Bei Bauer Paul werden jetzt die Erdbeerpflanzen für die Saison im nächsten Jahr gesetzt. Reiner Paul und Jessica Hartleib schauen sich die jungen Pflanzen an.
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Bei Bauer Paul werden jetzt die Erdbeerpflanzen für die Saison im nächsten Jahr gesetzt. Reiner Paul und Jessica Hartleib schauen sich die jungen Pflanzen an.

Landwirtschaft

Hofheim: Die Erdbeer-Saison 2021 wird schon vorbereitet

Der Wallauer Bauer Reiner Paul zieht aber erstmal Bilanz für dieses Jahr: 300 Tonnen der roten Früchte wurden auf seinen Äckern geerntet. Das Geschäft war durchwachsen.

Wallau. Man könnte 200 Kleinwagen übereinander stapeln. Oder 3750 Waschmaschinen. Viel geschmackvoller erscheint jedoch die Vorstellung an einen riesigen Haufen von tiefroten Erdbeeren. Zwischen 250 und 300 Tonnen hat Pauls Bauernhof aus Wallau von der süßen Frucht in dieser Saison geerntet. Das bilanzierte nun Geschäftsführer Reiner Paul, nachdem die Haupternte Mitte Juli abgeschlossen worden ist. Paul gehört zu den großen regionalen Produzenten von Erdbeeren.

Paul spricht von einer "mittelguten" Saison. Das sonnige Wetter habe einen längeren Ernte-Zeitraum von 90 Tagen ermöglicht - am 15. April hatte Paul begonnen, die ersten Erdbeeren zu ernten. Dass überhaupt eine solche Anzahl von Erdbeeren geerntet wurde, danach sah es lange Zeit nicht aus. Der Grund: Das Coronavirus. Oder besser gesagt die damit verbundenen Reisebeschränkungen, die zunächst eine Einreise der 120 Erntehelfer aus Rumänien und Polen verhindert und anschließend verzögert hatten.

Nachdem zwischenzeitlich einige Schüler bei den Ernte-Vorbereitungen aushalfen, kamen die professionellen Erntehelfer schließlich doch - per Flugzeug anstatt wie sonst üblich per Bus. Dadurch seien die Kosten für die Einreise von circa 70 Euro auf 250 Euro gestiegen, rechnet Paul vor. Pro Erntehelfer verstehe sich. Die Erdbeerproduktion für dieses Jahr trotz der Umstände nicht einzustellen, stellte somit in der Corona-Krise ein finanzielles Wagnis dar.

Ein Wagnis, das Bauer Paul einging. Und dafür belohnt wurde. "Es war die richtige Entscheidung, die Erdbeerproduktion am Laufen zu halten", sagt Paul. Man habe den Kunden auch in schwierigen Zeiten heimische Produkte anbieten können. "Das wurde entsprechend honoriert. Den Leuten war es wichtig, heimische Produkte zu konsumieren. So haben unsere Erdbeeren auch ein Stück Normalität in dieser Zeit gegeben", meint der Landwirt.

Die Erdbeer-Verkaufsstände, die sieben Tage die Woche geöffnet hatten, waren während der kompletten Corona-Zeit stark frequentiert. Es habe sich bemerkbar gemacht, dass durch Homeoffice und Reisesperre mehr Leute als üblich zuhause waren. Besonders die dunkle und besonders süße Erdbeersorte "Malwina" habe es vielen Kunden angetan. Erdbeeren sind bei Pauls Bauernhof im Sommer traditionell die wichtigste Kultur. Sie werden auf 30 Hektar Ackerfläche angebaut.

Erdbeeren werden um diese Zeit, also Ende Juli oder Anfang August neu gepflanzt, um im nächsten Jahr gepflückt zu werden. Die Schwierigkeit dabei: Erdbeeren brauchen permanent Wasser und müssen irgendwie den frostigen Winter überstehen, obwohl sie Temperaturen nur bis Minus 3 Grad Celsius aushalten. Deshalb baut Paul seine roten Früchte seit Jahren im sogenannten Sonnentunnel an. Der filtert ein gewisses Lichtspektrum der Sonne und sorgt auch im Winter für stabile Temperaturen.

Eine Erdbeerpflanze kann pro Erntesaison sechs bis sieben Mal gepflückt werden. Der Anbau der Erdbeeren für das Jahr 2021 soll bei Paul bis zum 10. August durchgeführt werden. Dabei setzt Paul auf eine Sortenvielfalt, "damit alle Kunden zufrieden sind." Oberste Priorität habe dabei natürlich der Geschmack. red

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