Vier große Mehrfamilienhäuser - zu erkennen an den grünen Dächern - sollen an der Höchster Straße entstehen. Zur Orientierung: Direkt rechts daneben ist das Hofheimer Finanzamt.
+
Vier große Mehrfamilienhäuser - zu erkennen an den grünen Dächern - sollen an der Höchster Straße entstehen. Zur Orientierung: Direkt rechts daneben ist das Hofheimer Finanzamt.

Wohnungsbau

Hofheim: 60 neue Wohnungen am Finanzamt

  • vonBarbara Schmidt
    schließen

Die stadteigene HWB investiert rund 20 Millionen Euro im Hofheimer Norden. Baubeginn soll im nächsten Jahr sein.

Hofheim -Es sei "das größte Wohnbau-Projekt der letzten 40 Jahre" für die stadteigene Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB), umriss gestern deren Aufsichtsratsvorsitzender, Bürgermeister Christian Vogt, die Dimension der seit längerem bekannten Pläne für den Hofheimer Norden. Zu Zeiten der Flüchtlingskrise waren insgesamt vier Grundstücke in städtischem oder in HWB-Eigentum für Bauvorhaben ins Auge gefasst worden, zumindest dieses eine soll nun umgesetzt werden. Immerhin 60 Wohnungen für 170 bis 200 Menschen sollen auf einem Grundstück hinter den HWB-Bauten an der Höchster Straße entstehen - quasi im Schatten des Finanzamtes. Investiert werden sollen rund 20 Millionen Euro. Bei der Summe ist die Teuerung bis zur Realisierung schon berücksichtigt.

Je vier Vollgeschosse plus ein Staffelgeschoss mit begrüntem Flachdach sollen die Häuser haben, die auf einer Tiefgarage mit 70 bis 80 Stellplätzen stehen werden. Zwei Wohnungsgrößen, die derzeit besonders gefragt sind, sollen hier bevorzugt entstehen, wie HWB-Geschäftsführer Norman Diehl erläuterte. Singles und große Familien, nicht selten mit Migrationshintergrund, sind besonders häufig unter den Wohnungssuchenden. Zwei- und Vier- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen soll es daher in den vier geplanten Gebäuden vor allem geben.

Dass die Nachfrage nach "bezahlbarem" Wohnraum, wie ihn die HWB mit Durchschnittmieten von 6,23 Euro bietet, nach wie vor hoch ist, zeigt die mittlerweile auf 500 Haushalte angeschwollene Warteliste bei der Wohnungsbaugesellschaft. "Innovativ" nannte Vogt, dass die HWB an der Höchster Straße erstmals ein Mitarbeiter-Wohnen sowohl für eigene Beschäftigte wie für städtische Angestellte in Rathaus oder Bauhof ermöglichen will. Zehn der 60 Wohnungen sind dafür vorgesehen. Voll geförderte Wohnungen werden ein Drittel sein. Ein weiteres Drittel wird teil-geförderter Wohnraum für Menschen mit mittleren Einkommen sein, der Rest soll frei finanzierter Wohnraum sein. Der Mix sei wichtig, auch um eine soziale Durchmischung zu haben. Das habe sich bewährt, so Diehl.

Noch handele es sich um Vorentwürfe für das 4200 Quadratmeter große Areal in HWB-Besitz, erläuterte Diehl. Ein Architekturbüro sei noch nicht beauftragt worden. Für die Vorplanung zeichnet bei der HWB intern Architekt André Reisig verantwortlich. Er ließ wissen, dass das nötige Bebauungsplanverfahren im Sommer in die Offenlegungs-Phase gehe und bis zum nächsten Frühjahr abgeschlossen sein soll. Die HWB möchte mit dem Bau dann im Laufe des Jahres 2022 beginnen.

Fertig sein soll bis dahin schon das Ersatzgelände für den Bolzplatz, der für das Bauprojekt ebenso weichen muss wie eine Garagenzeile. Das neue Ballsportgelände wird, wie diese Zeitung bereits im Herbst berichtete, zwischen Finanzamt und Feuerwache entstehen. Hier markiert seit langer Zeit ein ungepflegter Grünstreifen die Trasse der geplanten B 519 neu.

Mit Hessen Mobil, der zuständigen Verkehrsbehörde des Landes, habe man sich geeinigt, dass der Bau der Ballsportanlage hier möglich sei, so Diehl. Zur Bedingung machte die Behörde, dass der Bolzplatz erneut verlegt werden muss, sollte die Umgehungsstraße doch irgendwann kommen. De facto glaubt in der Kreisstadt schon lange niemand mehr, dass die Bundesstraße der bisherigen Planung entsprechend je realisiert wird. Im Hofheimer Süden hat die Stadt mit dem Baugebiet "Römerwiesen" den dortigen Trassenteil wenn nicht beerdigt, so doch stark modifiziert. Das Mittelstück mit Untertunnelung der Krifteler Sportstätten ist nach Verlautbarungen aus Kriftel vom Tisch.

Bürgermeister Vogt ließ sich gestern auf Nachfrage dazu zwar kein klares Wort entlocken, doch auch für den Norden ist im Grunde längst klar, dass eine Trasse, die die Katharina-Kemmler-Straße zur Sackgasse machen würde, nicht mehr wirklich infrage kommt.

Mit den jugendlichen Nutzern ist die HWB bereits in Kontakt darüber, wie das neue Gelände aussehen soll. Der bisherige Bolzplatz war erst vor wenigen Jahren im Rahmen der "Sozialen Stadt" mit Fördergeldern saniert worden. Nicht zuletzt deshalb kommt man gar nicht umhin, hier Ersatz zu schaffen.

Auch mit den Mietern in den Bestandsgebäuden sei schon viel über das Bauvorhaben kommuniziert worden, so Diehl. Alle, die eine Garage in der bestehenden Zeile haben, sollten Ersatz in der künftigen Tiefgarage erhalten. barbara Schmidt

Andere Perspektive: Wo Garagen stehen und auf dem Bolzplatz hinter der Baumreihe sollen die Wohnungen gebaut werden. Hinten rechts die Feuerwache, links das Finanzamt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare