Extras machen Halle teurer

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Die gute Baukonjunktur hat die Kostenkalkulationen für die Ländcheshalle bislang nicht durcheinandergebracht. Aktuell wird mit einer Investition von 9,1 Millionen Euro gerechnet.

Die Gelegenheit, auf eine Kostensteigerung von mehr als zwei Millionen Euro hinzuweisen, lässt sich der Linken-Fraktionsvorsitzende im Hofheimer Stadtparlament, Bernd Hausmann, natürlich nicht entgehen. Knapp 7,1 Millionen Euro sollte die Ländcheshalle im Jahre 2015 kosten, seit dem vergangenen Juni geht die Stadt von 9,1 Millionen Euro aus. Er wollte das nicht als Kritik am Magistrat verstanden wissen, sondern an der Stadtverordnetenversammlung. Die habe anfangs einen Kleinwagen bestellen wollen und kaufe nun ein Oberklasse-Auto.

Zum Teil stimmt das: Im Laufe von mehr als zwei Jahren sind einige Zusatzwünsche aufgenommen worden, unter anderem eine Verlängerung der Mehrzweckhalle für bestimmte Wettkämpfe. Dazu kommt, dass manche Dinge teurer werden als anfangs gedacht – Brandschutz, Haustechnik und Beschaffenheit des Untergrundes sind die Stichworte.

Im Rathaus ist man freilich guter Dinge angesichts der aktuellen Entwicklung der Baustelle. Diese komme planmäßig voran, im Oktober würden die Rohbauarbeiten abgeschlossen. 80 Prozent der Arbeiten seien vergeben, bislang wurden die Kostenschätzungen eingehalten – das ist eine gute Nachricht angesichts der aktuell üblichen Preissteigerungen am Bau. Das klingt, als könne nicht mehr viel schief gehen. Auch die Verhandlungen mit dem TV Wallau über dessen Beteiligung sind vorangekommen. Demnach wird sich der Verein mit einer halben Million Euro beteiligen. 300 000 Euro hat der TV schon angespart, eine erste Rate ist überwiesen. 100 000 Euro bekommt er von der Stadt als Darlehen, weitere 100 000 Euro sollen Spender und Sponsoren aufbringen. Noch nicht endgültig ausverhandelt ist offensichtlich die Beteiligung an den laufenden Betriebskosten.

Bekanntlich soll im Zusammenhang mit dem Bau der Ländcheshalle auch ein neuer Kunstrasen auf dem benachbarten Sportplatz verlegt werden. Die Grünen warfen die Frage auf, ob dies noch die richtige Lösung sei angesichts neuer Forschungsergebnisse, nach denen von solchen Plätzen viel Mikroplastik ins Abwasser und am Ende in die Meere geleitet wird.

Die anderen Fraktionen wollen sich auf diese Debatte aber jetzt nicht mehr einlassen, weil in allen Stadtteilen Kunstrasenplätze gebaut sind und nur noch Wildsachsen fehlt. Ein Echtrasenplatz sei zu teuer und zu wenig nutzbar, hieß es. Auch der Vorschlag der Grünen-Stadtverordneten Marianne Knöss, zu prüfen, ob es Kunstrasenplätze mit weniger Materialabrieb gebe, stieß im Bauausschuss auf keine Gegenliebe. Das Bewusstsein für die Mikroplastik-Problematik ist offenbar ausbaufähig

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