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Hofheim: Er ist die neue Frau Sigg

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Von: Barbara Schmidt

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Die klassische Laufbahn eines Kommunalbeamten kann Jörg Fichtl aufweisen. Jetzt ist der 56-Jährige der neue Fachbereichsleiter Kinderbetreuung im Hofheimer Rathaus.
Die klassische Laufbahn eines Kommunalbeamten kann Jörg Fichtl aufweisen. Jetzt ist der 56-Jährige der neue Fachbereichsleiter Kinderbetreuung im Hofheimer Rathaus. © babs

Im Hofheimer Rathaus hat sich zuletzt eine Menge getan. Die Verwaltung der Kreisstadt hat nicht nur eine veränderte Struktur, es gibt auch viele neue Fachbereichsleiter. Wir stellen sie in einer kleinen Sommerserie vor.

Hofheim. "Ah, Sie sind die neue Frau Sigg!" An diese oder ganz ähnliche Sätze ist Jörg Fichtl mittlerweile gewöhnt und bejaht einfach mit einem Lächeln: "Genau, so ist es." Die Ur-Hofheimerin Bianca Sigg und die Kinderbetreuung in der Kreisstadt, das war so lange eine Einheit - da ist es auch für ihren Nachfolger ganz klar, in welche Fußstapfen er tritt.

Jörg Fichtl kam dabei eher zufällig zu seiner neuen Aufgabe, wie er launig berichtet. "Eigentlich habe ich nach einer Stelle für meine Tochter gesucht", erzählt der 56-Jährige. Als er dabei auf die Anzeige der Stadt Hofheim stieß, habe er gedacht: "Wieso haben die mich nicht gleich angeschrieben, das passt doch alles?" Das sahen offenbar die Personalverantwortlichen im Hofheimer Rathaus ganz genau so. Seit dem 1. April ist Jörg Fichtl daher neuer Fachbereichsleiter Kinderbetreuung der Kreisstadt - und hat alle Hände voll zu tun. Aber das ist der Vater von fünf Töchtern nicht anders gewohnt.

Die klassische Laufbahn eines Kommunalbeamten kann Jörg Fichtl vorweisen. Sein duales Studium in Diensten der Stadt Hanau beendete er mit dem Diplom-Verwaltungswirt und war dann lange in Hanau für den Bereich Wahlen und Statistik tätig, bevor er ins Ordnungsamt zur Straßenverkehrsbehörde wechselte. Wie es in einer deutlich kleineren Verwaltung zugeht, diese Erfahrung machte Jörg Fichtl von 1996 an in Altenstadt in der Wetterau. Und weil er sich immer schon für Computer interessiert hatte, war er schnell dort auch gefragt als IT-Experte, "Das habe ich sehr lange sehr gern gemacht", sagt der Kommunalbeamte. 2016 sollte es aber doch mal etwas Neues sein und Fichtl übernahm den Bereich der Kindertagesstätten, zu dem in Altenstadt auch der Fachbereich Bürgerservice gehört habe. In Sachen Kinderbetreuung habe er die ganze Bandbreite kennengelernt, von der Sachbearbeitung über die Bedarfsanalyse bis zum Bau von Kindertagesstätten. "Das war immer was, was ich sehr spannend fand und auch gesellschaftlich sehr wichtig", sagt Fichtl, der als Familienvater und früherer Elternbeirat auch die Elternsicht auf die Betreuungseinrichtungen nur zu gut kennt.

Dass er mit 56, wenn andere schon an die Rente denken, noch einmal einen Wechsel gewagt hat, der für den Hammersbacher noch dazu reichlich Pendler-Fahrtstrecke bedeutet, das habe schon auch bei Freunden zu Fragen geführt, sagt Fichtl, Für ihn war der Reiz der Aufgabe in Hofheim aber groß. In einer größeren Verwaltung zu arbeiten, das genieße er zudem. Vieles sei hier von der Organisation her einfach leichter, etwa, dass es jemanden gebe, der sich kümmere, wenn mal die Technik streikt oder der das nötige Know-How habe, einen Vertrag juristisch zu prüfen. "Das ermöglicht es uns, uns auf die eigene Arbeit zu konzentrieren." Die ist gerade herausfordernd genug, denn in Hofheim fehlen Betreungsplätze vor allem in den Kitas "in einer Anzahl, die nennenswert ist", wie Fichtl formuliert. Wie überall, macht zudem der Mangel an Erzieherinnen und Erziehern Probleme. Dem will die Stadt nun innovativ begegnen: Aus Spanien sollen Fachkräfte mit entsprechenden Deutschkenntnissen angeworben werden. Auch das Team des Fachbereichs, das einmal neun Köpfe zählen soll, ist noch nicht vollständig beisammen. Aber Jörg Fichtl mag es herausfordernd, zumal es sich bei der Kinderbetreuung "an sich um eine schöne Aufgabe" handle. Die "neue Frau Sigg" zu sein, das jedenfalls habe er bislang "noch nie bereut".

Am nächsten Mittwoch lesen Sie,

warum Susanne Demuth ihre neue Aufgabe als Fachbereichsleiterin Kultur und Sport ein bisschen so empfindet wie ein "Zurück zu den Wurzeln".

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