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Madlen Overdick hat seit einem Jahr ihren Schreibtsich im Kreishaus.

Kreisbeigeordnete im Landratsamt

Grüne: „Sie tut dem Kreis gut“

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Seit einem Jahr ist Madlen Overdick hauptamtliche Kreisbeigeordnete im Landratsamt. Daran, dass die Stelle für die Grünen-Vertreterin zusätzlich geschaffen wurde, gab es viel Kritik. Grund für die MTK-Grünen nun Bilanz zu ziehen. Wenig überraschend: Es ist eine positive.

Das ein oder andere von dem, was im Koalitionsvertrag von CDU, Grünen und FDP im Kreistag festgelegt wurde, wäre sicherlich auch ohne eine Grünen-Vertreter an der Kreisspitze realisiert worden, bekennt Karin Schnick. Die Fraktionsvorsitzende der Kreistags-Grünen ist sich aber sicher: Mit Madlen Overdick als hauptamtliche Beigeordnete lassen sich die verschiedenen Punkte besser umsetzen. Es sei für die Grünen die richtige Entscheidung gewesen, auf die weitere hauptamtliche Vertretung im Main-Taunus-Kreis zu bestehen.

Grünen-Urgestein Albrecht Kündiger, Bürgermeister aus Kelkheim, sagt derweil: „Madlen Overdick tut dem Main-Taunus-Kreis gut.“ Sie habe sich

Akzeptanz erarbeitet

und die Diskussion über ihre Stelle sei inzwischen in den Hintergrund geraten. Dass der Start der CDU-Grünen-FDP-Koalition im Kreis so gut war, hänge auch mit der Person Overdick zusammen.

Von ihren Parteifreunden gelobt wird vor allem Overdicks Kontaktfreudigkeit. So sei auch die besser gewordene Zusammenarbeit mit dem Kreis Groß-Gerau und mit Wiesbaden zu erklären. Die Kreisbeigeordnete ihrerseits glaubt, dass auch der Austausch mit den Kommunen im Kreis auf einer gesunden Basis steht. „Netzwerken“ sei wichtig – und funktioniere unabhängig von der Parteizugehörigkeit der verschiedenen Rathaus-Chefinnen und -Chefs.

Die im zurückliegenden Jahr umgesetzten Projekte listet die Lorsbacherin Overdick selbst auf. An erster Stelle steht bei ihr die Fünf-Prozent-Steigerung bei der Zahl der Kontrollen in der amtlichen Lebensmittelüberwachung. Es folgt die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit im Tierschutz. Dabei verweist sie auf „illegale Hundehändler“, die hier im Ausland geborene Hundewelpen anbieten. Gegen einen sei zusammen mit der Polizei vorgegangen worden.

„Zur Förderung der Artenvielfalt wurde im letzten Jahr der Arbeitskreis öffentliche Grünflächen gegründet“, sagt Madlen Overdick. Darin soll mit Städten und Gemeinden geschaut werden, „wie kommunales Grün als Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt umgestaltet werden kann“.

Zudem wurden viele Initiativen und Projekte angeregt und geplant. Overdick nennt unter anderem:

  Für mehr Verbraucherschutz soll eine weitere Lebensmittelkontrolleurin oder ein weiterer -kontrolleur eingestellt werden.

  Im Gesundheitsamt soll ein neuer Schwerpunkt auf Prävention gelegt werden. Da gebe es viel Fördergeld vom Bund. Inzwischen mehr als 80 Millionen Euro. Das Geld müsse aber abgerufen werden.

  Ein davon unabhängiges Präventionsprojekt beginne im nächsten Schuljahr. Es biete – zielgerichtet für dickleibige Grundschulkinder – gesundes Essen in Verbindung mit einem Bewegungsprojekt.

  Der Sozialpsychiatrische Dienst des MTK wird im Sommer um ein Nacht-Café erweitert.

  Der MTK nimmt 2018 am Kooperationmodell Ökoprofit Frankfurt teil und nach der Sommerpause soll es ein eigenes Klimatagebuch für den Main-Taunus-Kreis geben. „Ein schönes Geschenk mit vielen Gutscheinen von Geschäften“, wirbt Madlen Overdick.

  Vom 27. August bis 7. September soll die Ausstellung Klimagourmet im Kreishaus über nachhaltigen Genuss sowie Klimaschutz informieren.

  Das größte Projekt steht noch ganz am Anfang: Zusammen mit Wiesbaden und dem Rheingau-Taunus-Kreis könnte der MTK zur ersten urban geprägten Biosphärenregion Deutschlands gehören. Dazu gibt es allerdings erstmal eine Machbarkeitsstudie.

  Im Sommer kann der MTK als Fairtrade-Kreis ausgezeichnet werden. Beim Tag der Erde am 22. April in den Weilbacher Kiesgruben soll es zahlreiche Infostände geben.

Neuestes Thema ist für Madlen Overdick das Ultranet. Nachdem die Kreispolitik da lange nicht reagiert hat, weiß die Kreisbeigeordnete inzwischen: „Was da passiert, kann keiner beurteilen.“ Die Menschen dürften nicht zu Versuchskaninchen werden. Der Kreis müsse beim Thema Ultranet die Kommunen unterstützen und sich zum Beispiel mit dem Rheingau-Taunus-Kreis vernetzen. Mit den Bürgerinitiativen müssten Strategien entwickelt werden.

Über die Zahl der Erfolge der Grünen Kreisbeigeordneten will Albrecht Kündiger nicht streiten: Viele Sachen, an denen Madlen Overdick beteiligt ist, „sieht man nicht“. Es sei einfach „wichtig, dass wir Grüne dort vertreten sind“.

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