Angrenzend an das exklusive Wohnquartier des Hofheimer Investors Weiß - jenseits des beliebten Weges in die Bauerlöcher Wiesen - möchte die neue Projektgesellschaft die derzeitigen Ackerflächen als weiteres Bauland entwickeln.	Foto: Matthias Knapp
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Angrenzend an das exklusive Wohnquartier des Hofheimer Investors Weiß - jenseits des beliebten Weges in die Bauerlöcher Wiesen - möchte die neue Projektgesellschaft die derzeitigen Ackerflächen als weiteres Bauland entwickeln. Foto: Matthias Knapp

Wohnungsbau

Neues Bauland in Hofheim? Projektgesellschaft spekuliert

  • vonBarbara Schmidt
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Neue Projektgesellschaft setzt auf Änderung des Flächennutzungsplans. Die prominenten Geschäftsführer haben ein profitables Areal im Norden der Kreisstadt im Fokus.

  • Eine Projektgesellschaft spekuliert auf neues Bauland in Hofheim mit einer optimalen Lage.
  • Ein Stück Land im Hofheimer Norden, soll bebaut werden - Dies ist allerdings ein Vorrangsgebiet.
  • Das Bauland in Hofheim ist als Baugebiet vorgesehen und es gibt bereits Kaufinteressenten.

Hofheim -In Frankfurt wurde vor kurzem eine neue Projektgesellschaft gegründet, die offenbar auf eine Änderung des Flächennutzungsplans spekuliert. Beteiligt daran sind zwei Hofheimer Unternehmen, die Frank Heimbau mit dem Stadtverordneten und CDU-Bauexperten Michael Henninger an der Spitze, und die Weiß Grundbesitz, die zur Firmengruppe des Bau- und Projektentwicklers Michael Weiß gehört. Ihr erklärtes Ziel: In Hofheim Bauland erschließen und auch die Bebauung übernehmen. Und zwar an einer Stelle, die noch gar nicht als Bauland im Blick ist. Das verrät der Name der Projektgesellschaft: „Auf den Gleichen“. Der alte Flurname bezeichnet ein Stück Land im Hofheimer Norden, unweit der Rhein-Main-Therme und außerhalb der jetzigen Stadtgrenze.

Die Lage ist erste Sahne. Und auf die, das wissen alle, die sich jemals mit Immobilien beschäftigt haben, kommt es beim Haus- oder Wohnungsgeschäft schließlich an. Mit Skyline- und Taunusblick, den Golfplatz vor der Tür, unweit vom Wald, keine großen Lärmquellen in der Nähe, bestens angebunden Richtung Autobahn und auch der S-Bahnhof ist nicht weit. Der „Gleichen“ zwischen der Reifenberger Straße und dem Weg in Richtung Bauerlöcher Wiesen ist im aktuell gültigen Regionalen Flächennutzungsplan (Reg FNP) allerdings kein Bauland. Gekennzeichnet ist der gesamte Bereich vielmehr mit einer hellblauen Schraffierung, die ihn als „Vorbehaltsgebiet für besondere Klimafunktionen“ ausweist. Außerdem zeigen hellgrüne Balken ein „Vorranggebiet regionaler Grünzug“ an.

Bauland in Hofheim: Es ist noch nichts beschlossen

Dennoch hat das Büro Speer und Partner in Frankfurt, das im Auftrag des Regionalverbands ein sogenanntes Regionales Entwicklungskonzept aufgestellt hat, hier eine mögliche Wohnbaufläche vorgeschlagen. Das 2019 von Regionalverbands-Chef Thomas Horn (CDU) vorgestellte Entwicklungskonzept soll als Diskussionsgrundlage für die Überarbeitung des Reg FNP dienen, die bis 2025 erstellt werden und die Fassung von 2010 ablösen soll.

Dr. Arnd Bauer, Bereichsleiter für das Änderungsverfahren des Reg FNP beim Regionalverband in Frankfurt, bestätigt auf Anfrage dieser Zeitung, dass es "möglicherweise" diese weitere Bauland-Fläche im Hofheimer Norden geben könnte. Bisher habe die Regionalversammlung aber die Studie zu den optionalen Flächen lediglich zur Kenntnis genommen. "Es ist noch nichts von den Gremien beschlossen", so Bauer. Auch den örtlichen Parlamenten, die ebenfalls mitsprechen, seien die Überlegungen bislang nur zur Kenntnis gegeben worden. "Das ist alles noch sehr unverbindlich." Von einem Grunderwerb auf dieser Basis könne er nur abraten, erklärt Bauer auf Nachfrage.

Bereits Kaufinteressenten für Bauland im Hofheimer Norden

In Hofheim sind nach Kreisblatt-Informationen allerdings schon Kaufinteressenten für die Grundstücke an der Reifenberger Straße, die aktuell Acker- oder Gartenland sind, unterwegs. Die Projektgesellschaft „Auf den Gleichen“ findet sich im Handelsregister. Sie wurde am 1. Juli zu gleichen Teilen von den Firmen Frank Heimbau, vertreten durch die Geschäftsführer Michael Henninger und Anke Schlütter, und Weiß Grundbesitz, vertreten durch die Geschäftsführer Michael Weiß und Karl Greiner, begründet.

Im Gesellschaftsvertrag heißt es: „Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb, die Entwicklung (Baurechtschaffung), die Bebauung und die Veräußerung von Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten einschließlich der Vorbereitung und Durchführung von Bauvorhaben als Bauträger oder Baubetreuer, insbesondere im räumlichen Bereich der Gemarkung ,Auf den Gleichen‘ in Hofheim, aber nicht darauf beschränkt.“ Die Partner sind keine Unbekannten in der Kreisstadt. Weiß hat bereits am Langgewann eine größere Fläche bebaut, in Spuckweite zum Flurstück „Auf den Gleichen“. Mit dem Um- und Neubau des ehemaligen Kaufhauses Diener in der Hauptstraße/Burgstraße ist Weiß zudem vielen ein Begriff geworden.

Hofheim Bauland als Baugebiet vorgesehen - Es ist aber noch nicht spruchreif

Die Frank Heimbau ist unter anderem als Bauträger aktiv. Zuletzt hat sie in diesem Bereich Projekte in Friedrichsdorf oder in Langen umgesetzt. Am Firmensitz Rhein-Main in Hofheim wartet das Hamburger Traditionsunternehmen allerdings seit Jahren darauf, seine Planung für die Vorderheide II umsetzen zu können. Das hat bislang eine Klage verhindert, über die auf Bitten der Stadt Hofheim als der Beklagten noch nicht verhandelt worden ist.

Warum glauben die Geschäftsführer der neuen Projektgesellschaft offenbar, die Ackerflächen "Auf dem Gleichen" könnten Bauland werden? Der Stadtverordnete Michael Henninger, selbst Bauingenieur und im Parlament der Kreisstadt Bauexperte der CDU-Fraktion, antwortet auf Anfrage dieser Zeitung: "Weil es als Baugebiet vorgesehen ist im Flächennutzungsplan." Auf die Entgegnung, dass das im gültigen Plan noch nicht der Fall ist und zur Überarbeitung des Reg FNP es bisher weder Beratungen noch Beschlüsse gibt, sagt Henninger nur, dass er sich nicht öffentlich zu der Sache äußern werde. Das sei mit den Eigentümern der Grundstücke so vereinbart. "Es ist nicht so weit, dass es spruchreif wäre." (Von Barbara Schmidt)

Weitere Bebauungspläne in Hofheim

In Hofheim kam es in den vergangenen Monaten vermehrt zu Gesprächen zu neuen Bebauungsplänen und Grundstücken. Zum einen hat der Verkehrsverbund mit der Taunus Sparkasse einen langfristigen Mietvertrag abgeschlossen. Das neue RMV-Verwaltungsgebäude am Hofheimer Bahnhof soll 2023 fertig sein. Hofheims kompliziertester Verkehrsknoten an der TV-Turnhalle soll neu gestaltet werden. Wann, ist noch unklar. In der Nachbarschaft, auf dem Gelände des früheren Autoteilehandels entstehen 14 Wohnungen. Auch das Grundstück des Hauses Maria Elisabeth soll für Senioreneinrichtung reserviert werden.

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