Schüler und Lehrer werden in Container umziehen: An der Main-Taunus-Schule laufen die Vorbereitungen für die Kernsanierung.
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Schüler und Lehrer werden in Container umziehen: An der Main-Taunus-Schule laufen die Vorbereitungen für die Kernsanierung.

Main-Taunus-Schule

Direktorin: Wir hangeln uns von Tag zu Tag durch

  • vonBarbara Schmidt
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Die Lage an den Schulen bleibt Corona bedingt schwierig. Aber es wird das beste daraus gemacht. Das schriftliche Abitur beginnt in diesem Jahr erst nach den Osterferien.

Hofheim -An der Main-Taunus-Schule schreiten die Vorbereitungen für die Kernsanierung des Hauptgebäudes weiter voran. Das ist für alle sichtbar, die an den mächtigen Containerbauten an der Rudolf-Mohr-Straße vorbeifahren.

Dass die Verwaltung bereits in den Osterferien aus ihren bisherigen Räumen ausziehen wird, damit ein Teilabriss erfolgen kann, der Platz für den geplanten Neubau schafft, macht auch in der Schule einiges an Vorbereitung nötig. Doch die Baustelle und alles was damit zusammenhängt kommt derzeit nur "on top", ist aufgepackt auf all das, was Schulbetrieb unter Corona-Bedingungen ausmacht.

Ob die Schüler ab Klasse 7, wie zum Zeitpunkt des Gesprächs noch geplant, in der nächsten Woche wieder in den Präsenzunterricht zurückkehren würden, hatte Schulleiterin Sabine Buse-Stephan angesichts des Inzidenz-Anstiegs bereits Zweifel. Erst gestern Abend fiel die Entscheidung dagegen. Vorbereitet werden musste dieser Schritt aber. Nur eine von vielen Unwägbarkeiten, mit denen Schulen aktuell kämpfen.

"Wir hangeln uns von Tag zu Tag durch", sagt die Direktorin, die immerhin feststellen kann: "Dafür klappt es gut." Die Räume wurden neu verteilt, die größten, darunter die Cafeteria, erhielt die Q4, das sind die angehenden Abiturienten. So könne der erforderliche Abstand gehalten werden, ohne Kurse teilen zu müssen, erläutert Buse-Stephan. Wo kein (ausreichendes) Lüften möglich ist, hat der Kreis Luftfiltergeräte aufstellen lassen, ansonsten klappe es mit dem Aufreißen von Fenstern und Türen in regelmäßigen Abständen gut, meint die Schulleiterin. Auch der Wechselunterricht habe sich eingespielt. Dass es die Osterferien braucht, gerade wegen der Mehrbelastung durch Digital- plus Präsenzunterricht, deutlich mehr Organisationsaufwand und das ständige Maske-Tragen, ist für Buse-Stephan mit Blick auf ihr Kollegium keine Frage. Auch die meisten der rund 1500 Schüler und ihre Eltern sehnen wohl eine Lern-Pause herbei.

Die werden die Abiturienten sich von Karfreitag an nicht nehmen. Im Gegenteil: Erstmals seit vielen Jahren wieder wird in Hessen das schriftliche Abitur erst nach den Osterferien abgehalten. Ein Vorgriff auf eine Neuregelung, die eigentlich erst von 2022 an gelten sollte, wegen der Pandemie aber schon in diesem Jahr gewählt wurde. Für Buse-Stephan eine gute Entscheidung, denn die Rückkehr in den Unterricht nach den Abi-Klausuren hat sich nach Erfahrung der MTS nicht bewährt.

Dass die Abitur-Vorbereitung gut laufe, davon ist die Schulleiterin überzeugt. Ein zusätzlicher Themen-Vorschlag solle beim Zentralabitur zudem dafür sorgen, dass der Abiturientia 2021 keine Nachteile gegenüber anderen Jahrgängen entstünden. Die Fachlehrer haben so die Chance, ein Thema vorab auszusortieren, das sie aufgrund der Pandemie nicht oder nur ungenügend behandeln konnten. Los geht es mit dem schriftlichen Abitur vom 21. April an. Dass auch in diesem Jahr keine Partys, kein Abi-Ball und wohl auch kein Austauschjahr oder Ähnliches, was viele nach dem Ende der Schulzeit gern machen würden, möglich sein dürften, drücke die Stimmung, weiß Buse-Stephan.

Immerhin: Durch die Erfahrung im vergangenen Jahr ist sie zuversichtlich, dass das Abi regulär durchzuführen ist. Dass es ein weiteres unter Corona-Bedingungen sein wird, "nein", sagt die Direktorin, "das hätte ich, wie wohl niemand, im letzten Jahr nicht geglaubt". babs

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