Der Weltwassertag am heutigen Montag will auf den "Wert des Wassers" aufmerksam machen und vor allem für den Umgang mit dem wertvollen Gut sensibilisieren. Foto: dpa
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Der Weltwassertag am heutigen Montag will auf den "Wert des Wassers" aufmerksam machen und vor allem für den Umgang mit dem wertvollen Gut sensibilisieren.

Weltwassertag

Hofheim: Die Grundwasserstände müssen sich nachhaltig erholen

  • vonStephanie Kreuzer
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2020 war das dritte zu trockene Jahr in Folge. Bis aus Niederschlag Grundwasser wird, können Jahre vergehen.

Hofheim -Bundesweit ist der Wasserverbrauch im Haushalt seit rund 30 Jahren deutlich rückläufig, aber immer noch nutzt jeder rund 120 Liter - aufwendig aufbereitetes Wasser in Trinkwasserqualität - pro Tag allein zum Trinken, Kochen, Duschen, Waschen oder Putzen. Für uns eine Selbstverständlichkeit, gilt doch Deutschland als wasserreiches Land. Der heute, am 22. März, zum 28. Mal stattfindende Weltwassertag will allerdings auf den finanziellen, ökologischen, sozialen und kulturellen "Wert des Wassers" aufmerksam machen und Menschen für den Umgang mit Wasser sensibilisieren.

Probleme für die Landwirtschaft

Dass generell bewusster mit der Ressource umgegangen werden muss, haben nicht zuletzt die drei aufeinanderfolgenden trockenen Sommer und gerade auch die damit verbundenen Probleme für die Landwirtschaft deutlich gemacht. Denn die Niederschläge waren niedriger als der langjährige Schnitt - so fielen in Hessen im 30-jährigen Mittel (1971-2000) rund 845 Millimeter Niederschlag pro Jahr. Das Jahr 2020 war mit einem landesweiten Mittelwert von 657 Millimeter das dritte zu trockene Jahr in Folge. Bis aus Niederschlag Grundwasser wird, können Jahre vergehen, und dafür spielt nicht nur die Regenmenge eine Rolle, sondern auch das Tempo, mit dem Niederschläge ihren Weg zur Grundwasser führenden Schicht zurücklegen. Nur rund 12 Prozent des Regens wird zu Grundwasser, dringt also tief in den Boden ein. Das restliche Wasser verdunstet, versickert oder fließt oberflächlich ab.

Der aktuelle "Wasserwirtschaftliche Monatsbericht" des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zeigt, dass die Grundwasserstände aufgrund der langanhaltenden Trockenheit vielerorts messbar zurückgegangen sind. Damit sinken auch die Reserven für die öffentliche Wasserversorgung. Üblicherweise findet die Regeneration der Grundwasservorräte, also die Grundwasserneubildung, im hydrologischen Winterhalbjahr (November bis April) statt, während von Mai bis Oktober die Vegetation einen Großteil der Niederschläge direkt verbraucht, die Grundwasserstände also absinken. Die Niederschlagsmenge von November 2020 bis Februar 2021 fiel allerdings 20 Millimeter beziehungsweise 8 Prozent niedriger als im langjährigen Mittel (1991-2020) aus. Das Niederschlagsdefizit seit Januar 2018 betrug Ende Februar 2021 immer noch 281 Millimeter und lag damit 12 Prozent unter dem langjährigen Mittel.

Die Grundwassersituation hat sich zwar leicht entspannt, aber nicht nachhaltig erholt. Die aktuellen Defizite sind immer noch zum großen Teil auf das extrem trockene Jahr 2018 zurückzuführen. Die Experten des HLNUG verweisen jedoch darauf, dass erst im Mai abschließend bewertet werden kann, inwiefern sich die Grundwasserstände nach den drei Trockenjahren bereits wieder an "normale Verhältnisse" angeglichen haben. Denn umfangreiche Niederschläge im Winterhalbjahr könnten dazu führen, dass selbst mehrere trockene Sommer nacheinander nur wenig Einfluss auf das Grundwasser haben. Insgesamt sei Hessen zwar noch gut gesegnet mit Niederschlägen, aber die Auswirkungen der trockenen Jahre würden in mancherorts niedrigen Grundwasserständen sichtbar.

Bäume reichen rund sechs Meter in die Tiefe

Allerdings beginnt das Grundwasser beispielsweise in Flussauen schon in einem Meter Tiefe, in anderen Regionen aber erst bei 50 Metern, umso größer ist also der Abstand von der Erdoberfläche und umso länger der Weg, den die Niederschläge zurücklegen müssen. Daher weisen die Experten darauf hin, dass in vielen Gebieten die Vegetation nicht direkt vom Grundwasser, sondern vom Wasserhaushalt in den Böden, also in den oberflächennahen Bereichen, abhängig ist. Selbst Bäume reichen nur rund sechs Meter in die Tiefe, daher könne man Schwankungen der Grundwasserstände nicht zwingend für Waldschäden verantwortlich machen. Dürreerscheinungen treten eher auf, weil die Böden im Sommer zu wenig Wasser bekommen haben.

Nach der Prognose des HLNUG ist in den verbleibenden Wochen des hydrologischen Winterhalbjahres von weiter steigenden Grundwasserständen auszugehen. Wegen der Vegetationsruhe und der niedrigen Verdunstung kann ein Großteil des Niederschlags versickern und zur Grundwasserneubildung beitragen. Für eine nachhaltige Erholung der Grundwasserspeicher werden aber über längere Zeiträume ergiebige Niederschläge benötigt.

Info: Fünf Wasser-Spartipps im Haushalt

Duschen statt baden, wassersparende Armaturen verwenden

Beim Zähneputzen und Einseifen Wasser abstellen; Geschirr, Obst und Gemüse in Schüssel abwaschen

Wasch- oder Spülmaschinen mit geringem Wasserverbrauch kaufen

Mit Restwasser vom Teeaufsetzen oder Eierkochen die Blumen gießen

Brauch- statt Trinkwasser einsetzen, also z.B. Regenwasser auffangen und zum Rasensprengen und ggfs. sogar für die Toilettenspülung verwenden skr

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