Mona Thomas in der Werkstatt ihres Vaters in Hofheim - mit ihrem Skateboard.
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Mona Thomas in der Werkstatt ihres Vaters in Hofheim - mit ihrem Skateboard.

Karriere

Hofheim: Designerin ist Monas Traumjob

  • vonStephanie Kreuzer
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In Handarbeit entstehen bei Mona Thomas nicht nur extravagante Brillen. Die 23-Jährige entwirft auch Armbänder, Ketten, Taschen - und Skateboards.

Hofheim/Hattersheim. "Viele denken, dass ich das alles - in großen Stückzahlen - in Asien produzieren lasse, aber dem ist nicht so", betont Mona Thomas, "denn das ist keine Massenproduktion, sondern komplett Handarbeit." Die 23-jährige Hattersheimerin nutzt nämlich seit zwei Jahren die Werkstatt ihres Vaters in Hofheim. Als Messe- und Modellbauer für Architekten arbeitet dieser viel mit Acryl und hat die entsprechenden Maschinen, um das Material zuzuschneiden.

"Dort kann ich auch eine spezielle Software für das digitale Design verwenden, um meine Ideen zu verwirklichen und meine Entwürfe schließlich selbst zusammenzubauen." Billigware aus Fernost ist nicht ihr Ding, und um Gewinnmaximierung geht es Mona Thomas wahrlich nicht.

"Ich will in dieser Branche mitmischen"

Ihr Interesse an Mode, Werbung und Design drückte sich schon im Leistungskurs Kunst aus, und nach dem Abitur an der Main-Taunus-Schule 2014 ging es für sie nach New York. In einer PR-Agentur, die Modefirmen bei der Fashion Week unterstützte, konnte sie hinter die Kulissen blicken: "Dabei habe ich gemerkt, dass mich das inspiriert und ich in dieser Branche mitmischen will." Für Modemarken Werbung zu machen, war also zunächst ihr Plan, und so startete sie 2015 an der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach ein Kommunikationsdesign-Studium.

"Allerdings bekam ich als Grafikdesignerin keine Jobs, und dieses typische Agenturklima sagte mir nicht so zu, also habe ich auf eigene Faust etwas angefangen und einfach mal ,gemacht'; das liegt mir sowieso am besten." Denn im Sommer 2018 hatte sie eine Art "Geistesblitz", wie sie sich erinnert: "Schon als Kinder malten wir immer so ein S-förmiges Symbol mit Kreide auf die Straße, und das verwendete ich nun für eine markante Brille." Auf ihrem Instagram-Account präsentierte sie das stylische Accessoire, das rasch Aufmerksamkeit auf sich zog. Sogar für international bekannte Künstler wurde die Brille zum "Must-have", und so war sie bereits an mehreren Promis wie Topmodel Barbara Palvin oder US-Schauspieler Dylan Sprouse zu sehen, aber auch Musiker wie der deutsche Rapper UFO361 oder US-Rapperin Black Chyna wollten nicht darauf verzichten, und sogar in Musikvideos und beim TV-Sender Pro7 kam sie zum Einsatz.

"Inzwischen habe ich noch weitere Produkte - wie Armbänder, Ketten, Taschen oder auch ein Skateboard - entwickelt, die ich in meinem eigenen Online-Shop anbiete", erzählt die Jung-Designerin. "Für mich ist es erfüllend, zu sehen, wenn andere Leute meine Sachen tragen oder nutzen und sich damit gut fühlen."

Auch teils noch fiktive Ideen, beispielsweise ein Parfum, präsentiert sie auf www.hunidesign.com, um ihr Portfolio zu erweitern und sich eine Visitenkarte zuzulegen. Grundsätzlich designt sie, was ihr gefällt, "egal, wie crazy das ist, denn das macht den Reiz aus", aber vermehrt würden auch gezielte Wünsche an sie herangetragen.

Studienabschluss kann sie nachholen

Selbst entworfen und gezeichnet hat sie auch ihr Logo, inspiriert vom Stil der 90er Jahre und der Techno-Ära. "Huni" - so der Kosename, den Mona Thomas von ihrer Schwester verpasst bekam - mit den vier Punkten ist inzwischen ihr Markenzeichen. Eine Wortmarke, die sie zwar in der EU hat schützen lassen, aber der weltweite Schutz, gar für die Wort-Bild-Marke, wäre für sie als Studentin unerschwinglich gewesen. So hat sie immer mal wieder mit Wettbewerbern zu kämpfen, die ihr Logo kopieren, und fühlt sich gewissermaßen machtlos.

Apropos Studium: Froh ist sie darüber, dass die HfG viel Verständnis zeigt. "Die unterstützt das, wenn Studenten etwas finden, was ihnen Spaß macht und womit sie Geld verdienen. Meinen Abschluss kann ich also jederzeit später nachholen!" Sowieso sei es als "Mädchen" schwierig, sich in der Designer-Szene zu etablieren: "Erst, wenn man sich ein gewisses Netzwerk aufgebaut hat, wird es leichter, davon leben zu können." Stephanie Kreuzer

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