Tausende Besucher feierten Jahr für Jahr am Dienstag nach Pfingsten den Wäldchestag in der Hofheimer Altstadt - 2013 zum letzten Mal in der gewohnten Form mit Musik, Speis und Trank.
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Tausende Besucher feierten Jahr für Jahr am Dienstag nach Pfingsten den Wäldchestag in der Hofheimer Altstadt - 2013 zum letzten Mal in der gewohnten Form mit Musik, Speis und Trank.

Kommunalwahl

Hofheim: CDU will Wäldchestag wiederbeleben

  • vonManfred Becht
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Die Hofheimer Union hat viele Ideen: Das reicht von der internationalen Schule bis zum Planetarium.

Hofheim -Keine Frage, die Hofheimer CDU hat sich eine ganze Menge Ideen einfallen lassen, wie sie um Stimmen bei der Kommunalwahl am 14. März wirbt. Eine zweite Straßenbrücke über die L 3011 und Bahnstrecke soll gebaut werden (Text rechts), die Fußgängerzone in der Altstadt soll größer werden, ein Abenteuerspielplatz soll her und eine internationale Schule. Außerdem soll es den Wäldchestag wieder geben oder ein ähnliches Fest. Und ein Planetarium.

Das sind nur einige Punkte aus dem sechsseitigen Programm, das die Christdemokraten vorgestellt haben. "Das Programm beinhaltet Kontinuität und innovative Ansätze", fasst CDU-Vorsitzender Christian Vogt, im Hauptberuf Kreisstadt-Bürgermeister, zusammen. Mit wem all das verwirklicht werden soll, dazu lässt sich die CDU auf keine Diskussionen ein. Man werde nach der Wahl mit allen anderen Fraktionen sprechen, außer den Linken, und bewerten, mit wem es die meisten Gemeinsamkeiten gebe, so Fraktionschef Alexander Kurz. Natürlich wolle die CDU stärkste Partei bleiben - bei der letzten Kommunalwahl erreichte sie 29,6 Prozent der Stimmen und damit 13 Sitze in der Stadtverordnetenversammlung - von insgesamt 45. Zurzeit gibt es eine Koalition aus CDU, SPD, FWG und FDP.

Die Union wird grüner

Es fällt auf, wie sehr ursprünglich "grüne" Themen ins Programm der Union vorgedrungen sind. Die CDU möchte Car- und Bike-Sharing-Angebote einführen; sie möchte, dass alle weiterführenden Schulen mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Mehr Radwege sollen her, auch für die Stadtteile. Bestehende Bebauungspläne sollen überarbeitet werden, nach Kriterien der Stadtentwicklung und der Ökologie. Nicht nur sollen Elektro-Ladesäulen auf öffentlichen Plätzen installiert werden, für Elektroautos sollen auch die Parkgebühren wegfallen. Ein Stadtklima-Programm soll unter anderem mehr Bäume nach Hofheim bringen, Solarstrom auf privaten und öffentlichen Dächern soll stärker gefördert werden. Und ein Nachhaltigkeitsbeirat eingerichtet werden.

Neuer Standort für Musikschule

Einen auffälligen Schwerpunkt setzt die Hofheimer CDU beim Thema Bildung. Dass die Musikschule längerfristig einen neuen Standort bekommen soll, wo sie mehr Platz als jetzt im Pfälzer Hof hat, ist ein neuer Aspekt in der Hofheimer Politik. Aber die Christdemokraten wünschen sich neben der Pflegeschule auch eine internationale Schule - und ein Planetarium. Hofheim soll sogar Hochschulstandort werden. "Wir bekommen keine eigene Universität", stellt Vogt klar. Aber es gebe Hochschulen mit kleinen, in der Fläche verteilten Standorten, da gebe es womöglich Chancen.

Standorte für all diese Dinge gibt es noch nicht, auch nicht für den Abenteuerspielplatz, den die Union realisieren möchte. Die einst für ein solches Projekt vorgesehene Drachenwiese an der Frankfurter Straße komme nicht mehr infrage, heißt es. Eine Hundewiese, wo die Besitzer ihre Vierbeiner ohne Leine laufen lassen können, ist für die CDU an der Viehweide oder am Sportpark Heide vorstellbar.

Aber zurück in die Innenstadt: Sie müsse städtebaulich weiter aufgewertet werden. Dazu gehören Busbahnhof und Bahnhof, aber ausdrücklich strebt die CDU auch eine Erweiterung der Fußgängerzone an, etwa in die untere Hauptstraße und in die eine oder andere Seitenstraße hinein. Ein Verschönerungswettbewerb und mehr Sauberkeit sollen die Optik verbessern.

Und die Innenstadt bleibt ein Platz zum Feiern - die CDU will den Wäldchestag wiederbeleben oder zumindest ein vergleichbares Fest in Hofheim initiieren. Den Wäldchestag, der jahrzehntelang vom Verein Industrie, Handel, Handwerk (IHH) am Dienstag nach Pfingsten organisiert wurde, vermissen viele Hofheimer, seit er 2013 in seiner bekannten und bewährten Form eingestellt wurde.

Eine zweite Autobrücke soll her

Das Baugebiet Marxheim II (Römerwiesen) wird sicher eines der dominierenden Themen der neuen Wahlperiode in Hofheim werden. "Wir können nicht ignorieren, dass so viele Menschen nach Hofheim wollen", sagt dazu CDU-Fraktionschef Alexander Kurz. Es gebe zu dem Baugebiet keine Alternative - die Union hält an dem Projekt also auf jeden Fall fest. Zur konkreten Ausgestaltung allerdings sei man bereit, auf Vorstellungen aus der Bürgerschaft einzugehen. Die CDU geht auch davon aus, dass das Baugebiet auf breite Akzeptanz stößt. "Viele können sich mit Marxheim II anfreunden, wenn wir den Verkehr in den Griff bekommen", so auch der CDU-Stadtverordnete Patrick Freiherr von Rosen. Darauf zielt auch der Vorschlag einer zusätzlichen Straßenbrücke über die L 3011 und die Bahn ab. Ein Steg für Fußgänger und Radfahrer ist weitgehender Konsens in Hofheim, über eine Straßenbrücke wurde bisher nur am Rande gesprochen. Platz dafür gäbe es vermutlich nur auf der Trasse der B 519 (neu). Nimmt die CDU das Thema in Angriff, wird es eine spannende Diskussion.

Manfred Becht

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