Estrella Dey und Nicole Dietzel aus dem Büchereiteam sowie Britta Schley, Christian Rauh und Jens Pettrup
+
Estrella Dey und Nicole Dietzel aus dem Büchereiteam sowie Britta Schley, Christian Rauh und Jens Pettrup

Kultur

Hofheim: Aktionen sollen Menschen in die Altstadt locken

  • VonBarbara Schmidt
    schließen

"Ab in die Mitte" zu Kultur, Stühlen, Buchstaben-Monstern und bunten Schirmen

Hofheim . -Das Kreisblatt hatte es schon im April berichtet: Die Stadtbücherei gehörte mit ihrem Konzept zu den Preisträgern des Landeswettbewerbs "Ab in die Mitte" und erhielt 10 000 Euro Fördergeld. Was genau sich das Team um Bücherei-Leiterin Nicole Dietzel da Preiswürdiges ausgedacht hatte, diese Frage blieb bei der Stadt damals aber ohne Echo. Nun ist es heraus: Ein Strauß bunter Aktionen wird im Rahmen des Kreisstadtsommers von der Bücherei und der Stadtkultur gemeinsam geboten. Er soll vor allem eines bewirken: "Menschen wieder in unsere schöne Altstadt zu locken", wie Bürgermeister Christian Vogt (CDU) formuliert.

Stadtbüchereien zählen zu den Institutionen, denen Experten für Stadtentwicklung zutrauen, dass sie Menschen auch in Zukunft noch in die Innenstädte ziehen. Vielerorts haben diese aufgrund des Einzelhandelssterbens bereits stark an Attraktivität eingebüßt. Innenstädte belebt zu halten, ist daher in den vergangenen Jahren immer mehr als Herausforderung erkannt worden.

Die Hofheimer Stadtbücherei, die seit vielen Jahren unter drangvoller Enge leidet, hatte nach langem Kampf immerhin von der Stadtverordnetenversammlung neue, größere Räume zugestanden bekommen und darf sich nun auf den Umzug ins neue Haus am Kellereiplatz freuen. Dessen Übergabe vom Bauherrn HWB an die Stadt ist am 26. September geplant. Sie soll Abschluss und Höhepunkt der Aktionen unter dem Motto "Ab in die Mitte" in Hofheim werden.

"Kultur ist stark" hat die Stadt das Fest überschrieben, das zugleich den Abschluss des Kreisstadtsommers bildet. Die Bücherei-Nutzer müssen allerdings dann noch ein wenig warten auf die tatsächliche Eröffnung, denn nach der Übergabe müssen die neue Bibliothek und die zugehörigen Verwaltungsräume erst einmal eingerichtet werden.

Gefeiert werden soll am 26. September mit den Hofheimer Vereinen, die ab sofort beim Team Stadtkultur ihre Teilnahme anmelden können. Einen Pavillon und zwei Biertischgarnituren pro Verein stellt die Stadt als Grundausrüstung.

Bereits mit dem Kreisstadtsommer begonnen hat die Aktion "Hofheimer Stühle" . Wo sie einladen, Platz zu nehmen, neue Perspektiven zu entdecken und per QR-Code mehr zu erfahren, verrät eine Übersicht, die in der Stadtbücherei, Elisabethenstraße 3, erhältlich ist.

Seit dem 4. Juli kann zudem in der Innenstadt Jagd auf das Buchstaben-Monster gemacht werden. Dafür brauchen Teilnehmer ein Smartphone mit Actionbound-App, der Start-Code findet sich an der Tür der Stadtbücherei. Es gibt kleine Überraschungen zu gewinnen.

Zwei Lesungen im Wasserschloss sollen zudem Menschen in die Stadt ziehen. Die Kelkheimerin Jutta Hajek nimmt am Donnerstag, 19. August, (Beginn 19.30 Uhr) mit Auszügen aus ihrem Buch "Siehst du die Grenzen nicht, können sie dich nicht aufhalten", mit in das Leben der Eppsteiner Familie Müller, deren Mitglieder ihr Leben als Blinde bewältigen. In Hofheim ist vielen vor allem der Lehrer Christof Müller bekannt, der an der Main-Taunus-Schule unterrichtet.

Das Autoren-Trio Peter Kolar, Bernd Seelbach und Dieter Bender lässt am Donnerstag, 2. September, von 20 Uhr an die Kindheit im Hofheim der 1950er Jahre lebendig werden. Die drei Herren lesen aus ihrem Werk "Dehaam, uff de Gass un in de Schul". Der Eintritt beträgt jeweils 4 Euro, den Kartenvorverkauf übernimmt die Stadtbücherei, Telefon (0 61 92) 9 66 860.

Einen echten Hingucker soll es zudem vom 28. August bis zum 26. September geben. Hauptstraße, Burgstraße und Kellereiplatz werden dann mit bunten Regenschirmen überspannt sein. Die sogenannte "Umbrella road" hat bekannte Vorbilder in London, Dublin oder Bad Mergentheim und garantiert genau das, was die Aktion "Ab in die Mitte" will: Sie zieht Menschen an - weil die, die schon da sind, in Scharen das Smartphone zücken und Fotos aus der Stadt posten was das Zeug hält. babs

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare