Der Krifteler Freizeitpark gilt als Vorbild für einen möglichen Hofheimer Bürgerpark. Die Idee dazu hatte die FDP.
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Der Krifteler Freizeitpark gilt als Vorbild für einen möglichen Hofheimer Bürgerpark. Die Idee dazu hatte die FDP.

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Hofheim: Bürgerpark - Die Idee kommt gut an

  • VonBarbara Schmidt
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Es gibt aber unterschiedliche Ansichten über den Standort: Die Marxheimer favorisieren das Gebiet am Sportpark Heide.

Marxheim -Die Idee eines "Bürgerparks" für Hofheim hat die FDP aufgebracht. Ihre Vorstellung, einen solchen Park zwischen Marxheim und Diedenbergen zu platzieren, und zwar auf den aussichtsreichen Äckern oberhalb der Heinrich-Weiss-Straße, erhielt im Ortsbeirat Marxheim allerdings keine Zustimmung. Einen Bürgerpark an sich begrüßten die Fraktionen in der Stadtteilvertretung aber unisono. Etwas in der Art des Krifteler Freizeitparks fehle in der Kreisstadt komplett. Und gerade Corona habe noch einmal gezeigt, wie sehr Menschen, die keinen eigenen Balkon oder Garten haben, solche Orte brauchten.

Gar nicht teilen kann Grünen-Vertreter Oliver Christ die Einschätzung, die der FDP-Stadtverordnete Ralf Weber im Ortsbeirat vertrat. Dass die Flächen zwischen Marxheim und Diedenbergen wegen der Hochspannungsleitung, die darüber hinweg läuft, anderweitig nicht nutzbar seien, "erstaunt mich schon", so Christ. "Das ist nicht nachhaltig gedacht." Immerhin seien die Flächen landwirtschaftlich genutzt und das sei eine wichtige und wertvolle Nutzung. Sein Fraktionskollege Dr. Johannes Kaiser ergänzte, gerade hier Bäume, die es für einen Park ja brauche, pflanzen zu wollen, sei schon wegen der Hochspannungsleitungen kaum möglich. Zudem würde man sich die grandiose Aussicht in Richtung Frankfurt, die schon jetzt das gesamte Gebiet oberhalb der Straße beliebt bei Spaziergängern mache, mit einer Bepflanzung verstellen.

Gegen den von der FDP favorisierten Standort spreche zudem, dass das Land in Privatbesitz sei und erst erworben werden müsste. Auch die Kritik am vorhandenen Radweg, den die Liberalen durch einen "vernünftigen" Fahrradweg ersetzt sehen wollen, konnte im Ortsbeirat so recht niemand teilen. Es handele sich um einen von drei Radwegen, die sie in Hofheim überhaupt nur kenne, so die Grüne Gabriele Colpe-Decker. Kristin Seitz (CDU) gab zu bedenken, das Gelände falle hier ab. Da seien größere Erdbewegungen nötig, wenn hier gut begehbare Wege und Dinge wie eine Boule-Bahn entstehen sollten.

Vinzent Weber (SPD) machte deutlich, dass sich die Fraktionen in einem Gespräch vorab verständigt hätten, dass der Sportpark Heide ein deutlich geeigneterer Standort sei. Der solle zudem im Rahmen des Sportentwicklungsplanes für Hofheim ohnehin überdacht und möglicherweise verändert werden. Besonders groß sei der Vorteil, dass sich das Gelände komplett in städtischem Besitz befinde, wie Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) bestätigen konnte. Auch genügend Parkplätze sowie eine Wegeverbindung für Fußgänger und Radfahrer in Richtung Marxheim und Hofheim sei vorhanden, sie lasse sich sicher ertüchtigen, wo nötig, machte Silvia Stengel (FWG) deutlich.

Ralf Weber hielt dagegen, diese Wege seien dann nicht beleuchtet. Und einen Bürgerpark "auf der grünen Wiese" zu planen, um dann mit dem Auto dorthin zu fahren, sei "eine ganz schlechte Idee". Das Gelände am Sportpark Heide kenne er gut, weil er selbst in der Nähe wohne und dort viel spazieren gehe. Hier fürchte er eher eine Konkurrenz-Situation zwischen Sportlern und Park-Nutzern. Sozialdemokrat Vinzent Weber sieht eher "Synergieeffekte", denn auch ein Park eigne sich zum Beispiel für ein Aufwärmtraining oder eine Jogging-Runde.

Die Grünen-Stadtverordnete Christa Katzenbach schlug vor, die Bürgerpark-Idee nicht nur an die Überlegungen für eine Modernisierung des Sportparks Heide anzubinden, sondern auch eine Bürgerbeteiligung einzuplanen. Das fand die einhellige Zustimmung des Ortsbeirats, der noch gespannt auf das Votum der Nachbarn in Diedenbergen ist, die am kommenden Donnerstag, 18. November, (20 Uhr, Evangelisches Gemeindehaus) tagen. babs

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