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Die Burgstraße ist ab Ecke Hauptstraße wegen der Umbauarbeiten am früheren Kaufhaus Diener für Autos bereits voll gesperrt.

In Hofheim fürchten Anwohner Chaos wegen Baustelle

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Zwei große Baustellen in der Kernstadt haben schon jetzt erhebliche Folgen für den Verkehr. Bewohner der Altstadt fragen im Ortsbeirat, was man ihnen noch zumuten will.

Eine Überbelastung der Altstadt durch gleich zwei größere Baustellen fürchtet zumindest ein Teil der Mitglieder im Ortsbeirat Kernstadt. Für den Um- und Neubau an der Ecke Hauptstraße/Burgstraße (früheres Kaufhaus Diener) gibt es bereits eine Vollsperrung für Kraftfahrzeuge in der Burgstraße. Diese soll bis zum Ende der Baumaßnahme, die auf Ende 2019 terminiert ist, andauern, wie auf Anfrage der SPD von Stadtrat Wulf Baltruschat noch einmal bestätigt wurde. „Die Sperrung ist bis zum 31. Dezember 2019 beantragt“, so der Magistratsvertreter.

Ob das für einen Innenausbau denn noch so nötig sei, stellte Bettina Brestel als Frage in den Raum. Sie warnte zudem eindringlich, nicht während dieser Maßnahme auch noch mit dem Bau des Komplexes für Stadtbücherei, Taunussparkasse und weitere Nutzer zu beginnen. „Will man uns das auch noch zumuten? Das wird ja unglaublich“, so Brestel, die selbst Altstadtbewohnerin ist. Denn für die Baustelle nördlich des Kellereiplatzes müsse ja dann womöglich auch noch die Pfarrgasse gesperrt werden. Als der Ortsbeirat schon vor einiger Zeit vor diesem Szenario gewarnt habe, habe es vonseiten des Magistrats geheißen, das sei die schlimmstmögliche Variante, so weit werde es nicht kommen. Brestel schlug vor, mit dem Bau des Büchereikomplexes solle bis zur Fertigstellung des Wohn- und Geschäftshauses in der Hauptstraße/Ecke Burgstraße gewartet werden.

SPD-Vertreter Karlheinz Eyrich brachte zum Ausdruck, dass sich die Anlieger im Vorfeld der Baumaßnahme am früheren Diener nicht gut unterrichtet gefühlt hätten. Das war auch der Grund für die SPD-Anfrage im Ortsbeirat. Bei Geschäftsleuten in der Hauptstraße hieß es ebenfalls, sie hätten von dem Ortstermin für die Anlieger nur aus dem Kreisblatt erfahren.

Verlegt werden soll wegen der Baumaßnahme am Kellereiplatz im kommenden Jahr das Eröffnungsfest des Kreisstadtsommers. Es solle statt auf dem Kellerei- und Ludwig-Meidner-Platz auf dem Platz am Untertor und dem Tivertonplatz gefeiert werden, teilte Stadtrat Baltruschat mit.

Das nannte die Stadtverordnete Elvira Neupert-Eyrich (SPD) wegen der bestehenden Sperrung der Burgstraße „bedenklich“. Schon jetzt gebe es in dem Bereich Probleme, weil Autofahrer sich wegen der Sperrung der Burgstraße, auf die es in der Kirschgartenstraße bislang keinen Hinweis gibt, einen Weg suchten. Genutzt werde etwa die Taubengasse, um so in die Hauptstraße zu kommen. Das ist allerdings verboten, da die Hauptstraße in diesem Bereich Fußgängerzone ist. Auch die Burggrabenstraße sei nun noch stärker belastet. Baltruschat, selbst Polizist, zeigte sich überzeugt, dass das Kreisstadtsommer-Eröffnungsfest für diesen Bereich keine zusätzlichen Probleme sondern eher Entlastung bringen werde. Denn die Zufahrt werde ja dann komplett gesperrt.

Bodo Tadewald (FWG) mahnte zu mehr Gelassenheit. Der Verkehr rund um die Baustelle in der Altstadt werde sich in den nächsten Wochen schon einspielen. Man habe es zudem ja wohl mit einem sehr kooperativen Bauherrn zu tun. Der Ortsbeirat solle hier nicht nach dem Motto vorgehen: „Die besten Bundestrainer stehen an der Theke“, sondern den Fachleuten die Arbeit überlassen. Wenn nötig, könne ja noch nachgebessert werden.

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