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Gisela Stang ist seit 17 Jahren Bürgermeisterin in ihrer Heimatstadt Hofheim. Doch nun will die 48 Jahre alte Sozialdemokratin in den Landtag und zwar als Direktkandidatin.

Landtagswahl

Gisela Stang zieht für die SPD in den Landtagswahlkampf

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Prognosen für die Landtagswahl am 28. Oktober sind schwierig. Fest steht aber, dass aus jedem Wahlkreis ein Vertreter direkt ins Hessen-Parlament einziehen wird. Wir stellen für die beiden Main-Taunus-Wahlkreise die Direktkandidaten der im Hessischen Landtag vertretenen Parteien vor. Heute: Gisela Stang (SPD – Wahlkreis 33, Main-Taunus II).

„Demokratie lebt vom Wechsel“, weiß Gisela Stang, „und das ist gut so“. Deshalb sei es gut, dass sie nach drei Wahlperioden das Chefzimmer im Hofheimer Rathaus verlässt. Das sei gut für sie selbst, aber auch für die Stadt, für ihre Heimatstadt. Es sei ein Geschenk, in seiner Heimatstadt Bürgermeisterin zu sein, aber man solle bekanntermaßen gehen, wenn es am schönsten ist.

Nun will die 48 Jahre alte Sozialdemokratin in den Landtag, als Direktkandidatin, was im konservativ geprägten Main-Taunus-Kreis schwierig sein dürfte. Oder über die Landesliste der SPD, auf der sie auf Platz 26 steht. Am besten als Mitglied einer sozialdemokratischen Regierung im Bereich Kultur. Wirklich sicher ist keine dieser Varianten, aber Gisela Stang ist „einfach froh“, dass die Entscheidung so gefallen ist. Man müsse „auch mal raus aus der Komfortzone“.

Die Vereine in Hofheim habe sie bereits angeschrieben, sich für die Zusammenarbeit bedankt und ihnen ihre Entscheidung erklärt. Das Thema Stadtbücherei und die Entwicklung von Marxheim 2 hätte sie in Hofheim gerne weiter begleitet, aber eine vierte Amtszeit als Bürgermeisterin wollte sie dann doch nicht. Nun soll auf es Landesebene weitergehen. Was die derzeitige Landesregierung leiste, sei gekennzeichnet durch Wegducken und Nichtstun.

Als mögliche Beauftragte für den Bereich Kultur in der nächsten Landesregierung sagt Stang, dass bei der jetzigen Landesregierung Kultur und Kulturschaffende „zu wenig Wertschätzung“ erfahren. Dabei könne Kultur einen großen Beitrag zur Integration leisten.

Stang setzt unabhängig davon auf Nachhaltigkeit. Als Sprecherin von Rhein.Main.Fair setzt sie sich dafür ein, dass Kommunen und Kreise gemeinsam dafür arbeiten, dass Metropolregion die Auszeichnung Fair bekommt.

Schon ist die Rathauschefin wieder bei der Kritik an der Landesregierung. Deren „Wahlgeschenk“, die ersten sechs Stunden der Betreuung im Kindergarten kostenfrei zu machen, koste alleine die Stadt Hofheim 300 000 Euro im Jahr – „und da reden wir noch nicht über Qualität“, sagt sie. Die Kinderbetreuung sei eigentlich Aufgabe des Landes, dieses müsse auch die Kosten dafür tragen. Auch den U 3-Bereich sollte das Land komplett übernehmen.

Am Thema B 519 wird „seit Jahren nicht gearbeitet“, kritisiert Gisela Stang. „Das verstehe ich nicht.“ Es brauche „Teillösungen, nicht nur Ankündigungen.“ Nach wie vor steht die umstrittene Umgehung für Hofheim mit vordringlichem Bedarf im Bundesverkehrswegeplan, wirklich voran geht es aber seit Jahren nicht. Konkrete Aussagen dazu gibt es aber auch nicht. Hessen Mobil, die Verkehrsbehörde des Landes sei „halbiert“ worden. Nun sitzen da „nur noch Juristen“, moniert Stang.

Die Hofheimerin will Antworten auf die Frage, wie der Verkehr in der Region in Zukunft aussehen soll. Der Radweg nach Lorsbach, die Wallauer Spange und die Regionaltangente West (RTW) sind für sie Themen, die vom Land mit mehr Entschlusskraft angegangen werden müssten, sagt sie.

Für den Wohnungsbau komme vom Land ebenfalls nichts. Es gebe dort nicht mal eine Abteilung Wohnungsbau. Das Aussitzen von Problemen löse diese aber nicht. Die Wohnungsnot sei längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Allein in Hofheim würden 1000 Menschen – etwa 400 Familien – eine bezahlbare Wohnung suchen. „Wir Kommunen brauchen Unterstützung vom Land“, sagt die Hofheimer Rathauschefin. Aus Wiesbaden komme aber immer nur ein „Geht nicht“, beklagt die Sozialdemokratin. Um die Wohnungsnot zu beheben, müsse diskutiert und über Lösungen nachgedacht werden.

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