Hofheims zentraler Omnibus-Bahnhof an der Alten Bleiche soll komplett umgebaut werden. Ob das überhaupt notwendig ist, darüber streitet jetzt die Politik.
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Hofheims zentraler Omnibus-Bahnhof an der Alten Bleiche soll komplett umgebaut werden. Ob das überhaupt notwendig ist, darüber streitet jetzt die Politik.

Busbahnhof

Planungen zu Umbau des Busbahnhofs in Hofheim: "Diese Irreführung kann Millionen kosten"

  • vonManfred Becht
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Sinnlos und teuer? Hofheims Linke wollen, dass die Planungen für den Komplett-Umbau des zentralen Busbahnhofs eingestellt werden.

  • Busbahnhof in Hofheim soll komplett umgebaut werden
  • Linke versucht mit erneutem Antrag, die beschossenen Planungen zu Fall zu bringen
  • "Irreführung kann die Stadt Millionen kosten"

Hofheim - Die Linken in der Hofheimer Stadtverordnetenversammlung geben beim Thema Busbahnhof nicht auf. Erneut wollen sie versuchen, die beschlossenen Planungen mit einem Antrag zu Fall zu bringen. Der Magistrat will sich vorab nicht äußern.

Munition für ihren neuen Antrag beziehen die Linken aus der Antwort der Verwaltungsspitze auf mehrere Anfragen ihrer Fraktion. "Größtes Manko ist die Tatsache, dass die derzeitigen Bussteige aufgrund des Einfahrwinkels nicht barrierefrei anfahrbar sind", hieß es vergangenes Jahr. Den Busbahnhof barrierefrei zu machen, das gehört erklärtermaßen zu den Zielen des Umbaus.

Planungen zu neuem Busbahnhof in Hofheim: Einfahrtswinkel spitzer als bisher

Da lag für die Linke der Gedanke nahe, die neuen Planungen daraufhin zu überprüfen. Aus der Antwort auf eine weitere Anfrage geht nun hervor, dass der Bussteig 2 jetzt in einem Einfallswinkel von 138 Grad zu erreichen ist, in der Neuplanung in einem Winkel von 134 Grad. Beim Bussteig 3 folgt ein neuer Einfahrtwinkel von 135 Grad auf einen alten Winkel von 138 Grad. Mit anderen Worten: Der neue Einfahrtwinkel ist spitzer als die bisherigen.

"Je spitzer der Winkel einer Kurve ist, um so schwerer kann man sie befahren", heißt es dazu von der Linken. Der jetzige Busbahnhof sei daher leichter anfahrbar als der neu geplante. Der Magistrat habe die Stadtverordneten mit seiner Argumentation, die jetzigen Bussteige seien nicht barrierefrei anfahrbar, "mal wieder hinter die Fichte geführt. Diese Irreführung kann die Stadt Millionen kosten."

Busbahnhof in Hofheim: Linke beantragt Planung für Komplett-Umbau aufzugeben

Die Linken beantragen daher, die Planungen für den Komplett-Umbau aufzugeben und den vorhandenen Busbahnbahnhof barrierefrei umzubauen. Mit zwei zusätzlichen Bussteigen am Kiosk ließe sich die Kapazität sogar erhöhen. Denn dann gäbe es acht direkt anfahrbare Bussteige - bei allen anderen Planungen sind es nur sieben.

Ganz so einfach, wie es sich bis dahin liest, sind die Dinge allerdings nicht. Denn verglichen haben die Linken die jetzt vorhandenden Bussteige mit der sogenannten Schrägaufstellung-Variante, also einem Plan, bei dem die Busse ähnlich schräg nebeneinander anhalten sollen wie heute. Nur ist das nicht die von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Variante. Entschieden hat sich das Parlament vielmehr im Februar 2018 für die sogenannte Sägezahn-Variante. Dabei stehen die Busse in zwei Reihen so versetzt hintereinander, dass jeder einzeln an seine Haltestelle fahren und diese auch wieder verlassen kann.

Komplett-Umbau des Busbahnhofs in Hofheim: Magistrat gibt keine Stellungnahme ab

Für die sogenannte Sägezahn-Variante liegen keine Einfahrwinkel vor; weder hatten die Linken danach gefragt, noch hat sie der Magistrat in seine Antwort hineingeschrieben. Zumindest oberflächlich betrachtet sieht es auf den Zeichnungen der beschlossenen Variante aber ganz danach aus, als seien die Einfahrtwinkel dort deutlich stumpfer als heute, also einfacher zu befahren.

Das ficht die Linke aber nicht an. Die Fraktionsvorsitzende Dr. Barbara Grassel argumentierte gegenüber dieser Zeitung so: Aus Sicht des Magistrats wären von den vorgelegten Plänen sowohl die Sägezahl- als auch die Schrägaufstellungsvariante realisierbar. Wenn dann aber der vorhandene Busbahnhof in einem wesentlichen Merkmal, nämlich dem Einfahrtwinkel, besser abschneidet als eine von den Planern als sinnvoll eingestufte Variante, dann könne es auch beim heutigen Busbahnhof bleiben. Vermieden werden könnten dann sowohl die hohe Investition als auch das Absägen der dort vorhandenen Bäume, die einem Totalumbau zum Opfer fielen.

Der Magistrat wollte sich dieser Zeitung gegenüber gestern nicht äußern. Zu Anträgen, die bereits auf der Tagesordnung einer kommenden Sitzung stünden, nehme man vorab nicht Stellung, ließ Rathaus-Pressesprecherin Iris Bernardelli nach einem Tag Bedenkzeit wissen. Die nächste Stadtverordnetenversammlung findet am Mittwoch, 2. September, statt. (Von Manfred Becht)

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