So könnte sich der Hof nach hinten heraus zum Weg zwischen Kellereiplatz und Kirschgartenstraße öffnen.
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So könnte sich der Hof nach hinten heraus zum Weg zwischen Kellereiplatz und Kirschgartenstraße öffnen.

Kultur

Hofheim: Eine Scheune für Musik, Malerei und Kleinkunst

  • VonManfred Becht
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Die Stadt präzisiert ihre Ideen für den Hof Ehry und peilt dafür Kommunalpreis an

Hofheim -Vor einer ganzen Weile schon ist die städtische Jugendarbeit aus dem Ehry-Hof an der Burgstraße ausgezogen. Befürchtungen wurden schon laut, das denkmalgeschützte Anwesen verfalle - obwohl größere Schäden von außen nicht zu erkennen sind. Schon 2018 hatte die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, einen Ideenwettbewerb für das Anwesen auszuschreiben. Lange tat sich nichts, jetzt will die Stadt Tempo machen und dabei Mittel aus dem Landesprogramm "Zukunft Innenstadt" einsetzen.

Wie der Magistrat gestern vor der Stadtverordnetenversammlung berichtete, soll aus der Scheune eine Kultur- und Festscheune werden. Möglich sein sollen dort Kunstausstellungen oder Kleinkunstveranstaltungen - auch Musik, so lange sich die Lautstärke im Rahmen hält. Wie Bürgermeister Christian Vogt gegenüber dieser Zeitung noch erläuterte, soll die Scheune auf unterschiedlichste Weise genutzt werden, zum Beispiel auch Trauungen kann er sich dort vorstellen. Das Gesamtambiente des Anwesens mit dem Hof im Innern lässt zweifellos allerlei zu.

Offener Bereich zwischen Altstadt und Center

Der Rathauschef erinnert an die Überlegungen vor dem Bau des Chinon-Centers, aus dem Gebäude eine Markt-Scheune zu machen, um einen attraktiven Punkt am Weg zwischen Altstadt und Chinon-Center zu schaffen. Eine Markt-Scheune soll es nicht werden, aber die Idee einer Öffnung des Gebäudes soll wieder aufgegriffen werden. Gedacht ist daran, einen Eingang von dem Weg her zu schaffen, der vom Kellereiplatz zur Kirschgartenstraße führt. Der Denkmalschutz habe sein Einvernehmen bereits in Aussicht gestellt.

Ein Okay aus dieser Behörde gibt es demnach außerdem für Veränderungen am Wohnhaus und an dem Zwischentrakt zur Scheune hin. Dort müssen allerdings Fensteröffnungen vergrößert werden, um den Anforderungen des Brandschutzes nach zweiten Rettungswegen zu entsprechen. Weitere Untersuchungen von Brand- und Denkmalschutz stehen aber auch noch aus - zumindest hat der Magistrat mit dieser Begründung der Hofheimer Kulturwerkstatt gekündigt, die im Erdgeschoss des Wohnhauses im Ehry-Hof untergekommen war.

Gastronomie im Wohnhaus liegt nahe

Die Rede ist sogar davon, dass die Kultur- und Festscheune "möglichst kurzfristig" realisiert werden soll und dafür die Mittel aus dem Landesprogramm eingeplant sind. Gleichzeitig hält die Stadt an dem Beschluss fest, einen Ideenwettbewerb für Wohnhaus und Zwischentrakt auszuschreiben. Die Palette möglicher Nutzungen verkleinert sich dadurch natürlich, zu der Kultur- und Festscheune passt eigentlich kaum noch mehr als Gastronomie. Gleichzeitig will die Kommune den Toilettentrakt, der reichlich in die Jahre gekommen ist und Nutzern aller Gebäudeteile zur Verfügung stehen soll, sanieren.

Mit der Umgestaltung des Hofes Ehry will sich die Stadt außerdem um einen ebenfalls vom Land Hessen ausgeschriebenen Kommunalpreis bewerben. Der ist mit einer Million Euro dotiert und soll besonders kreative und innovative Lösungen zur Belebung von Innenstädten belohnen.

Aus dem Förderprogramm "Zukunft Innenstadt" will die Stadt den Maximalbetrag von 250 000 Euro beantragen. Dieses Geld soll aber nicht nur in den Umbau der Scheune fließen, sondern auch dafür verwendet werden, für zwei Jahre einen City-Manager zu bezahlen, der ebenfalls für eine attraktivere Innenstadt arbeiten soll.

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