+
„Hofem, helau!“ Einzug des neuen Dreigestirns der Karnevalsgesellschaft: Ambett Kathrin, Bauer Salvatore (vorne) und Bürger Markus. Das Trio freut sich riesig auf die närrische Zeit. 

Fastnacht in Hofheim

Helau, Ambett XXX., Kathrin

Was als bestgehütetes Geheimnis der Kreisstadt galt, ist jetzt endlich gelüftet: Neue Ambett ist Kathrin Welker. Gestern wurde sie vorgestellt und ins Amt eingeführt.

36 Jahre ist die neue Hofheimer Ambett alt. Bei der Saisoneröffnung der Karnevalsgesellschaft 1900 im Gemeindehaus von St. Peter und Paul wurde sie gestern feierlich in ihr neues Amt als „Ambett XXX., Regentin von Fell und Gefieder, Fürstin zu Binnen und See“ eingeführt. Hinter dem Beinamen, so erklärt die sympathische Brünette im blauen Samtkleid, deren Amtszeit zwei Jahre lang ist, verberge sich zum einen ihr Beruf als Tierpflegerin, in dem sie bereits seit 18 Jahren tätig sei. Außerdem ihre Leidenschaft für den Wassersport.

Jetzt wolle man „mit heiteren Mienen – stets der Hofheimer Fassenacht dienen“, verspricht sie in ihrer Antrittsrede. Als „Bürger Markus von der Mandelvilla“ wird ihr Markus Schullenberg zur Seite stehen. Der Beiname sei ein echter „Insider“, den nur alte Hofheimer verstehen könnten, verrät der Ambett-Helfer. Sein Vater sei lange Jahre Hals-Nasen-Ohren-Arzt in Hofheim gewesen. Sein privates Haus auf dem Kapellenberg habe man spaßeshalber die „Mandelvilla“ getauft. Närrische Erfahrung

Das Dreigestirn komplettiert Salvatore Piccione alias „Bauer Salvatore vom flinken Fuß und fliegenden Pfeil“. Seit seinem fünften Lebensjahr spiele er im Verein Fußball, erklärt er den ersten Teil seines Namens. Der zweite gehe auf sein Engagement in der Hofheimer E-Dart-Liga zurück.

Zu dritt freuen sie sich, die beiden nächsten Kampagnen zu begleiten. Erfahrung bringt die neue Ambett ausreichend mit. Von Kindesbeinen im Verein trainiert sie Cascadas und Dancing Moms. „Es ist immer schön, wenn sich jemand findet, der dem Verein schon so lange verbunden ist“, freut sich Sitzungspräsidentin Petra Feist, die die neue Ambett feierlich proklamierte. Den traditionellen Handschlag wiederum übernahm Sitzungspräsident und KG-Vorsitzender Erhard Blatt, der auch durch das Programm führte. Stimmung trotz Krisen

Zu Beginn der Veranstaltung hatte die Hofemer Streetband im Verbund mit der Okrifteler Brassband „Firebirds“ für Stimmung im vollbesetzten Saal gesorgt. Vor einem Jahr erst haben sich die beiden Musikgruppen mit jetzt 24 Mitgliedern zusammengeschlossen. Nach dem musikalischen Auftritt hatte Erhard Blatt die Session offiziell mit einem dreifachen „Hofem Helau!“ eröffnet. „Trotz der viele Krise, lasse mer uns die Stimmung net vermiese“, rief er gut gelaunt ins Publikum und lud ein, zahlreich die großen Sitzungen zu besuchen.

Einen Vorgeschmack darauf gaben schon mal die Tänzerinnen der KG. In den Wilden Westen entführten zum Country-Musik-Mix die Diamond Girls. Als Cowgirls mit Karohemd, Jeans und Cowboyhut zeigten sie einen schnittigen Lions-Dance und schwangen das unsichtbare Lasso.

Ihren ersten Auftritt in der neuen Saison hatten auch die allerjüngsten Tänzerinnen. In niedlichen blauen Kleidern drehten sich die vier- bis achtjährigen Shiny Stars auf der Bühne und winkten mit bunten Tüchern. Auch die Solotänzerinnen zeigten unter dem Beifall des Publikums ihr Können.

Abschied nehmen hieß es für Ambett XXIX. Nicol, was ihr sichtlich schwer viel. Sehr gerne nämlich habe sie in den vergangenen beiden Jahren ihre Aufgaben als traditionelles Aushängeschild der Hofheimer Fassenacht wahrgenommen. In einer letzten Rede dankte sie ihren treuen Helfern, Bürger Thomas und Bäuerin Michaela, aber auch vielen anderen, die sie unterstützt hatten, darunter der Lebensgefährte.

Sitzungspräsidentin Petra Feist lobte den treuen Einsatz der 29. Ambett. Auch die kleine Tänzerin Lea dankte der Scheidenden für die schöne Zeit. Von vielen Vereinsmitgliedern gab es Geschenke, darunter einen Bilderrahmen mit Erinnerungen an die zahlreichen Auftritte und Termine während der vergangenen beiden Jahre, darunter der Empfang im Biebricher Schloss mit anderen Prinzessinnen und Traditionsfiguren der Region. Mit einem Orden wurde Nicol feierlich in die Runde der Ex-Ambetten aufgenommen.

Juliane Schneider

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare