Der Volksbank-Parkplatz dürfte bebaut werden. Konkrete Pläne dafür sind aber noch nicht bekannt.
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Der Volksbank-Parkplatz dürfte bebaut werden. Konkrete Pläne dafür sind aber noch nicht bekannt.

Stadtplanung

Hofheim: An der Alten Bleiche darf höher gebaut werden

  • VonBarbara Schmidt
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Die Stadt will im Bereich rund um den Busbahnhof höher hinaus. Auf dem Voba-Parkplatz könnten Häuser entstehen.

Hofheim -Eine Verdichtung und städtebauliche Aufwertung will die Stadt nach den Veränderungen an der Elisabethenstraße nun auch im Bereich zwischen Hauptstraße, Schwarzbach, Am Ambettbrunnen und der Straße Am Untertor ermöglichen. Deshalb soll der Bebauungsplan (B-Plan) Nr. 75 "Alte Bleiche", der in einem Teil seines Geltungsbereichs bereits den Bauvorhaben angepasst wurde, nun auch für den oben genannten Bereich verändert werden. Einen entsprechenden Beschluss hatte die Stadtverordnetenversammlung am 9. Dezember gefasst. Ein Entwurf für die Änderung liegt jetzt vor.

Ein Neubau für den RMV

Angestoßen wurde sie auch durch ein Bauvorhaben im Karree zwischen Im Angel, Alter Bleiche, Seilerbahn und Am Untertor. So will die Taunus Sparkasse auf dem Eckgrundstück Seilerbahn/Alte Bleiche an ihre bisherige Niederlassung anbauen. Das Gebäude soll vom Rhein-Main-Verkehrsverbund genutzt werden, dem seine Zentrale an der Alten Bleiche längst zu klein geworden ist.

Entlang der Alten Bleiche sollen auf der nördlichen Straßenseite (Richtung Innenstadt) künftig durchgängig fünf Vollgeschosse plus ein mögliches Staffelgeschoss zulässig sein. Bisher war das nur auf dem Grundstück der Volksbank der Fall, für alle anderen waren maximal vier Vollgeschosse zulässig. Flachdächer müssen zwingend begrünt werden, für fensterlose Fassadenflächen ist eine Begrünung mit Klettergehölzen Vorschrift.

Entlang der Hauptstraße und der Straße Am Untertor sind maximal vier Vollgeschosse erlaubt, weil hier der Übergang zur historischen Altstadt erfolgt, sind Flachdächer nicht erlaubt. Für die Innenbereiche will die Stadt nur ein einziges Geschoss zulassen. Wo diese aber bebaut sind, gilt Bestandsschutz. Für die Hauptstraße soll es eine Veränderung geben, was die Häuser Nr. 71 und 73 betrifft. Für sie als gründerzeitliche Gebäude galt bislang ein Erhaltungsgebot, weil vor allem die Dachgestaltung als ortsbildprägend angesehen wurde. Bauliche Veränderungen hätten der besonderen Genehmigung bedurft. Das soll mit der Änderung des B-Plans wegfallen, "zugunsten einer einheitlichen Regelung", so die Begründung der Stadt.

Nicht neu ist, dass der Parkplatz der Volksbank zwischen Alter Bleiche/Hattersheimer Straße und dem Fuß- und Radweg entlang des Schwarzbachs bebaut werden könnte. Gestaffelt von Westen her sind hier zwei, drei und vier Vollgeschosse zulässig. Gegenüber dem alten B-Plan sind die Bebauungsgrenzen gerader gezogen, was die überbaubare Fläche aber nicht vergrößert.

Früher einmal war dieser zentrumsnahe Parkplatz übrigens auch bebaut: Hier standen bis 1976 die Gaststätte "Zur schönen Aussicht" des Lederfabrikanten Josef Neumann und (bis 1957) ein Holzpavillon, der zunächst als Tanzsaal, dann als Verkaufsraum für Möbel und später für Schuhe diente.

Eine Änderung der Nutzungsmöglichkeiten in den Häusern an der Hauptstraße soll zudem eingeräumt werden. Bisher waren Wohnungen erst ab dem zweiten Obergeschoss zulässig, künftig soll auch im ersten Stock schon Wohnraum zulässig sein. Dass Menschen in der Innenstadt, zumal Bahnhofs-nah, wohnen, sei wünschenswert, findet die Stadt.

Ortsbeirat: Sorge um die Bäume

Im Ortsbeirat, der sich auf Anraten von Stadtrat Bernhard Köppler auf eine ausführliche Vorstellung der Änderungen nach den Sommerferien einließ, klang aufseiten der Grünen und der Bürger für Hofheim die Sorge um die Bäume im Bereich des Volksbank-Parkplatzes an. "Da sind jede Menge große, alte Bäume", so Tanja Lindenthal (BfH), die wissen wollte, ob zumindest sicherzustellen sei, dass ein "wunderschöner Ahorn" im Bereich des Parkplatzes erhalten bleiben müsse.

Die Linke Anita Vogt gab zu bedenken, dass die Grundstücke im B-Plan-Bereich, die sich allesamt in Privatbesitz befinden, "wahnsinnig aufgewertet" würden durch die Änderungen. Daher müssten in jedem Fall auch mit Blick auf den Klimawandel Auflagen wie Solaranlagen, Zisternen oder insektenfreundliche Beleuchtung aufgenommen werden. Da der Ortsbeirat aufgrund vieler eigener Anfragen und Anträge eine überaus umfangreiche Tagesordnung hatte, erlegte er sich selbst auf, die nachgereichte Vorlage nicht schon am Mittwochabend weiter zu diskutieren und will dies nach den Sommerferien tun. babs

Das ist der Bebauungsplan-Entwurf für das Quartier, das von den Straßen Am Untertor (oben), Am Ambettbrunnen (rechts), Hauptstraße (links) und dem Schwarzbach (unten) begrenzt wird.

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