In 40 Jahren werden viele ihren Kindern erzählen, wie das Virus 2020 die Menschen eingesperrt hat. Eine Illustration von Junge-Zeitung-Mitglied Sasa Mitovic
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In 40 Jahren werden viele ihren Kindern erzählen, wie das Virus 2020 die Menschen eingesperrt hat. Eine Illustration von Junge-Zeitung-Mitglied Sasa Mitovic

Projekt Junge Zeitung

Corona-Pandemie: "Das Virus hatte einfach alles auf den Kopf gestellt"

So erklären wir in 40 Jahren unseren Kindern und Enkeln, wie Corona das Leben 2020 verändert hatStelle dir vor, es ist das Jahr 2060. Deine Kinder oder Enkel möchten unbedingt wissen, wie das damals in der Zeit der Corona-Pandemie war.

Hofheim -Damals, in der Corona-Zeit, das war eine für uns Kinder ganz schlimme Zeit. Man hatte immer in den Nachrichten von Corona gehört, dass das Virus in China, in Italien schlimme Auswirkungen hatte. Nie habe ich mir hier bei uns in Deutschland Sorgen gemacht. Die Länder waren alle so weit weg. Ich habe immer gesagt: "Die wollen einen doch nur verrückt machen." Doch irgendwann gab es auch in Deutschland mehrere Fälle an Corona-Erkrankten. Es starben auch viele daran. Mir war gar nicht richtig bewusst, wie gefährlich das Virus war.

An einem Freitag im März 2020 wurde uns Kindern in der Schule mitgeteilt, dass wir schon mal alle Materialien mitnehmen sollten, falls es zu einer Schulschließung kommen sollte. An dem Montag darauf war es dann auch so. Meine Eltern mussten Homeoffice machen und ich und meine Schwester Homeschooling. Auf einmal war alles anders. Ich war traurig, dass ich nicht mehr in die Schule gehen konnte, aber das war nicht alles. Wegen der hohen Ansteckungsgefahr durfte man Freunde und Familie nicht mehr besuchen oder sehen. Drei Wochen saßen wir in unseren "Homeoffices". Diese Zeit war furchtbar. Alles drehte sich nur noch um Corona. Im Fernsehen, im Radio, einfach überall. Die Geschäfte waren teilweise leer. Lauter Hamsterkäufer waren unterwegs. Über Wochen gab es kein Toilettenpapier und vieles mehr.

Das war etwas, das ich damals noch nie zuvor gesehen hatte. Ich bekam Angst, dass die Welt untergeht und habe viel geweint. Schön daran war aber, dass man mehr Zeit mit der Familie - Mama, Papa, Geschwister - hatte. Jede Mahlzeit wurde zusammen eingenommen. Da zu der Zeit schönes Wetter war, konnten wir draußen viel unternehmen. Nach den drei Wochen standen die Osterferien an. Wir konnten nicht in den Urlaub fahren, weil die Grenzen zu waren. Auch so was habe ich vorher nie erlebt. Wir waren wie eingesperrt. Ostern durften wir immer noch nicht unsere Familie sehen. Am letzten Ferientag sollte meine Schwester eigentlich zur Kommunion gehen. Leider waren auch alle Kirchen geschlossen, so dass die Kommunion nicht stattfinden konnte. Das alles war für uns alle traurig. Auch nach den Ferien konnten wir noch nicht zur Schule gehen. Das Coronavirus hatte einfach alles auf den Kopf gestellt.

Den Text von Sophie Pichert hat uns die Main-Taunus-Schule, die durch die Lehrerinnen Silke Dorer-Gommermann und Julia Pirc eng mit dem Projekt Junge Zeitung verbunden ist, übermittelt. Die Autorin des Jahrbuchbeitrags war natürlich einverstanden.

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