Eine der toten Forellen, die jetzt im ausgetrockneten Wickerbach gefunden wurden. Foto: Stadt Hofheim
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Eine der toten Forellen, die jetzt im ausgetrockneten Wickerbach gefunden wurden. Foto: Stadt Hofheim

Hitze

Forellen im ausgetrockneten Wickerbach verendet

  • vonManfred Becht
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Verbliebene Fische sollen in den Main umgesetzt werden - Stadt Hofheim appelliert an die Bürger, Wasser zu sparen

Wallau -Die aktuelle Trockenheit hat dazu geführt, dass der Wickerbach völlig ausgetrocknet ist und zahlreiche Forellen verendeten. Nach einem ergiebigen Regen am Dienstag gab es zwar gestern wieder Wasser im Bach, aber der Angelsportverein Hochheim möchte die verblieben Fische am heutigen Donnerstag in den Main umsetzen. Die Stadt hat die Hofheimer nachdrücklich aufgefordert, sparsam mit Trinkwasser umzugehen.

Die Situation im Wickerbach hat es in der Form offenbar noch nicht gegeben. "So trocken wie momentan war der Bach noch nie", sagt Arnold Duchmann, der Vorsitzende des Angelsportvereins Hochheim (ASV), zu dessen Gewässern dieser Abschnitt des Wickerbaches gehört. "Es ist eine Katastrophe, es sind noch so viele Fische drin."

Nach Duchmanns Einschätzung ist aber nicht nur das aktuelle trockene Wetter daran schuld. Ein Teil des Wassers verteile sich auf die auf Betreiben des Naturschutzes angelegten Feuchtwiesen. Außerdem gebe die Kläranlage Auringen im Gegensatz zu früher kein Wasser mehr in den Bach ab. Die Landwirte haben nach seinen Erkenntnissen rechtzeitig damit aufgehört, Wasser aus dem Bach zu nehmen.

Jedenfalls hat der Verein für den heutigen Mittwoch geplant, unter Beteiligung der Unteren Wasserbehörde die verblieben Fische in den Main umzusetzen. Dabei sollen die Fische mit elektrischen Stromschlägen betäubt werden, so dass man sie leicht mit dem Kescher aus dem Wasser holen kann. Das ist eine Menge Aufwand, sagt Duchmann, aber die Angler wollen nicht dabei zusehen, wie vielen noch im Bach vorhandenen kleinen Forellen verenden.

Stattfinden kann die ganze Aktion allerdings nur, wenn das Regierungspräsidium Darmstadt rechtzeitig eine Genehmigung erteilt. Die Frage ist natürlich, wie es dann längerfristig mit dem Bach weiter geht. "Ich weiß nicht, ob wir ihn wieder besetzen sollen", sagt Arnold. Denn wenn der Bach dann wieder austrocknet, wäre das das Todesurteil für die neuen Fische. Wichtig ist, dass dem Bach, wenn wieder Wasser fließt, dieses nicht gleich wieder entzogen wird. Seit 17. Juli sei es verboten, Wasser aus den Bächen im Kreisgebiet zu pumpen, sagt Stadtrat Bernhard Köppler. Erlaubt ist nur das Schöpfen mit "Handgefäßen" - gemeint sind zum Beispiel Gießkannen. Wer anderes beobachtet, so die Aufforderung, soll dies der Stadt melden, am besten mit Fotos und aussagekräftigen Orts- und Zeitangaben.

Darüber hinaus hat die Stadt die Hofheimer zum Trinkwassersparen aufgefordert. Die Versorgungsanlagen seien ausgelastet, sagt Erster Stadtrat Wolfgang Exner. Die Bürger sollten darauf verzichten, Rasenflächen zu wässern oder Schwimm- und Planschbecken zu befüllen. Wer im Garten gießt, sollte dies am frühen Morgen tun, andernfalls verdunstet das Wasser auf dem aufgeheizten Boden. Außerdem sollen die Bürger Wasser auffangen, etwa beim Waschen von Obst, Salat und Gemüse, und es zum Gießen verwenden. Die Stadt selbst verwendet zum Bewässern kein Trinkwasser, sondern Quellwasser aus stillgelegten Brunnen. Manfred Becht

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