So soll der Gebäudekomplex aussehen, der an der Casteller Straße, gegenüber vom Gartencenter Dehner entstehen soll.
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So soll der Gebäudekomplex aussehen, der an der Casteller Straße, gegenüber vom Gartencenter Dehner entstehen soll.

Wirtschaft

Hofheim: Grünes Licht für neuen Gewerbepark

  • vonManfred Becht
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In Diedenbergen sollen zwölf Hallen für kleinere Firmen gebaut werden. Den Bebauungsplan dafür haben die Stadtverordneten jetzt gebilligt. Die Grünen üben Kritik.

Diedenbergen. -Der Bebauungsplan für den Gewerbepark an der Casteller Straße in Diedenbergen ist von der Stadtverordnetenversammlung gegen die Stimmen von Grünen, BfH und Linken gebilligt worden. Damit ist der politische Prozess zu dem Projekt abgeschlossen; das Kreisbauamt kann die Baugenehmigung erteilen, wenn der Investor alle notwendigen Unterlagen vorlegt und die Vorgaben des Bebauungsplanes einhält. Man kann davon ausgehen, dass er dies schafft; wurde der Bebauungsplan doch schon sehr speziell für dieses Vorhaben ausgearbeitet.

Der Gewerbepark soll auf einem etwa 9500 Quadratmeter großen Gelände gegenüber des vorhandenen Gartenfachmarktes entstehen. In den einzelnen Hallen, zwölf an der Zahl, jeweils 300 bis 900 Quadratmeter groß, sollen vor allem kleinere Firmen unterkommen können. Gedacht ist an Handwerker und kleinere Produktionsbetriebe, die Flächen sind aber auch als Lager oder zur Versandvorbereitung verwendbar.

Die Nutzfläche insgesamt wird etwa 5600 Quadratmeter betragen. Im Obergeschoss des bis zu zwölf Meter hohen Gebäudes können Büros untergebracht werden. Das U-förmige Gebäude wird bis 85 Meter breit und 79 Meter lang. Zu dem Vorhaben gehören rund 70 Parkplätze. Bauherr ist die Firma Multimini Hofheim GmbH & Co. KG., eine offensichtlich speziell für dieses Vorhaben gegründete Gesellschaft.

In der Stadtverordnetenversammlung lehnten Grüne, Linke und BfH die Pläne ab. "Das ist sehr gestrig geplant", schimpfte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Daniel Philipp. Es sei nicht zu sehen, wie die Stadt in 20 Jahren klimaneutral sein wolle, wenn heute solche Gebäude gebaut würden. Es fehle zum Beispiel eine Photovoltaikanlage, ging Philipp dieser Zeitung gegenüber näher ins Detail.

Er vermisst auch eine nachhaltige Wärmeversorgung, Vorgaben zur Art der Beheizung des Gebäudes macht die Stadt Hofheim nicht. Man könne auch ein solches Gebäude als Passivhaus bauen, weiß Philipp. Tatsächlich entspreche es in Sachen Energieeffizienz lediglich den gesetzlichen Anforderungen. Tatsächlich aber könne auch für Gewerbeimmobilien nicht nur der Bau, sondern auch der Betrieb klimaneutral gestaltet werden.

Patrick von Rosen verteidigte die Zustimmung der CDU zu dem Projekt. Es seien alle ökonomischen und ökologischen Aspekte berücksichtigt, so von Rosen; mehr Vorschriften könne man dem Bauherrn nicht machen. Auch weitere Verzögerungen seien nicht hinnehmbar. Der Magistrat hatte bei der Vorstellung des Bebauungsplanes darauf hingewiesen, dass das Dach zu begrünen ist und dass möglichst viele der bestehenden Bäume erhalten werden sollen.

Vor dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung hatte es schon im Bauausschuss Diskussionen wegen des Projektes gegeben. Die BfH wollte erreichen, dass der Bau von Nistkästen auf dem Gelände nicht nur empfohlen, sondern zur Pflicht gemacht wird. Doch da spielte die Mehrheit nicht mit. "Es gibt passendere Plätze für Nistkästen als ein Gewerbegebiet", erklärte der Christdemokrat von Rosen.

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