Kino-Betreiber Sven Döding freut sich auf den Wiedereinstieg und hofft angesichts niedriger Inzidenzwerte auf weitere Lockerungen, die das Geschäft erleichtern.
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Kino-Betreiber Sven Döding freut sich auf den Wiedereinstieg und hofft angesichts niedriger Inzidenzwerte auf weitere Lockerungen, die das Geschäft erleichtern.

Kultur

Hofheim: 68 Blockbuster bis Endes des Jahres

  • VonManfred Becht
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Am 1. Juli öffnet auch das Hofheimer Kino im Chinon-Center nach langer Zwangspause wieder. Der Chef, Sven Döding, weiß: Entscheidend für den Erfolg ist ein gutes Angebot.

Hofheim -Ein Neustart für die Kinos ausgerechnet am 1. Juli? Wenn die Temperaturen mutmaßlich ebenfalls hochsommerlich sind? Ob da nicht viele ein schattiges Plätzchen auf dem Balkon vorziehen werden? Sven Döding, Betreiber des Hofheimer Kinos, macht sich da keine Sorgen. Die Räume im Chinon-Center seien gut klimatisiert, sagt Döding. "Die Leute kommen auch im Sommer, wenn es gute Filme gibt."

Und es wird gute Filme geben. 68 sogenannte Blockbuster sind bis zum Jahresende angekündigt, sagt Döding - Filme also, von denen man sich einen besonderen Erfolg beim Publikum verspricht. Von diesen Filmen lebe die Branche, auf diese komme es an. 68 davon noch 2021, das sei eher zu viel. Aber das hat auch damit zu tun, dass zu Lockdown-Zeiten der Kino-Start vieler Streifen verschoben wurde, und so ist ein Stau entstanden, der jetzt abgebaut werden muss.

Und damit beginnen die Kinos am 1. Juli, auch in Hofheim. Besondere Vorbereitungen zur Wiederaufnahme des Betriebes seien nicht notwendig, abgesehen davon, dass alles ordentlich abgestaubt und gereinigt wird. Die Projektionstechnik haben die Mitarbeiter in den vergangenen acht Monaten in jeder Woche ein Mal in Gang gesetzt, dass alles gut in Schuss bleibt. Das sei auch gelungen, so Döding - immerhin stammen die Anlagen auch erst aus dem Jahre 2016 und sind somit noch recht neu.

Wirtschaftlich arbeiten können wird das Kino aber im Juli voraussichtlich noch nicht. Um Einzelbesucher, Paare, Familien oder andere Gruppen muss ein Abstand von 1,50 Metern eingehalten werden - das bedeutet, dass nur jede dritte Reihe belegt werden kann, und dass zwischen zwei Gruppen immer zwei Plätze frei bleiben müssen. Erreichbar sei so eine Auslastung von 25 Prozent, mehr nicht.

Döding möchte versuchen, dies zum Teil durch zusätzliche Vorstellungen zu kompensieren. "Vielleicht kommen ja auch mehr Leute an normalen Werktagen", spekuliert er. Montag bis Donnerstag, das sind die Tage, an denen Kinos normalerweise nicht viel verdienen. Die Hoffnung ist, dass nun möglichst viele Besucher auf diese Tage ausweichen. Wirklich weiter helfen würde es, wenn die Plätze nach dem Schachbrettmuster besetzt werden könnte, sagt Döding. Dann bleibt jeder zweite Platz frei, in der nächsten Reihe ebenfalls, aber um einen Platz versetzt.

Immerhin, die Infektionszahlen sinken, sie haben gestern bundesweit den einstelligen Wert von 8,8 erreicht. Es könnte also in absehbarer Zeit noch Änderungen bei den Kontaktbeschränkungen geben. Einstweilen bleibt es bei den Abständen und der Pflicht, die Kontaktdaten zu hinterlassen. Beim Kauf der Tickets per Internet passiert dies automatisch. Die Masken darf abnehmen, wer an seinem Platz sitzt und dort etwas verzehren möchte.

Das sind natürlich keine guten Rahmenbedingungen für irgendwelche Willkommensfeiern oder andere Sonderaktionen zum Neustart. Es sind die Filme selbst, die die Hofheimer und Auswärtige ins Kino locken sollen. "Cats & Dogs" wird geboten, und zwar der dritte Teil, dazu die erste Fortsetzung von "Peter Hase" und der neue Film von Otto Walkes. Das ist ein Familienprogramm - wer mehr auf Horror steht, ist mit "Quite Place 2" besser bedient. Ein erster Höhepunkt läuft am 15. Juli mit dem neunten Teil von "Fast and furious" an.

Ob Horrorfilm oder Familienprogramm, die Mitarbeiter seien froh, dass der Betrieb nun wieder losgehen könne, sagt Döding. Drei fest angestellte Kräfte hat er in Hofheim, mit Hilfe der Kurzarbeiterregelung konnte er alle halten. Überhaupt, nur mit den staatlichen Hilfen habe er die Schließung - mit der ersten Corona-Welle zusammengerechnet waren es mehr als zehn Monate - überstehen können. "Die Branche ist eigentlich mit einem blauen Auge davongekommen", bilanziert er. Jetzt werde es aber Zeit, dass die Kino-Fans wieder kommen können.

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