War lange die Führungsfigur der Freien Wähler in Hofheim und im Main-Taunus-Kreis: Werner Emde wurde 92 Jahre alt.
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War lange die Führungsfigur der Freien Wähler in Hofheim und im Main-Taunus-Kreis: Werner Emde wurde 92 Jahre alt.

Nachruf

Hofheim: Ein Politiker mit Herz und Verstand

  • vonBarbara Schmidt
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Hofheims früherer Erster Stadtrat und der ehemalige Kreisbeigeordnete Werner Emde ist tot.

Hofheim -Der Ehrenplatz auf der Kommunalwahl-Liste der FWG war Werner Emde noch wichtig. Mit seinem guten Namen unterstützte er gern auch im hohen Alter noch die politische Gruppierung, die ihn 1973, zu Zeiten von Bürgermeister Werner Schwichtenberg (CDU), als Ersten Stadtrat nach Hofheim geholt hatte und deren Mitglied er von 1976 an bis zuletzt war. Mit einigen Mitstreitern, wie dem langjährigen FWG-Stadtverordneten Bodo Tadewald, war Werner Emde auch freundschaftlich verbunden. Der Tod des mittlerweile 92-jährigen Ehrenmitglieds der FWG am vergangenen Freitag hat nicht nur Tadewald getroffen.

"Das Menschliche", seine stets freundliche und wertschätzende Art des Umgangs und dass er "immer versucht hat, eine pragmatische Lösung zu finden", all das habe er an Emde besonders geschätzt, sagt der langjährige Freund. Hochgeachtet sei Emde bei seinen Mitarbeitern im Rathaus nicht zuletzt deswegen gewesen. In seiner Zeit entwickelte sich die Stadt stark, Wallau und Wildsachsen wurden 1977 weitere Stadtteile, 1980 wurde Hofheim zur jüngsten Kreisstadt Hessens. Dass Emde von der Stadtverordnetenversammlung 1983 nicht wiedergewählt wurde, weil die CDU ihre absolute Mehrheit für den Ausbau der eigenen Machtposition nutzte, ist für ihn immer schmerzlich geblieben.

Als sich 1985 das Blatt politisch wieder etwas wendete, mussten die Christdemokraten den Stadtverordneten Werner Emde dann zum Stadtverordnetenvorsteher mitwählen. 1990 wurde der im Landratsamt Korbach ausgebildete Verwaltungsfachmann, der neben seiner ersten Stelle im Regierungspräsidium Kassel dort auch die Verwaltungsschule besucht hatte und danach 17 Jahre im Fuldaer Landratsamt wirkte, Beigeordneter des Main-Taunus-Kreises. Landrat war damals Jochen Riebel (CDU), mit dem Emde bis zu dessen Tod freundschaftlich verbunden blieb.

Im Kreishaus wurde Emde Schuldezernent. Die Aufstellung des Schulentwicklungsplans fällt in seine Amtszeit, die aus Altersgründen 1993 endete. Zehn Jahre war Werner Emde Vorsitzender der Hofheimer FWG, den Vorsitz bei den Freien Wählern im Kreis führte er noch bis 1999. Außerdem fungierte er lange Jahre als Landesgeschäftsführer der FW.

Seinen "anderen zwei Heimaten", Fulda mit der Rhön, vor allem aber dem Waldeck'schen Upland und seiner Heimatstadt Usseln ist der Landwirtssohn Werner Emde immer verbunden geblieben. In Hofheim am Taunus ist er am Ende heimisch geworden - und war froh, seine drei erwachsenen Töchter mit ihren Familien in der Nähe zu haben.

Als die Einschränkungen des Alters zunahmen, zog Emde mit seiner Frau Charlotte, mit der er mehr als 64 Jahre verheiratet war, in ein Altenheim. Am politischen Leben in der Kreisstadt und im Kreis blieb er bis zuletzt interessiert.

Die Trauerfeier für Werner Emde beginnt am Donnerstag, 6. Mai, um 13.30 Uhr auf dem Waldfriedhof. babs

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