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Einwohnerzahl: Ein paar Hofheimer weniger

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Von: Manfred Becht

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© matthias knapp

Die Stadt Hofheim ist im vergangenen Jahr nicht gewachsen. Nur wegen der Zweitwohnsitze blieb die Einwohnerzahl bei über 40 000 Menschen.

325 Neugeborene hat das Hofheimer Standesamt im vergangenen Jahr registriert, 2015 waren es noch 403. Dagegen ist die Zahl der Sterbefälle im Jahresvergleich angestiegen – von 1925 auf 2147. Rechnet man beides zusammen, ergibt sich ein Bevölkerungsverlust gegenüber 2015 von 300 Personen. Tatsächlich aber ist die Einwohnerzahl nur um 133 Personen geschrumpft – von 40 059 auf 39 926.

Nach den Geburten- und Sterbeziffern hätte dieser Rückgang deutlicher ausfallen müssen. Es sind also, diese Schlussfolgerung ist zwingend, auch im vergangenen Jahr mehr Menschen nach Hofheim gezogen als die Stadt verlassen haben. Auch die Kreisstadt profitiert damit von der vielzitierten Anziehungskraft der Region. Zur gegenteiligen Schlussfolgerung kann man nur kommen, wenn man die Geburten- und Sterbestatistik ignoriert.

Die Zahlen sind sicher von einer gewissen Zufälligkeit geprägt. Es ist jedenfalls kein plausibler Grund dafür vorstellbar, dass in Hofheimer Familien im vergangenen Jahr 78 Kinder weniger geboren wurden als 2015, das ist ein Rückgang um 19 Prozent. 2014 wiederum hatte es genau so viele Neugeborene gegeben wie 2016, was zeigt, dass es keinen eindeutigen Trend gibt. Seit Jahren schwanken die Geburtenzahlen zwischen 350 und 450.

Wenig geschehen

Eine deutliche Aufwärtsentwicklung kann es demnach nur geben, wenn neue Baugebiete entwickelt werden – in diesem Punkt ist in Hofheim in den letzten Jahren sehr wenig passiert. Der Zusammenhang von Ursache und Wirkung ist aber andersherum: Die Menschen drängen in die Region, auch nach Hofheim.

Die Politik hat sich daher Nachverdichtung, aber auch die Schaffung von Neubaugebieten auf die Fahnen geschrieben. Freilich wird es noch eine Weile dauern, bis sich das Neubaugebiet Vorderheide – wenn es überhaupt dazu kommt – in der Statistik bemerkbar macht. Erst recht gilt das für das Baugebiet Marxheim II.

Überbewerten sollte man die Zahlen für 2016 nicht. Denn noch 2015 ist die Bevölkerungszahl gestiegen, und zwar um 927 Einwohner, 2014 um 39 Personen. Es gibt also keineswegs einen Abwärtstrend. Die Zahl der Zweitwohnsitze ist sogar gestiegen, um sieben auf 372. Entscheidend gesunken war diese Zahl bei der Einführung der Zweitwohnungssteuer im Jahre 2011. Vorher hatte es mehr als 3300 Zweitwohnsitze gegeben.

Die Entwicklung in den Stadtteilen ist bei den Hauptwohnsitzen unterschiedlich verlaufen. Zugenommen haben die Einwohnerzahlen in der Kernstadt, und zwar um 55 auf 1463, in Marxheim um 13 auf 9040, in Diedenbergen um 45 auf 4101, in Wildsachsen um 22 auf 1641 und in Lorsbach um 10 auf 2833. Dagegen ist die Einwohnerzahl in Wallau um 228 auf 4479 gesunken, in Langenhain um 50 auf 3369.

Was sagt die unlängst von der Stadt veröffentlichte Einwohnerstatistik noch? Es gibt 8281 verheiratete Männer in Hofheim, aber nur 8126 verheiratete Frauen. Enthalten sind dabei die Zweitwohnsitze, was die Vermutung nahe legt, dass einige auswärts verheiratete Männer in Hofheim einen Zweitwohnsitz angemeldet haben. In allen anderen Fällen hätten Eheleute Hauptwohnsitze in verschiedenen Kommunen. Bei den geschiedenen Einwohnern übrigens sind die Frauen mit 1480 gegenüber 961 Männern deutlich in der Überzahl.

Gut erklärbar ist, dass 1831 verwitweten Frauen nur 443 verwitweten Männer gegenüber stehen – die Lebenserwartung der Frauen ist nach wie vor deutlich höher. Ob das aber auch den Überhang an geschiedenen Frauen erklärt? Davon gibt es 1480, geschiedene Männer nur 961. Insgesamt waren zum Jahreswechsel 14 074 Hofheimer ledig, 16 407 verheiratet, 2441 geschieden, und 2274 verwitwet. 50 lebten in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft.

(bt)

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