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Die letzten Reste des sechswöchigen Eiszaubers sind gestern beim Abbau auf dem Kellereiplatz dahin geschmolzen. . . .

Abbau

Der Eiszauber in Hofheim ist geschmolzen

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Gestern wurden Eisbahn und Hütten auf dem Kellereiplatz abgebaut. Der Veranstalter zieht eine „durchwachsene“ Bilanz, der Dezember war zu nass und zu warm. Bei der Stadt ist man hingegen zufrieden.

Das war’s nun mit dem Eiszauber. Viele fleißige Hände und ein großer Lkw mit einem langen Ausleger haben gestern die Eisbahn und Hütten, die sechs Wochen lang auf dem Kellereiplatz standen, wieder abgebaut „Leider“, hätten einige Kinder und ihre Eltern bedauert, dass die Eisbahn nicht noch in dieser Woche für Abwechslung in den Ferien sorgt, sagt Holger Helmiss, dessen Eventagentur den Eiszauber ausrichtet. Auch die Hofheimer Jusos und der SPD-Bürgermeisterkandidat Bernhard Köppler fordern, dass die Eisbahn künftig auch in der letzten Ferienwoche geöffnet hat. Doch Helmiss weiß aus Erfahrung, dass viele Familien diese Woche, in der bundesweit nur die hessischen Schüler unterrichtsfrei haben, für einen Skiurlaub nutzen. Vor einigen Jahren habe man die Eisbahn bis zum Ende der zweiten Ferienwoche stehen gelassen, doch da wären die Unkosten höher als die Einnahmen gewesen, so der Veranstalter

Konzept aufgegangen

Doch auch wenn es gestern einige traurige Mienen gab, weil den Kellereiplatz nun wieder Autos in Beschlag nehmen, so hat Hofheims Wirtschaftsförderer Thorsten Kolar in den zurückliegenden sechs Wochen doch vor allem viele „frohe Gesichter und volle Tische“ rund um die Eisbahn ausgemacht. Und so fällt seine Eiszauber-Bilanz positiv aus. „Es war gut“, das Konzept sei wieder voll aufgegangen. Einmal mehr habe sich die innenstadtnahe Lage der Eisbahn bewährt, erklärt Kolar.

Gerne hätten Firmen hier ihre Weihnachtsfeier gemacht, auch viele von außerhalb wegen der Nähe zum Bahnhof, hebt Veranstalter Helmiss die ausgezeichnete Anbindung hervor. Doch bei seiner Erfolgsbilanz ist der Wallauer etwas zurückhaltender als der Wirtschaftsförderer und spricht von einer „durchwachsenen“ Hofheimer Eisbahn-Saison, denn der Dezember sei zu warm und zu nass gewesen. Bei Temperaturen um die zehn Grad Mitte Dezember mussten die Aggregate kräftig laufen, um das Eis zu halten. Dies werde sich auf die Stromrechnung auswirken, weiß Holger Helmiss.

Die Süwag kassiert je nach Wetterlage für den sechswöchigen Eiszauber jeweils zwischen 8000 und 16 000 Euro, diesmal dürfte wohl eher die obere Grenze erreicht werden, schätzt der Veranstalter, der die Kosten für die Eisbahn insgesamt mit rund 100 000 Euro beziffert. Die Stadt gibt 5000 Euro dazu. Die gleiche Summer überweist ein Unternehmer, der namentlich nicht genannt werden möchte, der Stadt für die Eisbahn, weil er sie so toll findet und mit seinen Enkeln gerne nutzt. Die Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) gehört zudem zu einem der insgesamt knapp 50 Sponsoren, die das Eisvergnügen auf dem Kellereiplatz erst ermöglichen.

Ob auch Ende November diesen Jahres wieder eine Eisbahn aufgebaut wird, hängt deshalb vor allem auch davon ab, ob sich weiterhin genügend Sponsoren finden werden. In der Altstadt gibt es zwar auch einige Einzelhändler, die gar nicht so begeistert sind, dass durch die Eisbahn im Weihnachtsgeschäft die Parkplätze auf dem Kellereiplatz wegfallen. Helmiss würde sich jedoch freuen, wenn mehr Geschäftsleute den Werbeeffekt der Eisbahn erkennen und auch als „Partner den Weg mit uns gehen würden“.

Separate Eisstockbahn

Der Veranstalter könnte sich sogar vorstellen, die Eisbahn durch eine separate Eisstockbahn zu erweitern. Würden allerdings Partner wegfallen und sich kein Ersatz finden, werde es sehr schwer, in diesem Jahr wieder eine Eisbahn zu errichten. Auch Thorsten Kolar weiß, dass bis Sommer feststehen muss, ob sich der Eiszauber finanzieren lässt.

Es gibt jedoch noch eine weitere Unbekannte in der Planung für den nächsten Winter: Es müsse geschaut werden, ob die Eisbahn nicht mit der Baustelle für den neuen Büchereikomplex kollidiert. Er sei allerdings „zuversichtlich“, dass beides nebeneinander möglich ist, sagt der Wirtschaftsförderer. Eine Verlegung wie sie für den Kreisstadtsommer und den Autoscooter des Gallusmarktes vorgesehen ist, wäre für die Eisbahn äußerst schwierig.

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