Hofheims Wirtschaftsförderer Thorsten Kolar, Lorsbachs Ortsvorsteher Dieter Kugelmann, Bürgermeister Christian Vogt, Erster Stadtrat Wolfgang Exner und HWB-Geschäftsführer Norman Diehl (v. l.) vor der alten Nahkauf-Filiale.
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Hofheims Wirtschaftsförderer Thorsten Kolar, Lorsbachs Ortsvorsteher Dieter Kugelmann, Bürgermeister Christian Vogt, Erster Stadtrat Wolfgang Exner und HWB-Geschäftsführer Norman Diehl (v. l.) vor der alten Nahkauf-Filiale.

Bauprojekt

Hofheim: Chance für neuen Lebensmittelmarkt in Lorsbach

  • vonManfred Becht
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Die stadteigene HWB baut in der Lorsbacher Ortsmitte einen Komplex mit Geschäft, Kita und Wohnungen.

Lorsbach. -Vor fast fünf Jahren, im Herbst 2015, brannte es im Nahkauf-Laden am Lorsbacher Bahnübergang. Sichtbares hat sich seitdem nicht getan, und noch wird nichts gesagt über den Zeitpunkt, an dem die Lorsbacher dort wieder Nudeln, Butter, Äpfel und Wurst einkaufen können. Die stadteigene Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) nämlich möchte dort einen Neubau hochziehen - mit Einzelhandel, Kinderbetreuung und Wohnungen. Vertreter von Stadt und HWB stellten gestern Einzelheiten vor.

Wobei es so viele Einzelheiten bislang nicht vorzustellen gibt. Da es keinen Bebauungsplan gibt, müsse sich der Neubau an die Umgebungsbebauung anpassen, so HWB-Geschäftsführer Norman Diehl. Nach seinen Vorstellungen kann das Gebäude zwei bis drei Geschosse bekommen. Für die Autos soll eine Tiefgarage her. "Parkplätze sind immer schwierig, aber das kriegen wir gelöst", ist Diehl optimistisch.

Dass es noch nicht mehr Details gibt, liegt auch daran, dass die Lorsbacher ein Mitspracherecht haben sollen. Bürgermeister Christian Vogt kündigte ein Bürgerbeteiligungsverfahren an, wie es in Hofheim inzwischen bei solchen Projekten üblich sei. Wichtig ist die Beteiligung der Lorsbacher aber auch später, denn sie sollen in einem neuen Lebensmittelgeschäft ja auch einkaufen. Thorsten Kolar, der im Rathaus für die Wirtschaftsförderung zuständig ist, würde es ungerne noch einmal erleben, dass viele wie in Langenhain und Wildsachsen nach einem Geschäft rufen, dieses dann aber nicht nutzen.

In Lorsbach hat es lange Verhandlungen und Gespräche gegeben, schon als der frühere Laden noch bestand. Details waren nie zu erfahren, aber zu hören war, dass andere Interessenten angesichts der geforderten Ladenmiete abgewunken haben. Daher überrascht es nicht, dass Stadt und HWB jetzt von schwierigen und langwierigen Verhandlungen gesprochen haben.

Es gab offenbar nicht nur einen Grundeigentümer und einen Erbpachtnehmer, dem das Haus gehörte. Hinter beiden Parteien steckten jeweils mehrere Personen. Inzwischen haben alle unterschrieben bis auf einen, der in Los Angeles lebt, seine Unterschrift aber zugesagt hat. HWB-Chef Diehl ist zuversichtlich, dass es daran jetzt nicht mehr scheitern wird.

Wer in dem Neubau ein Geschäft eröffnen soll, das steht bisher nicht fest. Herauszuhören war, dass es eventuell um mehrere Geschäfte gehen könnte. Erste Gespräche seien geführt worden, berichtete die HWB. Die möchte jetzt erst einmal ein Grundkonzept erarbeiten, damit in die Bürgerbeteiligung gehen und mit dem Ergebnis Architekturbüros beauftragen. Zu rechnen sei mit dem Beginn der Bauarbeiten im Jahre 2022.

Dass in dem neuen Gebäude an der Bahnschranke auch eine Einrichtung für die Kinderbetreuung untergebracht werden soll, ist eine Erklärung dafür, warum der Magistrat die eigentlich geplante Aufstockung des Kindergartens in der Talstraße abgesagt hat. Angesichts rückläufiger Steuereinnahmen mussten Projekte gestoppt oder geschoben werden, getroffen hat es den Umbau des Busbahnhofes in Hofheim und den Lorsbacher Kindergarten.

Wie die Lorsbacher darauf reagieren, wird sich erst noch herausstellen, war die Erweiterung des Kindergartens doch wiederholt als dringend bezeichnet worden. Spannend ist außerdem, wie auf dem 1300 Quadratmeter großen Grundstück neben Laden und Wohnungen noch eine Kindertagesstätte untergebracht werden kann; schließlich brauchen solche Einrichtungen Außenflächen. Dass es sich um ein städtebaulich anspruchsvolles Vorhaben handelte, das räumte Erster Stadtrat Wolfgang Exner beim Ortstermin ein. Er begrüßte es bei der Gelegenheit, dass die Stadt mit der HWB ein Instrument habe, mit dem Projekte durchgeführt werden könnten, an die sich private Investoren nicht herantrauen. bt

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