Der Kreishaus-Teich verschwindet und macht dem geplanten Neubau Platz.
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Der Kreishaus-Teich verschwindet und macht dem geplanten Neubau Platz.

Bauvorhaben

Hofheim: BI Marxheim II hält Kreishaus-Erweiterung für "nicht zeitgemäß"

  • VonBarbara Schmidt
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Bürgerinitiative übt Kritik wegen Verlust des Teichs und an der Art der Bürgerbeteiligung.

Hofheim. -Die Bürgerinitiative (BI) Marxheim II hat wegen der Erweiterungspläne für das Landratsamt einen offenen Brief an Landrat Michael Cyriax verfasst. Was da passieren solle, sei ein Thema im näheren und weiteren Umfeld, sagt BI-Sprecher Helmut Kornmann. Das wisse er aus verschiedenen Reaktionen, die ihn erreicht hätten.

Kritik übt die BI daran, dass nur die direkten Anlieger zu einem Informationsabend über die Baupläne eingeladen worden seien, obwohl es "für die Bürger Hofheims um sehr viel mehr" gehe als um einen Neubau in der Nachbarschaft. Immerhin werde die Parkanlage mit Teich täglich ausgiebig als Naherholungsfläche und "sozialer Treffpunkt" genutzt. Vor allem viele alte Menschen und Familien mit kleinen Kindern kämen hierher. Sie schätzten "die gute Erreichbarkeit und die Ruhebänke". Diese große Erholungsfläche solle den Hofheimer Bürgern nun durch den Erweiterungsbau genommen werden. Denn dass das, was bleibe, von den Planern als solche gesehen werde, nennt die BI "eine Farce". Im Grunde werde nur noch "ein Grünstreifen mit Bänken vor einem beliebigen öffentlichen Gebäude" vom bisherigen Park übrig sein.

Auch die Versiegelung eines großen Teils des Geländes findet die BI kritikwürdig. "Bewusst wird viel Fläche überbaut", statt in die Höhe zu bauen. Den Teich als "Feuchtigkeitsquelle" wegzunehmen, sei ebenfalls "nicht mehr zeitgemäß" und schade dem städtischen Kleinklima, heißt es weiter. Die Bürger sollten auch nicht ihre Vorgärten versiegeln, schreibt die BI, und fordert: "Gehen sie mit gutem Beispiel voran!" Stattdessen werde ein uraltes Bauvorhaben unreflektiert umgesetzt.

Der Standort für den 33 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau entspricht tatsächlich nicht den ursprünglichen Plänen des Kreishaus-Architekten, der in den 1980er Jahren perspektivisch an ein weiteres Gebäude gegenüber dem Bestand gedacht hatte. Informiert hat das Landratsamt über die Erweiterungspläne zudem nicht nur die Anlieger, sondern auch in öffentlicher Pressekonferenz mit dem Architekten am 21. Oktober. Verkürzt stellt die BI zudem Äußerungen des Landrats zur Entwicklung hin zu mehr Homeoffice dar. Dass dieses beim Kreis nicht realisierbar sei, hat Cyriax nie behauptet, er hatte lediglich darauf hingewiesen, dass es nicht in allen Arbeitsbereichen möglich sei, weil manches den direkten Kontakt brauche.

Der Kreis weist per Pressemitteilung auf Neuanpflanzungen und eine geplante Dachbegrünung hin. Es entstehe ein "Park mit Campuscharakter". Gerodet wird noch im Februar der Baugrund rund um den Teich und auch nördlich des Bestandsbaus, von wo die Baustellen-Andienung erfolgt. Gefällt würden "nur so viele Bäume wie nötig", meint Cyriax. babs

Viel Grün auf und am Erweiterungsgebäude versprechen die Planer. Rechts der Altbau des Landratsamtes.

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