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Größter Wunsch der Hofheimer Senioren: Viel mehr Bänke zum Ausruhen

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Von: Barbara Schmidt

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Das Wunschmodell: Auf der Holzbank am Ludwig-Meidner-Platz - zwischen Kellerei und Stadtmuseum - könne man prima sitzen, findet der Seniorenbeirat.
Das Wunschmodell: Auf der Holzbank am Ludwig-Meidner-Platz - zwischen Kellerei und Stadtmuseum - könne man prima sitzen, findet der Seniorenbeirat. © babs

Der Seniorenbeirat fragte: „Was fehlt Ihnen in Hofheim?“

Hofheim. Mehr Bänke! Dieser Wunsch gehört zu den Haupt-Anliegen, die von älteren Menschen in Hofheim im Rahmen einer Umfrage des Seniorenbeirats geäußert wurden. Das wurde bei der jüngsten Sitzung des Gremiums deutlich.

Die Vorsitzende Ingrid Schulz hatte im August Menschen über 60 Jahren aufgerufen, ihr und ihren Mitstreitern im Beirat zu nennen, was ihnen auf den Nägeln brennt. Wo fehlt’s, wofür kann und soll sich der Seniorenbeirat einsetzen, hatte Schulz wissen wollen, um bei ihrer Lobbyarbeit nicht allein auf die eigenen Eindrücke und Erfahrungen angewiesen zu sein.

„Ältere Menschen brauchen Ruhe-Möglichkeiten“, unterstrich Schulz, das sei bei jedem Spaziergang oder bei Besorgungen in der Stadt „das A und O“. Nicht zuletzt aus eigener Erfahrung kann sie sagen: „Man muss zwischendurch einfach mal sitzen, dann geht’s wieder.“ Dass hier noch deutlich mehr getan werden kann, war schon bei einem vorab behandelten Tagesordnungspunkt von verschiedenen Mitgliedern klar gemacht geworden. So konnte Renate Hofmann die Erfahrung bei einer Führung über den Waldfriedhof ins Feld führen, bei der nicht nur dessen teilweise ungepflegter Zustand, etwa an den Ehrengräbern, sondern eben auch das Fehlen von Bänken von vielen Teilnehmern sehr bemängelt worden sei.

Designer-Modelle sind unbequem

Schon lange in der Kritik sind auch die Bänke, die im Zuge der Umgestaltung von Chinon- und Kellereiplatz angeschafft wurden. Die fehlenden Rückenlehnen sind dem Seniorenbeirat vor allem bei den Bänken vor der Kellerei ein Dorn im Auge. Die Begründung der Stadt, die Bänke seien ohne Lehne, damit man sich von zwei Seiten darauf setzen könne, mache vor dem Gebäude keinen Sinn, war sich das Gremium einig. Es besteht daher weiter auf seinem Antrag, diese Designerbänke gegen solche Holzbänke auszutauschen, wie sie auf dem Ludwig-Meidner-Platz, also nur einmal ums Haus herum, auch zu finden seien.

Der Seniorenbeirat zeigte sich zudem bereit, Mittel aus dem eigenen Budget für weitere Bänke auszugeben. Außerdem soll die Stadt ihm verraten, was noch von der Etatposition für Bänke an Mitteln verfügbar ist. Allerdings machte Ingrid Schulz deutlich, dass es nicht ganz leicht sei, gerade im Außenbereich geeignete Standorte für Ruhebänke zu finden. Hier müssten oft viele Akteure unter einen Hut gebracht werden, vor allem, wenn es eben nicht um öffentliche Flächen gehe.

Kontaktbörse für ältere Hofheimer

Neben diesem großen Anliegen „Bänke, Bänke, Bänke“, so Schulz, hätten die Rückmeldungen von älteren Hofheimern auf ihren Aufruf hin zwei weitere Schwerpunkte ergeben. Zum einen sei deutlich geworden, wie sehr Senioren unter Einsamkeit litten, zum anderen hätten viele beklagt, sie würden gern eine Lokalzeitung lesen, um sich über das Geschehen in Hofheim zu informieren, könnten sich diese aber aufgrund einer zu geringen Rente und der Teuerung nicht mehr leisten.

Bei Susanne Schindler, Fachbereichsleiterin Soziales im Rathaus und damit auch für Senioren-Themen zuständig, hat Schulz schon offene Türen für die Idee gefunden, eine Art Kontaktbörse für ältere Hofheimer einzurichten, die etwa Begleitung zu einem Theaterbesuch oder einem Trip in die Großstadt oder Partner für eine Spiele-Runde suchen. „Eschborn hat so etwas schon“, berichtete Ingrid Schulz, dort habe sie sich bereits Tipps geholt für eine „Ansprechstelle, die weiterhelfen kann.“ Ein bisschen Eigeninitiative brauche es aber auch, meinte der Marxheimer Dr. Manfred Milsmann. „Wir können nicht jedem alles an die Haustür liefern“, bekräftigte auch Rainer Immensack, dass der Seniorenbeirat vor allem Interessenvertretung ist und es für Vieles bereits Anbieter und Möglichkeiten gibt. Dran bleiben will das Gremium aber unbedingt am Thema öffentliche Toiletten. Vor allem die am Busbahnhof solle unmöglich sein, hat Schulz gehört. Die Stadt soll bis Mitte November einen Zustandsbericht liefern. Saubere Toiletten seien nicht nur für alte Menschen wichtig, so die Seniorenbeiratsvorsitzende. Mit seinem Einsatz dafür tue das Gremiums daher „was Gutes für die ganze Stadt.“

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