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Familienfreundlich: Zwei Kinderkarussells soll es auf dem Gallusmarkt Mitte Oktober geben.

Traditionsfest

Hofheim: Gallusmarkt im Miniformat

  • vonBarbara Schmidt
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Sonst kamen Tausende, jetzt dürfen maximal 250 Besucher auf den eingezäunten Kellereiplatz. Zwei Kinderkarussells werden aufgebaut. Und alle sind froh, dass der Markt überhaupt stattfindet.

Hofheim – So ganz will sich die Stadt Hofheim von der Corona-Pandemie ihre große Fest-Tradition nicht verderben lassen. Der Gallusmarkt, der seit der Verleihung der Stadt- und damit auch der Marktrechte im Jahr 1352 alljährlich im Herbst gehalten wird, soll auch im Jahr 2020 nicht einfach so ausfallen. Die Stadt hat sich nach langer, reiflicher Überlegung entschieden, zumindest einen "Kleinen Gallusmarkt" rund um den 16. Oktober, den Festtag des heiligen Gallus, zu ermöglichen (genaueres siehe Info-Text). Am darauffolgenden Wochenende wird es zudem einen Herbstmarkt geben, um auch den beliebten Kram- und Kunsthandwerksmarkt noch zu seinem Recht zu verhelfen. "Wir trotzen dem Virus", sagt Bürgermeister Christian Vogt.

Mit dem Altstadtfest und dem Eröffnungsfest des Kreisstadtsommers habe Hofheim ja in diesem Jahr schon zwei Feste absagen müssen, erinnerte Erster Stadtrat Wolfgang Exner als zuständiger Ordnungsdezernent gestern bei der Vorstellung des Konzepts. Für die Kaufmannschaft hatte das zur Folge, dass es in diesem Jahr noch nicht einen verkaufsoffenen Sonntag geben konnte, denn diese müssen in Hessen an Stadtfeste gekoppelt sein. Noch schwerer als den Einzelhandel hat die Pandemie die Schausteller getroffen. "Sie hatten in diesem Jahr noch fast überhaupt keine Chance, irgendwelche Umsätze zu erzielen", sieht Exner auch hier Unterstützung als geboten an, wenn es im kommenden Jahr, wenn hoffentlich wieder normal Gallusmarkt gefeiert werden könne, die dafür nötigen Schausteller noch geben solle.

Die "Blaupause" für das Markt-Konzept unter Corona-Bedingungen habe der "Handmade Art-Markt" am 13. September geliefert, richtete Exner ein Extra-Dankeschön an Organisatorin Beate Hüls. Auch beim "Kleinen Gallusmarkt" soll der Kellereiplatz wieder Ort des Geschehens sein. Er eigne sich für die Bedingungen einfach am besten. Das Marktgelände wird komplett eingezäunt, anders als bei Handmade Art wird es sogar an zwei Stellen (zwischen Wasserschloss und Kellereigebäude sowie an der Elisabethenstraße) Ein- und Ausgänge geben. Maskentragen ist genauso Pflicht wie auf dem Wochenmarkt. Auf dem Kleinen Gallusmarkt und auf dem Herbstmarkt müssen Besucher zudem am Eingang ihre Kontaktdaten angeben. Maximal 250 Menschen dürfen gleichzeitig auf dem Festgelände sein. Der Verzehr von Speisen und Getränken, zu dem die Maske abgenommen werden muss, ist nur in dafür vorgesehenen Bereichen möglich.

Ergänzend zum "Rummel", auf dem es Fahrgeschäfte diesmal nur in Form von zwei Kinderkarussells gibt, wird das so beliebte Weindorf der Schausteller-Familie Roie auf dem Ludwig-Meidner-Platz aufgebaut. Allerdings auch dieses in deutlich abgespeckter Version. Das Zugangs- und Hygienekonzept gilt analog.

Um Probleme zu vermeiden, wie es sie unter anderem mit Feiernden auf dem Frankfurter Opernplatz gab, gilt rund um das Festgelände diesmal ein Alkoholverbot, das auch entsprechend überwacht und durchgesetzt werden soll.

Der Herbstmarkt wird ebenfalls auf dem Kellereiplatz stattfinden. Die Nachfrage nach den 45 Standplätzen "ist enorm", sagt Exner. Das zeige, wie groß auch hier bei den Händlern der Bedarf sei, nach einem Jahr nahezu ohne Veranstaltungen das ein oder andere noch verkaufen zu können. Verzehrstände soll es beim Herbstmarkt aber keine geben.

Der "Kleine Gallusmarkt" bedeutet insgesamt weniger Einschränkungen für den Verkehr, die Elisabethenstraße bleibt offen und der Platz am Untertor steht, anders als im Vorjahr, für das Parken zur Verfügung.

Was bleibt, ist der Unsicherheitsfaktor Corona. Wie sich die Infektionszahlen weiter entwickeln, beobachte man genau, so Vogt und Exner. Nötigenfalls werde reagiert. Von Modifikation bis Absage ist dabei nichts ausgeschlossen.

Die Öffnungszeiten des Gallusmarktes

Von Donnerstag, 15., bis Montag, 19. Oktober, findet der "Kleine Gallusmarkt" auf dem Kellereiplatz statt. Geöffnet ist an allen Tagen von 11 bis 21 Uhr. Für das verkleinerte Weindorf auf dem Ludwig-Meidner-Platz am Stadtmuseum gelten dieselben Zeiten. Bereits von Montag, 12. Oktober, 12 Uhr an wird für die Festvorbereitungen neben dem Kellereiplatz auch der Parkplatz hinter der Stadtbücherei gesperrt. Der verkaufsoffene Sonntag findet am 18. Oktober von 13 bis 19 Uhr statt. Am Sonntag, 25. Oktober, ist dann von 11 bis 18 Uhr Herbstmarkt auf dem Kellereiplatz. Die Stadt erinnert, dass der Erfolg der Veranstaltungen wesentlich vom regelkonformen Verhalten der Besucher abhängt. babs

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