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Hofheim: Auf dem "Walk of Freedom" durch die Ausstellung

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Das Hofheimer Stadtmuseum bot anlässlich des 45. Internationalen Museumstages gestern unter anderem einen Workshop zum Thema "Der Freiheit ein Denkmal setzen" an. Melina (11) hat unter Anleitung von Museumspädagogin Julia Krämer (re.) einen Sessel geformt, für sie ein friedlicher Ort.
Das Hofheimer Stadtmuseum bot anlässlich des 45. Internationalen Museumstages gestern unter anderem einen Workshop zum Thema "Der Freiheit ein Denkmal setzen" an. Melina (11) hat unter Anleitung von Museumspädagogin Julia Krämer (re.) einen Sessel geformt, für sie ein friedlicher Ort. © Eva-Maria Homann

Der Museumstag stand ganz im Zeichen des Friedens - Startschuss für "Taunus-Kunst-Triennale"

Hofheim "Es ist schön, dass es wieder losgeht", freut sich Museumsleiterin Dr. Inga Remmers. Denn die Pandemie habe dem Hofheimer Stadtmuseum schwierige Jahre beschert. Seit Rückgang der Corona-Zahlen sei die Nachfrage nach der aktuellen Dauerausstellung "Escape to Freedom. Ein kooperatives Echtzeit-Abenteuer" für Menschen ab zehn Jahren groß. Es lag nahe, den Fokus der Veranstaltungen anlässlich des Internationalen Museumstags 2022 am gestrigen Sonntag ebenfalls auf das Thema Freiheit zu legen.

"Escape to Freedom" besteht aus fünf Escape-Rooms, in denen man in einer begrenzten Zeit auf vielfältige Art Aufgaben lösen muss. Nur wer die richtigen Zahlencodes findet, kann Türschlösser entriegeln und entkommen. Die fünf Räume waren am Museumstag geöffnet. Mia und ihre Freunde haben sich das "Zauberhaus" vorgenommen. "Ich finde es cool, unter Zeitdruck Rätsel zu lösen", ist die Elfjährige begeistert. Die Aufgaben stellten sich als ganz schön knifflig heraus, doch vor allem durch Teamarbeit legten die vier Freunde dem dunklen Zauberer Dr. Maniakus rechtzeitig das Handwerk. In den anderen Räumen geht es thematisch um schlechte Arbeitsbedingungen, Umweltrisiken, um Tierwohl oder sich vor dem Implantieren von Chips, die schlau und zufrieden machen sollen, zu retten. Nicht Erwachsene, sondern 150 Berliner Jugendliche haben das Konzept für die Ausstellung, eine Leihgabe des "Alice - Museum für Kinder" in Berlin, ausgearbeitet.

Was jungen Menschen in Hofheim das Thema Freiheit bedeutet, wird auf der "Wall of Freedom" ersichtlich: "Freiheit ist: zu entscheiden, wer man ist" oder "Freiheit ist: meine eigene Meinung äußern zu dürfen" sind nur einige Aussagen, die auf den zahlreichen ausgefüllten Zetteln zu finden sind, die an der Wand kleben. Eine Chance, das Kulturhaus an der Burgstraße auf andere Art zu entdecken, bot der "Freedom Walk", eine Haus-Rallye quer durch das ganze Museum.

Kinder basteln ihren eigenen "Freiraum"

"Hierbei geht es darum, die Dauerausstellung im Fokus der Freiheit neu zu betrachten. Lassen sich Objekte finden, die Aspekte des Themas widerspiegeln und zum Nachdenken anregen?", erläutert Remmers. In der Ausstellung rund um die Lederherstellung im Lorsbachtal beispielsweise geht es um Leder-Alternativen wie die Nutzung von Ananasfasern und damit ebenfalls um das Tierwohl. Der "Freedom Walk" bleibt bis zum Ende der Ausstellung am 7. August geöffnet.

Auf dem Platz vor dem Museum formt Melina am Kreativstand zum Thema "Der Freiheit ein Denkmal setzen" einen Sessel aus Ton. Der bedeute für sie, zu kuscheln, entspannt und friedlich zu sein. "Wer entspannt ist, fügt niemandem Schaden zu", so die Elfjährige, die extra aus Frankfurt nach Hofheim gekommen ist. Damit auch jüngere Kinder zum Zuge kommen, hatte Museumspädagogin Julia Krämer den Workshop "Die Gedanken sind Freiräume" entwickelt. Hier bastelten die Kleinen mit verschiedenen Materialien von Pappe bis Tüll ihren ganz eigenen Raum, in dem sie sich frei fühlen würden wie etwa Pippi Langstrumpf in ihrer "Villa Kunterbunt". Ebenfalls vor dem Museum sorgte der Lions Club Hofheim als langjähriger Sponsor für Essen und Trinken. Der Erlös geht an die Jugendarbeit des Museums. "Wir finden es wichtig, zu zeigen, dass es Spaß macht, sich für andere einzubringen", sagt Lions-Mitglied Wolfgang Sittig.

Besucherzahlen steigen wieder

Einbringen kann sich nun auch wieder das Team des Stadtmuseums. Die Besucherzahlen waren während der Pandemie stark rückläufig, die Einrichtung hatte zwischendurch ein halbes Jahr ganz schließen müssen, Veranstaltungen wie Ausstellungseröffnungen konnten nur in kleinem Kreis oder digital stattfinden, die Werkstätten im Keller, die Künstler zeitweise buchen können, standen leer. Das ist jetzt anders. Man verzeichne nahezu jeden Tag Schulklassenbesuche in der aktuellen Ausstellung, viele Eltern nutzen die Möglichkeit, Kindergeburtstage im Museum auszurichten, und Veranstaltungen wie das inklusorische Projekt "Momente des Erlebens - Offene Museumsführung für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen" können wieder aufgenommen werden, ist Remmers froh. Und weist auf einen weiteren Höhepunkt in diesem Jahr hin: Am Museumstag fiel der Startschuss für die zweite "Taunus-Kunst-Triennale", für die sich Künstler mit professioneller Ausbildung ab sofort bewerben können. Eva-Maria Hohmann

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