Die Tage der alten Ländcheshalle sind gezählt.
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Die Tage der alten Ländcheshalle sind gezählt.

Wallau: Grünes Licht für Millionen-Projekt

Hofheim: Ende 2018 soll die neue Ländcheshalle Halle stehen

  • vonManfred Becht
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Die Stadtverordnetenversammlung hat den Bebauungsplan für die Ländcheshalle beschlossen. Ob der weitere Zeitplan eingehalten werden kann?

Vor dem Hintergrund der Bedeutung des Themas war es überraschend, dass über den Bebauungsplan für die neue Ländcheshalle ohne jede Debatte abgestimmt wurde. Eventuell lag es auch einfach nur an der übervollen Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung, dass die Parteien darauf verzichteten, ihre Positionen zum Thema vorzutragen. Ohnehin ist man sich weithin einig. Und dass die Grünen sich enthielten, bedeutet nicht, dass sie das rund 8,7 Millionen Euro teure Projekt ablehnen. Zu wenig informiert sei man über das ganze Vorhaben, so die Grünen-Stadtverordnete Marianne Knöss. Immer wieder gebe es Änderungen an den Plänen, so dass man das Gefühl habe, die Angelegenheit sei noch nicht entscheidungsreif.

Trotzdem ist die Sache mit der abschließenden Beschlussfassung über den Bebauungsplan planungsrechtlich vom Tisch. Wie Rathaus-Pressesprecherin Iris Bernardelli dem Kreisblatt berichtete, soll nicht nur der Bauantrag noch im letzten Quartal eingereicht werden, sondern man rechnet im laufenden Jahr mit der Baugenehmigung. Damit lohnt sich, dass die Stadt die Pläne schon hatte ausarbeiten lassen, ehe das Bebauungsplanverfahren abgeschlossen war.

Auch jetzt wird parallel gearbeitet: Während die Stadt auf die Baugenehmigung wartet, wird an den Detailplänen gearbeitet. Wenn diese fertig sind, wird das Projekt ausgeschrieben, voraussichtlich im zweiten Quartal 2017. Im nächsten Vierteljahr soll dann der Bau beginnen, und bis Ende 2018 soll die neue Ländcheshalle auf dem Gelände der Taunusblickschule in Betrieb genommen werden. Das setzt voraus, dass es keine Probleme gibt, etwa bei der Ausschreibung: In Hofheim musste ein Straßenbauvorhaben verschoben werden, weil sich keine Firma fand, die die Arbeiten ausführen wollte.

Entkoppelt wurde das Vorhaben vom Bau des Kunstrasenplatzes, der ursprünglich erst nach der Ländcheshalle realisiert werden sollte. Jetzt gilt es als machbar, an der Ländcheshalle zu arbeiten, ohne einen neu verlegten Kunstrasenplatz gleich wieder zu beschädigen. Die Zuschussanträge bei Kreis und Land seien gestellt, die Mittel im Haushaltsplan veranschlagt, so Bernardelli. Bei der Einbringung des Etats war die Rede von 830 000 Euro für die Kunstrasenplätze Wallau und Wildsachsen. Wann gebaut wird, so Bernardelli, hänge davon ab, wann die Zuschüsse bewilligt werden.

Nicht ganz zu überblicken ist, ob durch Einsprüche aus der Nachbarschaft der Bebauungsplan in Frage gestellt und das Projekt damit verzögert werden könnte. Anwohner fürchten Lärmbelästigungen durch die Veranstaltungen in der neuen Halle und mehr Verkehr durch Nutzer und Besucher. Die Stadt weist dies unter Hinweis auf Gutachten zurück.

Andere Einwender vertreten die Einschätzung, eine Sanierung der alten Halle wäre die bessere Lösung gewesen. Diese Frage sei längst entschieden, solle nicht wieder aufgerollt werden und sei nicht Gegenstand eines Bauleitverfahrens, sagt die Stadt zu diesem Thema. Auch der Forderung aus der Nachbarschaft, es müssten gleichzeitig Überlegungen zur Nutzung des Grundstückes der alten Ländcheshalle angestellt werden, um das Gesamtvorhaben beurteilen zu können, kommt die Stadt nicht nach. Klar ist allerdings, dass diese Überlegungen in absehbarer Zeit beginnen müssen – der Stadt müsste daran gelegen sein, nicht zu lange auf die Einnahmen aus der Verwertung dieses Grundstückes warten zu müssen. Nach Forderungen aus dem Wallauer Ortsbeirat soll geprüft werden, ob dort nicht nur Wohnungen gebaut, sondern auch Lücken in der örtlichen Infrastruktur geschlossen werden können.

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