Blick in das entkernte Hauptgebäude der Main-Taunus-Schule, aus den 1970er Jahren. Es wird von Grund auf saniert und modernisiert. Durch den neuen Verbindungsbau (links) der beiden östlichen Gebäudeflügel ist ein Innenhof entstanden.
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Blick in das entkernte Hauptgebäude der Main-Taunus-Schule, aus den 1970er Jahren. Es wird von Grund auf saniert und modernisiert. Durch den neuen Verbindungsbau (links) der beiden östlichen Gebäudeflügel ist ein Innenhof entstanden.

Schule

Hofheim: Alles im Plan auf der MTS-Baustelle

  • VonBarbara Schmidt
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63 Millionen Euro verschlingt das teuerste Schulbauprojekt im Kreis. Fertigstellung in 2024.

Hofheim -Sie ist aktuell Hofheims größte Baustelle: Die Main-Taunus-Schule verändert gerade komplett ihr Erscheinungsbild. Nackt und bloß steht sie in ihrem Betonkern da - und nicht nur der stellvertretende Schulleiter Dirk Wingenfeld und der Elternbeiratsvorsitzende Michael Müller waren gestern gespannt darauf, sich das Ganze mal aus der Nähe ansehen zu können. Der Main-Taunus-Kreis hatte zum Baustellenrundgang eingeladen. Die Architekten Matthias Heimel und Olaf Rigoll, die mit ihren Büros für das Projekt kooperieren, sowie der Leiter des Hochbauamts beim Kreis, Peter Wesp, standen dabei für Fragen und Erläuterungen zur Verfügung. Die gute Nachricht: Das mit 63 Millionen Euro bislang teuerste Schulbauprojekt des MTK ist sowohl vom Zeitplan her wie von den Kosten im Rahmen. Auch die vielerorts beklagten Lieferengpässe bei Baumaterial sind noch nicht zum Hemmschuh geworden. "Da haben wir bis jetzt Glück gehabt", sagt Peter Wesp. Einige Gewerke habe man sogar günstiger als gedacht vergeben können, das fange anderes wieder auf, ergänzte Architekt Rigoll.

Als richtig habe es sich erwiesen, den Schulbetrieb komplett in Containerbauten umzusiedeln, waren sich die Verantwortlichen einig. Wäre ein Teil des Gebäudes weiter genutzt worden, hätte es ein Lärmproblem gegeben. Zudem "kommen wir so schneller voran", ergänzte Rigoll. Schulleitungsmitglied Wingenfeld lobte die "sehr schönen Interimsgebäude", die für das laufende und zwei weitere Schuljahre genutzt werden sollen und allein schon den Kreis rund eine Million Euro kosten. Weniger zufrieden ist das Gymnasium mit der Cafeteria. Sie biete einfach nicht ausreichend Platz. Die Schule finde aber beim Kreis hier stets offene Ohren und es werde auch nach einer Lösung gesucht, ergänzte Wingenfeld. Der Elternbeiratsvorsitzende Müller nutzte die Anwesenheit von Schuldezernent und Landrat Michael Cyriax, noch eine Kritik anzubringen, "so sehr wir uns auch über den Schulneubau freien". Denn für den Unterricht müssten auch jene Container weiter genutzt werden, die zum Teil schon seit 2007 in Betrieb seien. Dass ausgerechnet diese zudem auch nach Fertigstellung des Hauptgebäudes für Unterrichtszwecke weiter genutzt werden sollten, weil dann noch der 90er-Jahre-Schulbau umgebaut werde, stoße bei der Elternschaft auf wenig Verständnis, so Müller.

Bis dahin ist noch einige Zeit, aktuell liegt der Fokus auf der Kernsanierung des Hauptgebäudes. Es nicht komplett abzureißen, sondern das Stahlbetongerüst zu nutzen, sei in jedem Fall im Sinne der Nachhaltigkeit, ließ sich Landrat Cyriax von den Architekten bestätigen. Das sei nicht nur ökologischer, weil Material weiter genutzt werde, sondern auch ökonomischer, weil ein Abriss viel Zeit und eine Entsorgung des Schutts viel Geld gekostet hätte, unterstrich auch Hochbauamts-Leiter Wesp. Bei der Entkernung habe man "erfreulicherweise sehr wenige Schadstoffe" vorgefunden, so Olaf Rigoll. Nur in Einzelbereichen seien Asbestplatten "von der ungefährlichen Sorte" verarbeitet gewesen.

Aus dem bisher energetisch sehr ungünstigen Bau soll ein Passivhaus werden. Dreifach verglaste Fenster, eine Fassadendämmung und schließlich die Fassade selbst wirken an dieser Verwandlung mit. Wo bislang die Kunsträume waren, entsteht die neue Mensa, die sich zum Schwarzbach hin öffnen wird. Auf diese "Schokoladenseite" wird auch die künftige Aula blicken. Das separate zweistöckige Gebäude, in dem sie neben Räumen für den Musikunterricht untergebracht wird, soll vom kommenden Sommer an entstehen, wenn alle größeren Materialtransporte zum Hauptgebäude vorüber sind. Begonnen hat die Firma Züblin bereits mit dem Zwischenbau auf der östlichen Gebäudeseite, der die beiden Flügel der Schule verbindet. Auch auf der Westseite wird so verfahren, so dass je ein Innenhof entsteht. In den Zwischenbauten werden Klassen untergebracht und das Brandschutzproblem wird so gelöst, denn hier ist zudem Platz für weitere Treppenhäuser. Im Hauptgebäude entstehen 48 Klassenräume sowie Fach- und Verwaltungsräume bis hin zum Lehrerzimmer. Die restlichen zwölf Klassenräume für das sechszügige Gymnasium werden im 90er-Jahre-Bau untergebracht. babs

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