Selbstbildnis im Spiegel - Marta Hoepffner.
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Selbstbildnis im Spiegel - Marta Hoepffner.

Kultur

Hofheim: Fotokunst - inspiriert von Marta Hoepffner

  • vonBarbara Schmidt
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Neue Ausstellung: Das Hofheimer Stadtmuseum präsentiert Porträts und Abstraktes von drei Fotografinnen.

Hofheim -"Das macht richtig Laune", lässt Dr. Eva Scheid keinen Zweifel an ihrer Freude, im Stadtmuseum nicht nur eine neue Ausstellung präsentieren zu können. Besonders froh ist die Museums-Direktorin und mit ihr alle "Macher", dass die mehrdeutig mit "VorBilder" betitelte Schau auch von Anfang an dem Publikum zugänglich sein wird. Gezeigt werden Fotografien der zeitgenössischen Künstlerinnen Nicole Ahland und Sibylle Fendt, die sich auf einen "fotografischen Dialog mit Marta Hoepffner" eingelassen haben, deren korrespondierende Arbeiten aus dem Besitz des Stadtmuseums natürlich ebenfalls zu sehen sind.

Marta Hoepffner, die von 1944 bis 1971 in Hofheim lebte und arbeitete, sei "ein echtes Vorbild für die jetzige Fotografinnen-Generation", sagt Ralf Dingeldein, der die Ausstellung gemeinsam mit Herbert Fischer kuratiert hat. Beide arbeiten ehrenamtlich im Vorstand der Marta-Hoepffner-Gesellschaft, die vor gut 20 Jahren in Hofheim gegründet worden ist, um Hoepffners Arbeit als Fotokünstlerin und Pädagogin nicht nur zu würdigen und noch bekannter zu machen, sondern auch in gewisser Weise fortwirken zu lassen. Ausstellungen in Zusammenhang mit dem Marta-Hoepffner-Preis für Fotografie, den die Gesellschaft auslobt, hat es seither einige gegeben. "Als Verein haben wir unsere Namensgeberin selbst aber noch nie präsentiert", so Ralf Dingeldein.

Die beiden Fotografinnen Ahland und Fendt haben Werke Hoepffners aus dem Besitz des Stadtmuseums zur Grundlage eigener Arbeiten gemacht. Anders als ihr Vorbild, dessen Vor-Bilder allesamt Schwarz-Weiß-Fotografien sind, haben beide Farbfotografien gefertigt. Die Wiesbadenerin Nicole Ahland (Jahrgang 1970) wählte sich abstrakte Motive. Wie Dingeldein erläuterte, fotografiert die Künstlerin, die auch schon Teilnehmerin des Hoepffner-Preises war, eigentlich seit langem stringent leere Räume, die aber deutlich die Spuren ihrer Bewohner tragen. Wegen der Pandemie sei das so aber nicht mehr möglich gewesen. Ahland habe sich stattdessen Räume im Studio nur aus Licht gebaut. Entstanden sind Fotografien, die ähnlich abstrakt und reduziert sind wie Hoepffners Experimente mit Variochromatischen Lichtobjekten.

Von der Porträt-Fotografin Marta Hoepffner hat sich die Berlinerin Sibylle Fendt inspirieren lassen. Nicht fehlen durfte dabei ein Selbstporträt mit Kamera, neben dem ein solches von Hoepffner in der Ausstellung zu sehen ist. Fendt Modell gesessen haben ansonsten lauter "sehr eigenständige und eigensinnige" Künstlerinnen, gibt Ralf Dingeldein die eigene Einschätzung der Fotografin wieder. Mit "Respekt und Wertschätzung" habe sie diese mit der Kamera einfangen wollen.

Die Ausstellung, die ein Partnerprojekt der RAY 2021 Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain ist, muss am kommenden Sonntag, 6. Juni, aufgrund der Pandemie-Vorschriften unter Ausschluss der Öffentlichkeit eröffnet werden. Zu sehen ist sie unter den aktuell herrschenden Vorschriften (Buchen einer bestimmten Besuchszeit, Erfassung der nötigen persönlichen Daten und Tragen einer medizinischen Maske). Veranstaltungen und Führungen sind wegen der gesetzlichen Vorschriften erst im Juli möglich (und auch dies nur vorbehaltlich).

Geplant sind neben Führungen (immer sonntags, 11.15 Uhr) auch ein Künstlerinnen-Gespräch mit Nicole Ahland und Sibylle Fendt (Freitag, 2. Juli, 20 Uhr), ein Fotografie-Workshop (Samstag, 3. Juli. 10 bis 17 Uhr) und ein Abend mit der Hoepffner-Schülerin Renate von Forster (Freitag, 9. Juli. 20 Uhr). babs

Sibylle Fendt - Selbstporträt.

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