Das Haus am Roedersteinweg: Nach der Kernsanierung ist ein Service-Wohnen für Senioren geplant.
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Das Haus am Roedersteinweg: Nach der Kernsanierung ist ein Service-Wohnen für Senioren geplant.

Seniorenwohnen

Hofheim: Das Haus Maria Elisabeth ist verkauft

  • vonBarbara Schmidt
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Eine wertvolle Immobilie am Hofheimer Kapellenberg hat den Besitzer gewechselt. Die Kelkheimer Projektgesellschaft Horn will das Bestandsgebäude des einst renommierten Altenheims sanieren. Geplant sind moderne Seniorenwohnungen.

Hofheim -Das Altenheim Haus Maria Elisabeth hat den Eigentümer gewechselt. Die Projektverwaltungsgesellschaft Horn aus Kelkheim ist mit dem bisherigen Besitzer der Immobilie, der Katholischen Wohltätigkeitsanstalt zur heiligen Elisabeth (KWA) über den Kauf handelseinig geworden. Das bestätigte Geschäftsführer Günter Horn auf Anfrage dieser Zeitung. Welche Summe sein Unternehmen für das rund 6300 Quadratmeter große Grundstück und das Bestandsgebäude an die KWA überweist, solle vertraulich behandelt werden, sind sich die Vertragspartner einig.

Die Stadtverordnetenversammlung hatte das Grundstück mit einer Veränderungssperre belegt, um zu verhindern, dass es zum Spekulationsobjekt für Investoren würde. Immerhin handelt sich bei dem Gelände am Hofheimer Kapellenberg um eine der ersten Lagen im Main-Taunus-Kreis. Der soziale Zweck, zu dem das Grundstück den Schwestern von der heiligen Elisabeth von den Vorbesitzern Dr. Martin und Lucie Rohmer vermacht worden war, sollte dauerhaft gewahrt bleiben.

Dass das Grundstück weiter dem Zweck dienen soll, hier alten Menschen einen Ort für ihren Lebensabend anbieten zu können, sagt Günter Horn, stehe auch für ihn außer Frage. Von einem "Service-Wohnen für Seniorinnen und Senioren im Main-Taunus-Kreis" ist die Rede. Das Angebot in diesem Bereich sei im Kreis noch viel zu gering, ist der Kelkheimer überzeugt. Eine Erfahrung, die ihn mit dazu veranlasst hat, sich mit seinem Unternehmen auf dieses Neuland zu wagen. Wohnraum für an die 70 Personen könne das Haus am Roedersteinweg auch künftig wohl bieten, glaubt Horn.

Aktuell leben noch sieben Bewohnerinnen und Bewohner im Haus Maria Elisabeth. Sie hoffen, Mitte Juni in den Neubau des Martha-Else-Hauses umziehen zu können, dessen Fertigstellung sich noch einmal leicht verzögert hat.

Der bisherige Träger des Altenheims Haus Maria Elisabeth, der Elisabeth-Vincenz-Verbund (EVV) mit Sitz in Berlin, hatte den Weiterbetrieb des Hauses aus den 1970er Jahren im Herbst 2019 überraschend für unwirtschaftlich erklärt und die Schließung zum 30. Juni 2021 angekündigt. Nach eigenen Angaben war es nicht gelungen, die Einrichtung, in der es einen Sanierungsstau gibt, an einen anderen Betreiber zu veräußern. Die Art und Weise des Vorgehens hatte in Hofheim für Kopfschütteln, viel Protest und sogar für eine Unterschriftenaktion gesorgt. Nun plant der EVV, die Immobilie am Roedersteinweg am 21. Juni in festlichem Rahmen offiziell an die neuen Eigentümer zu übergeben.

Die wollen Haus und Grundstück auch dauerhaft in ihrem Eigentum behalten und sich einen professionellen Partner aus dem Altenpflegebereich suchen, der die nötigen Service-Leistungen sicherstellt. Das Bestandsgebäude, das im jetzigen Zustand brandschutzrechtlich so nicht weiterbetrieben werden darf, soll kernsaniert werden.

Eine genauere Prüfung, was nötig und machbar ist, sei aber erst nach der Übernahme möglich, sagt Horn. "Schick" und vor allem modernen Komfort-Anforderungen entsprechend solle es werden, verspricht Horn. Für die Energieversorgung ist an ein Blockheizkraftwerk gedacht. Das Gebäude solle natürlich auch energetisch auf den aktuellen Stand gebracht werden, heißt es. Eine bauliche Ertüchtigung, wo diese notwendig sei, will Horn nicht ausschließen. Beauftragt werde ein Architekturbüro, das sich mit den Anforderungen an ein Seniorenwohnen auskenne.

Die Prüfungen, Planungen und Vorbereitungen sollen direkt nach der Übergabe beginnen. Abhängig von den nötigen Genehmigungen, hofft die neue Eigentümerin auf einen Start der Sanierung im kommenden Jahr, so dass es realistisch sei, im Jahr 2023 hier wieder Wohnraum für alte Menschen aus dem Kreis in bester Lage anbieten zu können. Über die Kosten lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt und bei so vielen ausstehenden Prüfungen noch nicht viel sagen, so Günter Horn. Der Projektentwickler rechnet aber mit einem "mittleren siebenstelligen Betrag", der hier investiert werden muss.

Bürgermeister Christian Vogt (CDU) reagierte gestern auf Anfrage verhalten auf die neue Entwicklung. Der Stadt sei davon nichts bekannt. Gut sei sicher, wenn man jetzt nach vorn schauen könne und es am Roedersteinweg zu keinem langen Leerstand komme. Er sei nun so gespannt wie wohl die ganze Stadtgesellschaft, bei der das Thema groß im Fokus sei, was der Investor präsentieren werde. Die Stadt hatte vergebens versucht, über einen Weiterbetrieb des Hauses mit dem bisherigen Träger EVV ins Gespräch zu kommen. Sie war daraufhin mit dem Kreis überein gekommen, an der Kurhausstraße im Park der früheren Kurklinik ein Senioren-Wohnprojekt anzugehen. Auswirkungen auf dieses Projekt sieht Vogt durch die neue Entwicklung nicht. "Das sind andere Ansätze", meint der Rathauschef.

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