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Endlich ein echter Dorfplatz für Diedenbergen

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Von: Barbara Schmidt

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Die letzten Jahre hat es nur noch als Lagerraum für Vereine gedient. Jetzt soll das ehemalige Feuerwehrhaus in der Diedenberger Ortsmitte abgerissen werden.
Die letzten Jahre hat es nur noch als Lagerraum für Vereine gedient. Jetzt soll das ehemalige Feuerwehrhaus in der Diedenberger Ortsmitte abgerissen werden. © Knapp

Baubeginn ist im August 2023. Altes Feuerwehrgerätehaus wird abgerissen.

Diedenbergen. Im kommenden Jahr soll es so weit sein: In der Ortsmitte soll ein echter Dorfplatz entstehen. Dazu wird nach der Brunnenkerb im August 2023 zunächst das ehemalige Feuerwehrgerätehaus abgerissen, das längst ausgedient hat und nach früheren Überlegungen, als Stadtarchiv zu dienen, nun weitgehend dem Erdboden gleichgemacht werden soll.

Die Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) ist mit dem Projekt betraut und hat jetzt im Ortsbeirat die überarbeitete Planung vorgestellt. Zuvor hatte es ein weiteres sogenannte „Werkstattgespräch“ mit den Vereinen gegeben, die das Gebäude seit dem Umzug der Wehr an den Wickerer Weg vor allem zu Lagerzwecken nutzen. Auch ein Fahrzeug des Deutschen Roten Kreuzes stehe noch in dem Gebäude, weiß Vereinsring-Chef Michael Müller.

Die Resonanz auf das Werkstattgespräch sei sehr gut gewesen, erinnert sich Müller, der zudem Vorsitzender der CDU-Fraktion im Ortsbeirat ist. Die HWB hatte entsprechend den Ergebnissen des Gesprächs die Planung weiter verfeinert. Geschäftsführer Norman Diehl stellte sie im Ortsbeirat vor.

Nicht mehr ganz so breit wie ursprünglich geplant könnte die Treppe angelegt werden, die nach dem Abriss des Gebäudes vom Kirchplatz auf die Pfarrgartenstraße führen wird. Ob sie zugunsten einer größeren Platzfläche schmaler angelegt werden sollte oder es mehr Charme hätte, sie großzügiger anzulegen und mit einigen „Sitzsteinen“ an der Seite zu versehen, da sind sich nicht alle einig.

Eine Absage wurde der Idee erteilt, den Toiletten-Anbau am ehemaligen Rathaus/Schulhaus zu erweitern, um hier noch öffentlich nutzbare WCs zu erhalten. Stattdessen hat die HWB geplant, in dem einzigen Gebäudeteil, der stehen bleiben soll, um als sogenannte „Service-Box“ zu dienen, auf rund 10 Quadratmetern eine auch behindertengerechte Toilette einzubauen. „So etwas haben wir auch in Wallau im Recepturhof“, erinnert Bürgermeister Christian Vogt (CDU). Diese Toilette könne dann bei Veranstaltungen genutzt werden.

Lagerraum für Vereine soll zudem an dieser zentralen Stelle in der „Service-Box“ auch künftig vorhanden sein, wenn auch nicht mehr in dem Maße, wie es das alte Feuerwehrhaus bietet. Da müsse vielleicht einiges mal aussortiert werden, sind sich alle Beteiligten einig, dass der vorübergehende Umzug der dort gelagerten Utensilien in ein Ausweichlager dazu gute Gelegenheit bietet. Als Ort für die Interimslösung wurde das Grundstück der aktuellen Feuerwache genannt. Hier könne die Stadt mit einer Garage oder einem Container für den nötigen Raum sorgen, damit alles trocken unterkommt, bis es dann in die „Service-Box“ wandern kann. Für Bierzeltgarnituren, Sonnenschirme oder was sonst für Feste wie die Kerb oder den Martinsmarkt oder für den Weinstand gebraucht wird, sei in jedem Fall ausreichend Platz, heißt es.

Derzeit steht in der Garage, die zur Service-Box werden soll, noch ein Fahrzeug des Roten Kreuzes. Dieses soll einen neuen Standort in der Baustraße erhalten. Die nötige Garage soll dort auf einem Grundstück der HWB errichtet werden. Um bereits im Frühjahr mit der Umgestaltung im Ortskern beginnen zu können, ist Stadt und HWB die Unsicherheit zu groß, dass es mit der nötigen Baugenehmigung bis dahin klappt. Immerhin sei hier viel Denkmalgeschütztes rundherum, das mache die Sache etwas komplizierter, sagt Rathauschef Christian Vogt.

Auch der Ortsbeirat war - wie der Kerbeverein - für einen Baubeginn nach der Brunnenkerb, die immer Anfang August gefeiert wird. Vorher sei genügend Zeit für die Vereine, ihre Lagerbestände durchzusehen und das, was auf Dauer aufgehoben werden soll, im Wickerer Weg unterzubringen, findet auch Vereinsringchef Michael Müller diesen Zeitplan vernünftig. Die Kerbegesellschaft wird ihre Materialien nach der Kerb ebenfalls dorthin fahren.

Das Geld für die Neugestaltung des Platzes stehe bereits im Etat, verweist Bürgermeister Vogt auf eine 500 000-Euro-Position, die in den Haushalt für 2023 übertragen werde. Diese Mittel würden wohl auch für die beiden Garagen noch mit ausreichen, die im Wickerer Weg und in der Baustraße nötig werden.

Dass das Projekt im Ort so gut ankomme, ist für Vogt ein Zeichen dafür, dass es sich „hier richtig ausgezahlt hat, dass wir eine Bürgerbeteiligung gemacht haben.“

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