RoemerwiesenDorfanger_011220
+
Viel Grün sieht der Rahmenplan für Marxheim II/Römerwiesen vor. In der Mitte ist der sogenannte Dorfanger.

Baugebiet Marxheim II

Hofheim: Bürger-Fragen - Stadt lässt sich viel Zeit

  • vonBarbara Schmidt
    schließen

Die Fragen und Antworten der Bürger zum umstrittenen Baugebiet Marxheim II sind auch nach drei Wochen immer noch nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.

Marxheim -Die Stadt Hofheim hat einen neuen Titel für die "Bürgerversammlung" gefunden, die jetzt schon gut drei Wochen zurückliegt. Laut der eigens geschalteten Webseite roemerwiesen-hofheim.de war die Veranstaltung am 6. November nun ein "Themenabend" zum Rahmenplan Römerwiesen. In diesen haben sich live 766 Personen irgendwann einmal eingeschaltet, die höchste Zahl der aktuellen Zuschauer lag um die 225. Das Video von der rein digitalen Präsentation des Rahmenplans durch den Ersten Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) und Stadtplaner Torsten Becker wurde auch in den Wochen danach noch vielfach angeklickt.

Während des Live-Streams und an den fünf Tagen danach gingen bei der Stadt insgesamt 157 Fragen zum Baugebiet Marxheim II ein. Auf der Webseite gibt es zwar eine Grafik, die zeigt, wie diese sich thematisch aufteilen, von den versprochenen Antworten darauf ist allerdings noch nichts zu sehen. Auch die Fragen, die ja alle vorliegen, sind bislang (zumindest Stand gestern) nicht aufgeführt. 30 Prozent der Fragen wurden laut Stadt, die Betreiberin der Webseite ist, zum Themenkomplex Verkehr/Mobilität gestellt. Die nächstgrößere Fragengruppe ist mit 19 Prozent "Sonstiges" - über deren Inhalte lässt sich also nur spekulieren. Um "Schulen/Soziales" drehen sich 13 Prozent der Fragen, erst an vierter Stelle liegt mit 11 Prozent das Thema "Wohnformen/Bebauung".

Der Rahmenplan selbst wird auf hofheim-roemerwiesen.de nicht weiter vorgestellt. Geboten werden unter dem Stichwort lediglich ein dürrer Text und ein Foto, das einen Blick über das Baugelände weg auf Marxheim und den Taunuskamm zeigt.

Schützenhilfe von der IHK

Während sich in Marxheim die Bürgerinitiative gegen das Baugebiet für den Einstieg in die Stadtpolitik rüstet, hat sich die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt ihrerseits für das Projekt stark gemacht. "MarxheimII/Römerwiesen" sei ein "wichtiges Projekt mit erheblicher Strahlkraft und Vorzeigefunktion für die Region", heißt es in einer Verlautbarung. Auch die Pandemie werde nichts daran ändern, dass die Region ein attraktiver Wirtschaftsstandort bleiben werde und Unternehmen und deren Fachkräfte anziehen werde, so die Einschätzung von IHK-Präsident Ulrich Caspar. Es brauche die zusätzliche Ausweisung von Bauland für Wohnen, Gewerbe und Industrie. Bürgermeister, die bauen wollten, hätten daher die volle Unterstützung seiner Institution.

"Immer wieder große Widerstände"

"Leider erleben wir immer wieder, wie groß die Widerstände vor Ort sind, wollen Kommunen tatsächlich bauen", heißt es weiter. Das sei "individuell zwar nachvollziehbar", die Schaffung von Bauland sei aber "unabdingbar für den Erhalt der Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts", so die Einschätzung der IHK, die als Körperschaft öffentlichen Rechts branchenübergreifend die Unternehmen der Region vertritt. Mit dem Rahmenplan zeige "die Gemeinde Hofheim" auf, "wie zukünftig in der Region gewohnt werden kann".

Dass die Kreisstadt als Gemeinde bezeichnet wird, tut Hofheimern weh. Auch die Einschätzung, dass eine "Entlastung der Frankfurter Straße durch die im Rahmenplan vorgesehene Ortsrandstraße" erfolgen wird, dürfte in Marxheim nicht überall auf Zustimmung treffen. Gelobt wird von der IHK noch, dass Hofheim "auch in der Kommunikation und Prozessausgestaltung" neue Wege gehe. Kommunikation und städtebauliche Planung seien eng verzahnt, die Bürger frühzeitig eingebunden.

Dass parallel zu weiteren Maßnahmen rund um Marxheim II "die über das Gebiet hinausgehenden verkehrlichen Herausforderungen anzugehen" seien, mahnt immerhin auch die IHK an. Auf der Grundlage des Rahmenplanes könnten nun "Eigentümergespräche für eine mögliche städtebauliche Entwicklungsmaßnahme erfolgen", heißt es weiter. Vorher muss dieser Rahmenplan allerdings noch durch die Gremien. Dass diese möglicherweise erst nach der Kommunalwahl eine Entscheidung treffen, hatte Bürgermeister Christian Vogt (CDU) im Marxheimer Ortsbeirat in den Raum gestellt. In diesem Jahr, so hat er fest zugesichert, werde das Thema nicht mehr auf die Tagesordnung kommen. barbara Schmidt

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare