Foxy heißt der süße Kater, der in Diedenbergen eingefangen wurde und jetzt im Tierheim in Sulzbach untergebracht ist. Das Heim sucht jetzt jemanden, der den jungen Kater nimmt. Unter Telefon (0 61 96) 7 26 28 kann man Kontakt aufnehmen.
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Foxy heißt der süße Kater, der in Diedenbergen eingefangen wurde und jetzt im Tierheim in Sulzbach untergebracht ist. Das Heim sucht jetzt jemanden, der den jungen Kater nimmt. Unter Telefon (0 61 96) 7 26 28 kann man Kontakt aufnehmen.

Tiere

Hofheim: Die Katzen-Retter von Diedenbergen

60 Streuner lebten in der Gemarkung. Ein ehrenamtliches Quartett fängt die verwahrlosten Vierbeiner nach und nach ein und bringt sie ins Tierheim

Diedenbergen -Kurz nachdem das Handy klingelt, schnappt die Falle zu. Wenige Sekunden zuvor erfolgte noch eine Nachricht mit der Live-Videoaufnahme einer Katze. Sie befindet sich in dem Käfig, der aufgestellt wurde, um sie zu fangen. Jetzt heißt es sich zu beeilen, um das verängstigte Tier zu beruhigen. Andrea Schwaiger, ihr Freund Harald Nitz sowie Andrea Hartmann und Susanne Mitternacht haben es nicht weit. Denn sie haben geduldig in der Nähe auf diesen Moment gewartet.

Schon seit vielen Wochen sind die ehrenamtlichen Tierretter in Diedenbergen ständig im Einsatz. Der Grund dafür sind rund 60 freilebende Katzen. 49 Katzen - darunter 34 Kitten - wurden bereits an drei Stellen gefangen, in zwei umliegende Tierheime gebracht oder privat versorgt und medizinisch betreut. Noch sieben weitere Katzen stehen auf der Liste. Die Zeit drängt, denn der Winter steht vor der Tür und in bisherigen geduldeten und von den Katzen angenommenen Unterkünften wird der Platz gebraucht.

"Dann gäbe es dieses Elend nicht"

Woher die vielen Katzen - es sind ausdrücklich keine Wildkatzen - kommen, weiß niemand. Dass es in dem Hofheimer Stadtteil sehr viele herumstreunende Katzen gibt, sei den Einwohnern bestimmt schon früher aufgefallen. "Doch keiner hat etwas gesagt", so Susanne Mitternacht. Erst als einige Kätzchen auf einem Spielplatz herumgelaufen sind und von der Diedenbergerin Andrea Hartmann entdeckt wurden, entschloss sich das Quartett, etwas zu unternehmen.

"Eine Kastrationspflicht für freilaufende Katzen wäre wichtig", sind sich die vier Tierfreunde einig. Das müssten die Kommunen in ihrer Satzung aufnehmen. "Dann gäbe es dieses Elend nicht", äußert sich Susanne Mitternacht. Bereits seit vielen Jahren setzt sich die Buchhalterin aus Langenhain für Tiere ein, schaut sich zukünftige Besitzer und deren Zuhause an, füttert freilebende Katzen oder ist vor oder nach ihrem beruflichen Arbeitstag für den Einfang-, Hol- und Bring-Service von Katzen oder auch Hunden für den Verein "Tier-Schutz-Engel Rhein-Main e.V." unterwegs. Fünf Fundkatzen hat sie vorübergehend zu ihren beiden eigenen Katzen aufgenommen. Zwei weitere wurden bereits vermittelt.

Mal an den Wochenenden ausruhen? Das ist selten zu machen. Denn über die Not freilebender oder entlaufener Vierbeiner möchte sie nicht so einfach wegsehen. Auch Harald Nitz geht es so. Der selbstständige EDV-Fachmann hat den Verein "Vermisste/ Gefundene Tiere Darmstadt und Umland e.V." gegründet, um mit anderen Tierfreunden entlaufene Hunde oder Katzen einzufangen und wieder zu ihren verzweifelten Besitzern zurückzubringen. Verletzte Tiere werden ebenfalls gerettet und transportiert. Dafür ist ihm der Weg von Reinheim nach Diedenbergen nicht zu weit. Für die vielen Rettungsaktionen wurde ein Bus gekauft, mehrere Fallen und ein modernes elektronisches Equipment - darunter mehrere Funkkameras - angeschafft, die diesen ehrenamtlichen Job wesentlich erleichtern. Die ferngesteuerten teils schwenkbaren Funkkameras sind mit einer speziellen App des Kameraherstellers auf dem Handy verbunden und werden vor den Fallen aufgebaut. Jegliche Bewegung wird live erfasst und ein Warnanruf erfolgt, wenn sich ein Tier in einem Fangkorb oder Käfig befindet. Wenn ein Waschbär in die Falle geht, werde übrigens nicht ausgelöst, so Andrea Schwaiger. Und falls sich Menschen zu nah an die Vorrichtung wagen, wird das ebenfalls registriert, und jemand von den Rettern ist schnell zur Stelle, um aufzuklären.

Spezialfalle für Katzenfamilien

Einfallsreichtum und handwerkliches Geschick sind trotz moderner Technik nach wie vor gefragt. So hat Harald Nitz einige der Käfige umkonstruiert oder selbst gebaut. "Eine Familienfalle", nennt er beispielsweise die modulare Katzenfalle, die sich schnell auf- und abbauen lässt. Die Bezeichnung hat der große verstellbare Käfig mit der gut durchdachten und aus der Ferne auslösbaren Schließvorrichtung bekommen, da nicht nur eine Katze, sondern gleich mehrere in die Falle tapsen können - eine Katzen-Mama mit ihren Kindern zum Beispiel.

Viele der Katzen und Kätzchen, die sich im Sulzbacher und im Kelkheimer Tierheim befinden, müssen jetzt vermittelt werden. Rund zehn kastrierte und gechipte Streuner, die nicht zu zähmen sind, wurden bereits wieder in die freie Wildbahn entlassen und werden dauerhaft von den vier Helfern gefüttert. Futterspenden für die hungrigen Katzen werden gerne entgegengenommen. Telefon: (0 61 62) 91 88 98 oder per E-Mail unter: Kontakt@vgt-da.de Doris Preusche

Kümmern sich um verwahrloste Tiere: Andrea Hartmann, Susanne Mitternacht, Andrea Schwaiger, Harald Nitz (von links).

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