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Seine Telefonkonferenzen wird Bürgermeister Christian Vogt in den nächsten Tagen nicht im Rathaus, sondern von Zuhause aus machen müssen.

Lokalpolitik

Nach positivem Corona-Test: Bürgermeister Christian Vogt muss in Quarantäne

Der Rathauschef wurde positiv getestet. Bisher hat der 41-Jährige nur leichte bis mittlere Symptome. Er muss zwei Wochen in Quarantäne.

Hofheim –Die schlechte Nachricht kam am Samstagnachmittag: Bürgermeister Christian Vogt ist am Freitag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Christdemokrat hat sich vermutlich bei einem Fachbereichsleiter im Rathaus angesteckt. Am Mittwoch soll dessen Infektion bekannt geworden sein.

Vogt berichtet auf Nachfrage dieser Zeitung, er habe bisher nur milde Symptome, genauso wie seine Frau Constanze. Das Gesundheitsamt verfügte die in solchen Fällen übliche 14-tägige Quarantäne. Auch der Stadtverordnetenvorsteher Andreas Hegeler ist betroffen, denn er saß bei einer Pressekonferenz, zu der die Hofheimer CDU anlässlich der Listenaufstellung zur Kommunalwahl ins Café im Alten Rathaus eingeladen hatte, zwar mit Abstand aber doch direkt neben Vogt, der auch Parteivorsitzender der Christdemokraten in der Kreisstadt ist, Hegeler ist ihr Spitzenkandidat für die Wahl am 14. März 2021.

Hofheims Bürgermeister nach positivem Corona-Test: „Fühle mich nicht schlecht“

Das Gesundheitsamt verfolgte noch am Samstag bis in den späten Abend hinein alle Kontakte auf der Liste, die der Bürgermeister gemäß dem in solchen Fällen üblichen Procedere erstellt hatte. Je nach Umständen und Dauer der Kontakte wurden entsprechende Maßnahmen angeordnet.

Er sei "schon perplex" gewesen, als er von seinem positiven Testergebnis erfahren habe, sagt Vogt. Er selbst hatte die milden Symptome, die er zeigt, als eine zu dieser Jahreszeit übliche leichte Erkältung gedeutet. "Ich fühle mich nicht schlecht", konnte der 41-Jährige auch gestern sagen. Die Amtsgeschäfte wird Vogt daher weiter führen, allerdings vom Home-Office aus. Er habe seinen Laptop und alles sonst Nötige bei sich, sagt der Rathaus-Chef.

Leid tue es ihm für alle, "die ich jetzt in Quarantäne gebracht habe", meint Vogt. Betroffen seien im Rathaus seine Sekretärin und ein weiterer Fachbereichsleiter, nicht aber der Erste Stadtrat Wolfgang Exner. Der hatte, genauso wie Hegeler, nicht an einer CDU-Klausur am Wochenende 11./12. Oktober im Rheingau teilgenommen.

Lektüre für die Quarantäne: „Die Pest“ von Albert Camus

Die eigene Quarantäne gelte es mit Gelassenheit zu akzeptieren, sagt der Bürgermeister. Wege gingen jetzt eben "nur noch bis zum Gartenzaun". Für Vogt positiv: "Wir sind zu zweit". Genügend Menschen, die das Paar mit Lebensmitteln und allem sonst nötigen versorgen, gebe es auch. Passenden Lesestoff hat der Rathaus-Chef sich zudem schon herausgesucht: Er werde sich "Die Pest" von Albert Camus mal wieder zu Gemüte führen. "Die habe ich zuletzt in der Schulzeit gelesen".

Vieles wird während der Quarantänezeit nur noch per Telefonkonferenz gehen. Und bei der anstehenden Sitzung des Haupt-, Finanz- und Beteiligunsausschusses werde er fehlen, sagt Vogt. Der Magistrat habe bereits am vergangenen Mittwoch per Telefonkonferenz gearbeitet, das werde auch diese Woche so sein.

Auch weitere Politiker lassen sich auf das Corona-Virus testen

Stadtverordnetenvorsteher Andreas Hegeler will sich am Montag testen lassen. Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Alexander Kurz befindet sich laut Hegeler in Quarantäne, sei aber negativ auf das Virus getestet worden. Für heute Abend hat Hegeler den Ältestenrat zu einer Telefonkonferenz eingeladen, um über das weitere Vorgehen bei den Sitzungen zu beraten. Vorschlagen wolle er, die Ortsbeiräte aufgrund der Entwicklung für die nächste Runde auszusetzen. Möglicherweise werde zudem statt des gesamten Parlaments der Sonderausschuss die beiden letzten Sitzungen für 2020 bestreiten. Er müsste dann auch den Haushalt für 2021/22 verabschieden. Ein rechtssicheres digitales Format für eine Stadtverordnetenversammlung habe man ja leider nach wie vor nicht, bedauert Hegeler. Barbara Schmidt

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