Auf dem Gelände hinter dem Baumarkt-Hauptgebäude in der Hessenstraße soll eine große Lagerhalle entstehen.
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Auf dem Gelände hinter dem Baumarkt-Hauptgebäude in der Hessenstraße soll eine große Lagerhalle entstehen.

Wirtschaft

Baumarkt Mobau Braun in Wallau wächst: Das sind die konkreten Pläne

  • vonManfred Becht
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Eine zwölf Meter hohe Lagerhalle soll errichtet werden. Das Unternehmen möchte das Projekt im Jahr 2021 realisieren.

Wallau -Ein Wechsel des Firmenstandortes sei nie ein Thema gewesen, sagt Yannic Dzygoluk von der Geschäftsführung des Baumarktes Mobau Braun in Wallau. Zu gut sei die Lage im Gewerbegebiet des Hofheimer Stadtteils wegen der guten Verkehrsanbindung, und bestens etabliert habe man sich an diesem Standort. Die Konkurrenz durch Baumärkte in der Umgebung ist nicht extrem, auch wenn sie sich durch den neuen Toom in Kriftel verschärfen wird.

Da aber mehr Platz gebraucht wird vor allem für das Lager, muss auf dem vorhandenen Gelände umgebaut werden. "Wir sind schon lange an dem Thema dran", sagt Dzygoluk. Dass die Überlegungen jetzt das Licht der Öffentlichkeit erblicken, liegt daran, dass der Bebauungsplan für das Firmengrundstück geändert werden muss. Das ist ein öffentliches Verfahren, das mit einem sogenannten Aufstellungsbeschluss im Bauausschuss am kommenden Montag eingeleitet werden soll.

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Betroffen ist der gesamte Bereich des Firmengeländes zwischen dem Hauptgebäude an der Hessenstraße mit dem eigentlichen Baumarkt und der Schnellbahnstrecke. Dort befinden sich vor allem verschiedene Lagergebäude und Parkplätze. Allerdings ist die Anordnung nicht optimal, es entstehen lange Wege, Lieferanten und Kunden können sich in die Quere kommen. Immer mehr Kommissionsware braucht Platz. Weil alles nicht optimal organisiert ist, sind die Wege zu lang, die die Gabelstapler zurücklegen müssen - auf die Dauer kostet das Zeit und Geld. Parkplätze gibt es auch nicht genug.

Die Geschäftsführung hat sich daher für die große Lösung entschieden. Das Gelände wird komplett freigeräumt, und eine neue Lagerhalle wird gebaut. Zwölf Meter hoch soll sie werden, genau wegen der Höhe wird der neue Bebauungsplan gebraucht. Die Ladestraße soll zwei- statt einspurig werden. Dann können Lieferanten abladen und firmeneigene Lastwagen bestückt werden, ohne sich gegenseitig und zusätzlich den Kundenverkehr zu behindern.

Für viele Kunden ist es wichtig, dass es Parkplätze gibt, auf denen man einen Personenwagen nebst Anhänger abstellen kann. Früher war es weithin Glücksache, einen solchen Stellplatz zu finden, heute bieten immer mehr Baumärkte solche Möglichkeiten an. Da müssen die anderen mitziehen, da der Wettbewerb nicht nur, aber auch über die Serviceangebote ausgetragen wird.

Gebaut werden soll im Winter - vor allem, weil dann weniger Kunden kommen. Bis zum Herbst ist es nicht mehr zu schaffen, alle Vorbereitungen abzuschließen, also strebt die Firma an, das Projekt im Jahre 2021 zu realisieren. "Das wird eine Herausforderung", sagt Dzygoluk. Aber der Nutzen sei am Ende so groß, dass man die mit einer solchen Bauphase verbundenen Nachteile in Kauf nehmen werde.

Zu den Vorbereitungen, die noch abgeschlossen werden müssen, gehört das jetzt begonnene Bauleitverfahren. Einschließlich aller Verfahrensschritte - unter anderem können Behörden, Institutionen und Privatleute Anregungen und Bedenken vortragen - dauert dieses Verfahren im günstigsten Fall mehrere Monate. Wenn Schwierigkeiten auftauchen, schwerwiegende Einwände etwa, kann es länger dauern, Dzygoluk sieht solche Probleme derzeit aber nicht.

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Zurzeit ist das Unternehmen außerdem mit der Corona-Krise beschäftigt. "Anfangs haben manche den Baumarkt als Freizeitausflug besucht, mit der ganzen Familie", so Dzygoluk. Das hat sich gegeben, nachdem andere Geschäfte wieder öffnen konnten. Viel Farbe sei verkauft worden - offensichtlich sind in der Lockdown-Phase eine Reihe Wohnungen neu gestrichen worden.

Ein besonderes Umsatzplus habe man aber nicht erwirtschaften können, so Dzygoluk. Security und Schutzmaßnahmen kosteten Geld, überdies war der Markt zwei Wochen für Privatkunden geschlossen. Anfänglich habe man sich Sorgen gemacht, aber inzwischen könne man sagen, dass das Unternehmen bislang unbeschadet durch die Krise gekommen ist. So musste auch von den etwa 85 Mitarbeitern keiner in Kurzarbeit gehen. Inzwischen sind nicht nur die Heimwerker, sondern auch alle Handwerker wieder in vollem Umfang bei der Arbeit; nach Dzygoluks Einschätzung haben sie gut zu tun. Das ist in einer Phase starker wirtschaftlicher Probleme sicher eine gute Nachricht - nicht nur für die Baumärkte. 

Von Manfred Becht

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