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Möchte Bürgermeisterin in Hofheim werden: Friederike Röhr. Die 54-Jährige leitet die Bewegungsschule Emotion in Diedenbergen.

Wahl am 24. März

Friederike Röhr will Bürgermeisterin von Hofheim werden: „Ich bin der Überraschungsgast“

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So viele Kandidaten bei einer Direktwahl des Rathauschefs hat es im Main-Taunus-Kreis noch nicht gegeben. Die Sport- und Gymnastiklehrerin Friederike Röhr ist die Nummer 7 in Hofheim.

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Es wird noch eine siebte Zeile auf dem Wahlzettel für den 24. März geben: Mit Friederike Röhr aus Diedenbergen hat kurz vor Toresschluss eine weitere Kandidatin für die Bürgermeister-Wahl in Hofheim im Rathaus ihre Bewerber-Unterlagen eingereicht. Damit hat das Rennen um die Nachfolge von Gisela Stang nun Rekord-Niveau im Main-Taunus erreicht und übertrifft noch die Bürgermeister-Direktwahl in Eschborn, wo 2013 sechs Kandidaten antraten.

„Ich bin so ein bisschen der Überraschungsgast“, bestätigte Friederike Röhr gestern mit einem Lächeln ihre Entscheidung, im Bürgermeister-Wahlkampf mitzumischen. Kein spontaner Entschluss. „Ich gehe da schon länger mit schwanger“, sagt die 54-Jährige. Sie habe in den vergangenen Monaten verfolgt, wer da so alles aufgestellt worden sei und habe sich gefragt: „Wen würde ich wählen?“ Zu parteigebunden seien ihr die Programme der zunächst fünf Kandidaten gewesen. Sie sieht sich eher auf einer Linie mit dem jungen Lorsbacher Wilhelm Schultze, der als Unabhängiger ebenfalls erst spät auf das Kandidaten-Karussell aufgesprungen ist.

Frederike Röhr macht kreative und ungebundene Politik

Kreativ und ungebunden Politik machen, das ist die Idee, für die Friederike Röhr stehen will. Hofheim liege ihr „schon ewig am Herzen“, sagt die Gründerin und Leiterin von „Emotion“, einer privaten Ergänzungsschule für Darstellende Kunst, Tanz und Gymnastik in Diedenbergen. Ihr fehlt es allerdings in der Kreisstadt an „Wir-Gefühl“ und dem Blick über den Tellerrand des eigenen Stadtteils hinaus – und da schließt sie die Kernstadt ausdrücklich ein. In Hofheim ist die gebürtige Frankfurterin groß geworden, seit ihrem zehnten Lebensjahr wohne sie ununterbrochen hier, sagt die verheiratete Mutter eines 16-jährigen Sohnes.

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Seit einigen Jahren ist die staatlich geprüfte Sport- und Gymnastiklehrerin Friederike Röhr Vorsitzende des Deutschen Gymnastik-Bunds (DGymB). Seitdem beschäftige sie sich intensiv mit Politik, die politische Ader habe sie aber schon früher bei sich entdeckt, sagt die selbstständige Unternehmerin. „Kurz, sehr kurz“ habe sie überlegt, die FDP anzufragen, ob sie Interesse hätte, sie als Kandidatin zu unterstützen, sagt Röhr. Doch dann war ihr eine komplette Unabhängigkeit doch sympathischer.

Sie werde auch dann, wenn sie vom „Überraschungsgast“ dieser Wahl zur Überraschungssiegerin werden sollte, nicht in eine Partei eintreten. Im Gegenteil fände sie gerade spannend, eigene Ideen entwickeln zu können, die sie dann dem Stadtparlament vorstellen könnte, ohne erst davon eine eigene Partei überzeugen zu müssen. Kreativ und quer zu denken, ungewöhnliche Lösungen zu suchen, das fehle ihr derzeit in der Politik, sagt die Diedenbergerin, die auch als Dozentin und Sportmoderatorin sowie als Choreografin tätig ist.

90 Unterschriften waren nötig: Diese hat Frederike Röhr problemlos erhalten

Die für die Bewerbung als Kandidatin nötigen 90 Unterschriften von Hofheimer Bürgern habe sie problemlos erhalten. Sie sei aber auch „bekannt wie ein bunter Stecken“, sagt die 54-Jährige. Im Akkordeonorchester, der KG 1900 und bei der Narrengilde, im TV 1860 und beim TV Diedenbergen sei sie aktiv gewesen. „Ich war immer schon vereinsmäßig super engagiert“, sagt Röhr. Auch zur Kommunalpolitik habe sie „Super-Kontakte“. Die Freundschaft mit Bürgermeisterin Gisela Stang sei aber entstanden, weil diese mal in ihrem Studio trainiert habe. Sie habe Stang aber „bewusst außen vor gelassen“ bei ihrer Entscheidung, sich um ihre Nachfolge zu bewerben. Dass es ihr damit „schon sehr ernst“ ist, macht Röhr unmissverständlich deutlich. Alles andere fände sie den Bürgern gegenüber auch nicht in Ordnung.

Sie will nun in den nächsten Wochen vor allem das tun, „was ich schon immer gut konnte, was ich liebe: Auf Menschen zugehen.“ Realistisch sieht sie zwar, dass sie und der zweite unabhängige Kandidat Willi Schultze „die schlechteste Rückendeckung“ hätten, weil sie eben Einzelkämpfer seien. „Aber wenn wir zwei es schaffen, tatsächlich mehr Leute an die Urnen zu kriegen“, was ja auch Schultze als ein Ziel genannt habe, sei das in jedem Fall klasse.

(babs)

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