Die MTS-Schüler Niklas Schmidt, Anton von Cornberg und Viktoria Ciesluk (von links) haben das Abi in der Tasche.
+
Die MTS-Schüler Niklas Schmidt, Anton von Cornberg und Viktoria Ciesluk (von links) haben das Abi in der Tasche.

Schule

Hofheim: "CoronAbi 2020" ist unter Dach und Fach

  • vonBarbara Schmidt
    schließen

Kein Abi-Streich, kein Abi-Ball, aber es ist geschafft: So erlebten die drei MTS-Abiturienten Viktoria, Anton und Niklas die Prüfungen.

Hofheim. Anfang April, nach den schriftlichen Prüfungen, hatten sie schon einmal von ihren Eindrücken rund um ein Abi in Corona-Zeit berichtet. Viktoria Ciesluk aus Hattersheim, Anton von Cornberg aus Hofheim und Niklas Schmidt aus Kriftel sind drei der 160 aktuellen Abiturienten an der Main-Taunus-Schule. In der vergangenen Woche hatten sie ihre letzten mündlichen Prüfungen. Jetzt ist es geschafft, das "CoronAbi 2020" - wie das ausgetauschte Motto des Abschlussjahrgangs lautet.

Die Spannung zu halten, war nicht leicht

"Davon werde ich wohl noch meinen Kindern erzählen", hatte Viktoria Ciesluk schon im April gemeint, als das schriftliche Abi in einer geisterhaft wirkenden, weil völlig leeren Schule über die Bühne gebracht war. Froh war sie genauso wie ihre Mitschüler damals schon, dass nach Wochen des Lernens die Abschlussprüfungen tatsächlich durchgeführt wurden. Das ist geblieben. Doch dass nach den Osterferien die Abiturienten nicht mehr zurückkehren konnten in die Schule, "diese zwei Monate Pause", das hat die 18-Jährige als Manko empfunden. "Es war schwer, sich allein noch mal zum Lernen aufzuraffen. Man hat die Mitschüler nicht mehr gesehen, konnte sich nicht mehr gegenseitig motivieren und hat dann doch weniger gemacht, als es sonst der Fall gewesen wäre", glaubt Viktoria.

Mit Vorfreude auf das ganze Drum und Dran, von Abi-Streich bis Abschlussball, war's auch nichts mehr. "Insgesamt war die Luft draußen", fasst die Abiturientin zusammen. Den angepeilten Notenschnitt von 1,6 hat sie knapp verfehlt. "Jetzt ist es eine 1,7", sagt die junge Frau, die sich auch im Abi-Komitee engagiert hatte. Nachdem das allermeiste, wofür sie Geld gesammelt und Vorbereitungen getroffen hatten, geplatzt ist, hätten manche nicht mal mehr für eine stilvolle Überreichung der Abi-Zeugnisse kämpfen mögen.

Die soll es nun am 27. Juni aber geben, wenn auch verteilt auf zwei Gruppen von je 80 Schülern, mit Tutoren und LK-Lehrern, aber ohne Eltern, im Zelt auf dem Schulhof. Und Viktoria freut sich, dass ihr Traum, dabei die Schüler-Rede zu halten, Wirklichkeit wird. Die Pläne, erst einmal Geld zu verdienen und zu reisen, hat sie indes an den Nagel gehängt. Sie will nun gleich ein Studium in Sachen Medien beginnen.

Anton von Cornberg fand die mündlichen Prüfungen unter Corona-Bedingungen "eigentlich ganz gut". Weil so wenige Schüler in der MTS waren, sei es insgesamt sehr ruhig gewesen. "Das war gut, um sich zu konzentrieren."

Der Traum von einer Zeit im Ausland lebt

Sein Ziel, eine Zwei vor dem Komma zu schaffen, hat er am Ende nicht erreicht, eine 3,0 ist es geworden. Die Sportprüfung in Handball durfte nicht sein - zu viel Nähe - also war Sporttheorie gefragt. Unfair sei das nicht gewesen, sagt der 18-Jährige. Aber eben auch nicht ganz das, was er gern gezeigt hätte. Für Anton zählt: "Ich hab' es geschafft." Und statt der erträumten Ausbildung in Hongkong, macht er jetzt eine in der Weltstadt Hamburg bei einer weltweit agierenden Spedition. So, hofft Anton, werde der Traum von einem Auslandsaufenthalt auf längere Sicht vielleicht doch noch wahr.

Niklas Schmidt träumt diesen Traum noch. Der 18-Jährige will nach wir vor erst mal ins Ausland, nach Kanada, wenn auch jetzt erst im Herbst, nicht bereits im Juli, wie vor Corona geplant. Über die mündlichen Prüfungen kann er nicht meckern. "Es ist super gelaufen", sagt er und freut sich, dass eine 2,1 auf seinem Abi-Zeugnis stehen wird. Wie Anton sieht er aber für die Stufe Q 2, die im kommenden Jahr Abi macht, schon einen Nachteil, dass aufgrund der Corona-Vorsichtsmaßnahmen keiner der Jüngeren bei den Prüfungen zuschauen durfte, wie er selbst es noch im letzten Jahr konnte.

Dass der nächste Jahrgang durch die Pandemie eher noch mehr Nachteile hat, weil jetzt schon viel Präsenzunterricht nicht stattfinden konnte, sind sich alle drei aktuellen Abiturienten einig. "Ich kann nur für sie hoffen, dass es nicht wieder schlimmer wird", sagt Anton von Cornberg, "und dass sie genauso eine Chance auf ein reguläres Abi bekommen wie wir." (Von Barbara Schmidt)

Um das Virus geht auch hier: Rund 200 Menschen kommen jede Woche in die Hofheimer Corona-Ambulanz. Im Verhalten der Patienten habe sich in den vergangenen Monaten einiges verändert. Nicht immer zum Besseren, meint Dr. Stefan Weier.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare