“ Laut Cyriax wurden in den Main-Taunus-Kliniken gestern 12 Covid-Patienten behandelt, keiner von ihnen habe bislang beatmet werden müssen.

Corona-Ausbruch im Main-Taunus-Kreis: Neue Maßnahmen gelten ab sofort

  • Gäste in Gaststätten, Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben müssen beim Betreten und Verlassen in den Gängen Masken tragen, auch in Gemeinschaftseinrichtungen wie den Toiletten.
  • Verboten sind Plexiglas-Visiere, die am Kinn aufgesetzt sind, weil sie nach Expertenmeinung keinen ausreichenden Schutz bieten.
  • Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, in Gruppen von maximal fünf Personen oder mit den Angehörigen des eigenen oder eines weiteren Hausstandes erlaubt. Das gilt auch bei Besuchen von Restaurants, Cafés und Bars. Für Treffen im privaten Bereich wird empfohlen, sich an diesen Vorgaben zu orientieren.
  • Gastronomie und Bars müssen um 23 Uhr schließen.
  • Die Teilnahme an Veranstaltungen wie Theater- und Opernaufführungen, Konzerten oder Kinovorführungen wird auf maximal 100 Personen beschränkt.
  • Die Teilnahme an Veranstaltungen wie Theater- und Opernaufführungen, Konzerten oder Kinovorführungen wird auf maximal 100 Personen beschränkt.
  • Bei privaten Treffen sollten es nicht mehr als zehn Personen sein.
  • In Alten- und Pflegeheimen müssen Mitarbeiter und Besucher in sämtlichen Räumen Masken tragen.

Bei den neuen Vorschriften, die zunächst bis zum 31. Oktober gelten, hat sich der Kreis an den Bestimmungen betroffener Nachbarkommunen orientiert. Landrat Cyriax: „Wir müssen in der dicht vernetzten Metropolregion zu einheitlichen Lösungen kommen.“ Die Entwicklung in Rhein-Main habe noch einmal sehr deutlich gemacht, „dass der MTK keine Insel ist“ .

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