Bei Wallau zweigt die ICE-Trasse Köln-Frankfurt nach Wiesbaden ab. Nun soll die Wallauer Spange gebaut werden, die von Wiesbaden aus Richtung Frankfurter Flughafen führt. Bisher können Züge aus der Landeshauptstadt zurück nur in Richtung Köln rollen.
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Bei Wallau zweigt die ICE-Trasse Köln-Frankfurt nach Wiesbaden ab. Nun soll die Wallauer Spange gebaut werden, die von Wiesbaden aus Richtung Frankfurter Flughafen führt. Bisher können Züge aus der Landeshauptstadt zurück nur in Richtung Köln rollen.

Verkehr

Hofheim: 2025 soll Wallau einen Bahnhof haben

  • vonManfred Becht
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Das Projekt an der geplanten neuen Bahnverbindung, der sogenannten Wallauer Spange, die Wiesbaden mit dem Frankfurter Flughafen verbindet, wird weiter vorangetrieben. Aber: Kosten sind noch nicht klar und notwendige Untersuchungen zurzeit schwierig.

Wallau -Die Stadt Hofheim hält an dem Ziel fest, dass im Jahr 2025 nicht nur auf der Wallauer Spange der Betrieb aufgenommen werden kann, sondern dass der dort neben den Schnellbahnen auch verkehrende Hessenexpress von diesem Zeitpunkt an auch an einem Bahnhof in Wallau hält. Dabei ist die Situation aus zwei Gründen durch die Corona-Pandemie schwieriger geworden. Erstens nämlich verzögern sich die Verkehrsuntersuchungen, da wegen des derzeit reduzierten Verkehrsaufkommens keine Zählungen vorgenommen werden können, die für Prognosen brauchbar sind.

Zweitens aber führen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu erheblichen Einnahmeausfällen für die Stadt. Ob mittelfristig alle Einbußen durch Unterstützung von Bund und Land ausgeglichen werden, ist unklar - damit rechnen kann die Stadt vorläufig nicht. Hofheim muss aber gemeinsam mit Wiesbaden und Hochheim zwar nicht den eigentlichen Haltepunkt bezahlen, aber doch die Zufahrtsstraßen, den Busbahnhof, die Parkplätze und anderes mehr.

Mit konkreten Zahlen ist der Magistrat sehr vorsichtig. Hochheims Bürgermeister Dirk Westedt (FDP) hatte die Kosten unlängst auf acht Millionen Euro beziffert, nach dem Abzug von Bundes- und Landesmitteln bleiben davon bis zu 3,5 Millionen Euro übrig. Die drei betroffenen Kommunen haben sich bereits darauf geeinigt, dass Hofheim 40 Prozent davon übernehmen soll, also 1,4 Millionen Euro.

Der Betrag sei nicht Gegenstand der Beratungen der Kommunen gewesen, kommentierte der Hofheimer Magistrat in einer Mitteilung für die Stadtverordnetenversammlung. Was heißt das übersetzt? Zu deutlich zurückpfeifen will der Magistrat den Hochheimer Rathauschef nicht, um das notwendige gute Einvernehmen bei dem Projekt nicht zu gefährden. Zu sehr festlegen auf irgendwelche Zahlen will Hofheim sich aber auch nicht - das Beispiel der neuen Ländcheshalle hat unlängst wieder gezeigt, dass es viel Ärger geben kann, wenn die Zahlen nicht eingehalten werden können.

Der Hofheimer Magistrat weist in dem Zusammenhang noch darauf hin, dass unterschiedliche Varianten zur Diskussion stehen, die auch mit unterschiedlichen Kosten verbunden sind. So gibt es eine Variante, die den Busbahnhof direkt neben den Bahnsteigen anordnet und bis zu 500 Parkplätze in einem südlich stehenden Parkhaus. Eine andere Variante ordnet das Parkhaus direkt über dem Busbahnhof an.

Die Unterschiede sind klar: Bei einem Parkhaus über dem Busbahnhof sind die Wege vom Auto zu den Zügen erheblich kürzer und der Busbahnhof hat eine komplette Überdachung. Vor allem aber wird viel weniger Fläche verbraucht - ein wichtiges Argument, da die Wallauer Landwirte eben wegen des Verlustes wertvoller Böden schon erhebliche Proteste angemeldet haben. Aber ein Parkhaus über dem Busbahnhof dürfte deutlich teurer sein als eines nebenan.

Wie geht es nun weiter? Im nächsten Jahr sollen die notwendigen Verkehrsuntersuchungen durchgeführt werden. Der Magistrat spricht von einem Beginn gegen Ende Januar, aber es liegt auf der Hand, dass dies erst sinnvoll ist, wenn sich das Verkehrsaufkommen nach der Corona-Krise stabilisiert hat. Wird mit veralteten Zahlen geplant, ist dies Munition für jeden, der gegen das Projekt klagen möchte,

Außerdem ist für das nächste Jahr die Aufstellung eines Bebauungsplanes für die Zufahrt, den Busbahnhof und die Parkplätze geplant. Auch dafür werden die Ergebnisse der Verkehrsgutachter gebraucht. Für den Bebauungsplan ist die Stadt Hofheim zuständig, auf deren Gebiet der Bahnhof gebaut werden soll. Nicht enthalten wird der Bebauungsplan eine Verbindungsstraße, die von dem neuen Haltepunkt zur Landesstraße zwischen Nordenstadt und Delkenheim führen soll. Dieses Thema birgt Konfliktpotenzial - die Stadt Wiesbaden sieht in dieser Straße die Möglichkeit, Delkenheim etwas vom Verkehr zu entlasten, in Hofheim fürchtet man, dass es den Bebauungsplan verzögern könnte, wenn dieses Projekt aufgenommen würde. Manfred Becht

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