Streuobstwiesen prägen den Charakter der Vorderheide, die zwischen der Wohnbebauung am Steinberg und dem Stadtwald liegt.
+
Streuobstwiesen prägen den Charakter der Vorderheide, die zwischen der Wohnbebauung am Steinberg und dem Stadtwald liegt.

Lokales

Hofheim: Baugebiet Vorderheide ist endgültig vom Tisch

  • VonManfred Becht
    schließen

SPD jetzt dagegen - Nach VGH-Urteil ist die Mehrheit futsch

Hofheim -Das Baugebiet Vorderheide sei ohnehin tot, kommentiert Alexander Tulatz, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung. Aber noch ein bisschen mehr gestorben ist das Projekt jetzt schon. Zwar hat die Fraktion keinen formellen Beschluss gefasst, aber gezeigt habe sich, dass das einst von der SPD mit vorangetriebene Wohngebiet keinen Befürworter mehr bei den Genossen im Parlament hat. Damit ist die einstige Mehrheit für das Gebiet definitiv futsch.

Grüne und Linke waren schon immer dagegen

Die Grünen und die Linken waren ohnedies schon immer gegen Baugebiet im Hofheimer Norden, wo auf 11 Hektar 220 Wohnungen für etwa 700 Menschen entstehen sollten. Die BfH hatte sich zur Kommunalwahl personell neu aufgestellt und möchte das Baugebiet ebenfalls nicht mehr. Übrig bleiben CDU, FWG und FDP, die sich zwar zu einem Bündnis zusammengefunden haben, denen im Parlament aber eine Stimme zur Mehrheit fehlt. Dass man ein Baugebiet durchsetzen kann mit der Hoffnung auf Abweichler oder einfach abwesende Stadtverordnete der anderen Fraktionen, daran dürfte niemand glauben.

Bekanntlich hatte der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) im Dezember der Klage des Naturschutzverbandes BUND gegen das Baugebiet stattgegeben. Das Gericht sieht den Eingriff in die Natur als zu groß an, und die Bebauungsdichte ist niedriger, als es nach den Vorgaben des Regionalverbandes sein sollte. Eine Revision gegen das Urteil ist nicht zugelassen - wer den Bebauungsplan retten will, müsste zunächst einmal eine Nichtzulassungsbeschwerde einreichen.

Die SPD gibt der Einschätzung des Gerichts in beiden Teilen recht. "Das Baugebiet passt einfach nicht mehr in die Zeit", sagt Tulatz. Umstritten gewesen sei das ökologisch wertvolle Areal schon immer. Dass die SPD ihre Position geändert hat, wurde sicher dadurch erleichtert, dass sie sich nicht mehr in einer Koalition befindet, und auch die handelnden und maßgeblichen Personen sind zum Teil andere als vor fünf oder zehn Jahren.

Tulatz kündigte an, dass es zur Vorderheide II bereits im Februar Beschlüsse in der Stadtverordnetenversammlung geben soll. Die SPD befinde sich mit anderen Fraktionen im Gespräch, einen ausformulierten Antrag gebe es jedoch noch nicht. Auf die Tagesordnung kommt das Projekt auf jeden Fall - die Linke hat bereits einen Antrag eingereicht, wonach der Magistrat dafür sorgen soll, dass das Gebiet im regionalen Flächennutzungsplan als Wohnbaufläche gestrichen werden soll.

Tulatz: Es gibt keine Chance mehr

Aus den Reihen der anderen Parteien war bislang zu hören, man wolle vor weiteren Entscheidungen die Urteilsbegründung abwarten. Tulatz glaubt aber nicht, dass es irgendeine Chance gibt, nach einer Nichtzulassungsbeschwerde in einem Revisionsverfahren das Baugebiet zu retten. Es handele sich um eine Abwägungsentscheidung des Gerichts, und die seien schwer angreifbar, so Tulatz. Gemeint ist, dass das Gericht verschiedene Aspekte gegeneinander abgewogen hat, in dem Fall vor allem die Notwendigkeiten zur Schaffung von Wohnraum und zum Schutz der Natur.

Tulatz betont außerdem, dass dies nicht bedeute, dass die SPD nicht dafür sei, auf anderen Flächen Wohnungen zu schaffen. Gemeint ist natürlich vor allem das große Baugebiet "Römerwiesen" in Marxheim. Ob daraus was wird? Die Bürgerinitiative gegen dieses Projekt sieht sich durch den Richterspruch zur Vorderheide ermutigt, womöglich auch juristische Schritte zu unternehmen. (Das Kreisblatt berichtete).

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare