Helga Huhn und Julia Weltermann (rechts) können im Juli 20 Jahre Papierboutique Huhn GmbH feiern.
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Helga Huhn und Julia Weltermann (rechts) können im Juli 20 Jahre Papierboutique Huhn GmbH feiern.

Wirtschaft

Hofheim: Ein Fachgeschäft behauptet sich

  • VonBarbara Schmidt
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Seit 50 Jahren gibt's in der Kreisstadt die Papierboutique, deren Name Programm ist.

Hofheim -Für viele Kunden ist sie seit Jahrzehnten feste Anlaufstelle, wenn es um hochwertige Schreibwaren oder auch um die Suche nach einem schönen Geschenk geht: Die Papierboutique gehört zu den Fachgeschäften, die einen Bummel in der Hofheimer Innenstadt attraktiv machen. Und das seit 50 Jahren. Vor 20 Jahren haben Helga und Egon Huhn die Papierboutique von Vorbesitzerin Hedi Hübner gekauft. "Wir kommen aus der Branche", sagt Helga Huhn, schon ihr Schwiegervater habe einen Groß- und Einzelhandel in Höchst betrieben. Zu den Großhandelskunden der Huhns gehörte von Anfang an die Papierboutique.

"Die ersten 26 Jahre war das Geschäft ja in der Hauptstraße", kann sich Helga Huhn, selbst gebürtige Hofheimerin, gut erinnern. Dann kam die Zeit, in der die Banken in die besten Innenstadtlagen drängten. Die Geldinstitute boten mehr Geld, so dass mancher Vermieter auch langjährige Verträge nicht mehr verlängerte und lieber öde Schaufenster in Kauf nahm, wenn die Kasse stimmte. Im Fall der Papierboutique war es die Commerzbank, die diese aus der 1A-Lage auf der Ecke Hauptstraße/Am alten Bach verdrängte. Drei Jahre musste im Container Am alten Bach weiterverkauft werden, bevor im Jahr 2000 der Umzug in das damals neu errichtete "Skorpionhaus" Am Untertor 4 gelang.

Helga Huhn hatte da schon länger mit der Papier-Boutique geliebäugelt. "Ich hab' immer gesagt: Wenn der Laden mal verkauft wird, den hätt' ich gern", berichtet sie. 2001 war es so weit. Bereits ein Jahr später sei auch ihre Tochter Julia Weltermann eingestiegen. Vor sechs Jahren hat Huhn ihr die Geschäftsführung übergeben. Doch nach wie vor ist auch die Senior-Chefin gern im Laden, in dem zudem fünf Mitarbeiterinnen auf 450-Euro-Basis tätig sind. "Es ist für mich ein Stück Abwechslung und macht ja auch Spaß", sagt Huhn, deren Großeltern einst Pächter der "Schönen Aussicht" waren, einem gutbürgerlichen Gasthof am Schwarzbach, wo heute der Volksbank-Parkplatz ist. Den Kontakt mit Menschen zu mögen, das könnte also wohl in der Familie liegen.

Julia Weltermann und ihre Mutter sind umso glücklicher, nach Monaten geschlossener Türen "unsere nette Kundschaft" jetzt endlich wieder in der Papierboutique bedienen zu dürfen. Auch vor der Pandemie gab es schon mal schwierige Zeiten, mit der Eröffnung des Chinoncenters kam 2010 auch eine Drogerie mit großem Schreibwarensortiment. Das hat viel vom Schulbedarfs-Geschäft wegbrechen lassen. Doch die Papierboutique, deren Name Programm ist, hat sich flexibel gezeigt und ihr Angebot an schönen Dingen zum Verschenken oder sich selbst Beschenken deutlich erweitert. "Wir haben den Spagat gut hinbekommen", lautet so Julia Weltermanns Fazit zum runden Geburtstag ihres Geschäfts. babs

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