Blick auf die Planung im Hofheimer Norden: Im Karree zwischen Homburger Straße, Hermann-Friesen-Straße, Liederbacher Weg und Kantstraße sollen 95 Wohnungen und eine Kindertagesstätte entstehen. Auf vier von neun Gebäuden sind Solaranlagen geplant.
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Blick auf die Planung im Hofheimer Norden: Im Karree zwischen Homburger Straße, Hermann-Friesen-Straße, Liederbacher Weg und Kantstraße sollen 95 Wohnungen und eine Kindertagesstätte entstehen. Auf vier von neun Gebäuden sind Solaranlagen geplant.

Bauprojekt

Hofheim: Grünes Licht für Wohnkomplex in Nord

  • VonManfred Becht
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95 Einheiten sollen entstehen. SPD kritisiert: Zu wenig günstiger Wohnraum und zu wenige Solaranlagen.

Hofheim -Der Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung ist grundsätzlich einverstanden mit dem Wohnbauprojekt auf dem ehemaligen Industriegelände an der Homburger Straße und stimmte der Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens einmütig zu. Deshalb dürfte auch das Parlament selbst morgen grünes Licht geben. Kritische Stimmen gab es allerdings schon.

Diese Zeitung berichtete bereits: In neun Wohnhäusern sollen auf dem Gelände eines früheren Zweigwerks der Hofheimer Maschinenbaufabrik Polar Mohr 95 Wohnungen entstehen. 20 davon werden von der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) schlüsselfertig übernommen und als Sozialwohnungen oder preisgedämpfte Wohnungen vermietet. Investor ist der Projektentwickler Instone Real Estate, der den Großteil der Neubauten als Eigentumswohnungen verkauft.

Die Architektur soll sich an die benachbarte Bebauung anpassen. Das bedeutet, dass es höhere Häuser (vier Vollgeschosse plus Staffelgeschoss) gibt in Richtung der Mehrfamilienhäuser der HWB. Nach Norden zu werden die Gebäude mit zwei Vollgeschossen plus Staffelgeschoss niedriger. Im Gebäude der HWB soll außerdem eine Kindertagesstätte mit drei Gruppen untergebracht werden. 2023 soll Baubeginn sein - und die Stadt hat wegen der Kindergartenplätze ein großes Interesse daran, dass es bald losgeht.

Kritik entzündete sich an der Zahl der Sozialwohnungen. Seine Partei hätte sich mindestens 30 statt rund 20 Prozent preiswerterer Wohnungen gewünscht, so der SPD-Stadtverordnete Rolf Engelhard. Unzufrieden äußerte sich in diesem Punkt auch Bettina Brestel (Grüne). Engelhard forderte den Magistrat auf, mit dem Ziel zu verhandeln, noch eine Verbesserung zu erreichen.

Die Neigung im Magistrat scheint nicht übermäßig groß zu sein. In einem Grundsatzbeschluss für den Innenbereich sei einmal der Anteil von 20 Prozent festgelegt worden, danach habe man sich gerichtet, so Bürgermeister Christian Vogt (CDU). Der Investor hätte auch ganz ohne Kindergarten und preiswerte Wohnungen bauen können, gab CDU-Mann Frank Härder zu bedenken.

Andere Fragen sind offen. Wie Stadtrat Bernhard Köppler durchblicken ließ, macht sich der Magistrat keine Sorgen darüber, einen Träger für die Kindertagesstätte zu finden. Der Zeitpunkt dafür sei aber nicht gekommen. Finanziert wird die Kita von der Stadt, wie bei vielen anderen Einrichtungen auch. Geplant ist eine altersgemischte Einrichtung. Diese biete den Vorteil, dass Kinder mit ein oder zwei Jahren kommen und bleiben können, bis sie in die Grundschule wechseln.

Das Projekt kann als Beispiel für das Bemühen der Stadt gesehen werden, bei der Kinderbetreuung nicht mehr mit An- und Umbauten und anderen Kompromisslösungen zu arbeiten. Das trifft unter den Parlamentariern auf einmütige Zustimmung.

Irritiert zeigten sich dagegen Vertreter von SPD, dass nur auf vier von neun Gebäuden Solaranlagen installiert werden. Instone-Projektleiter Bernd Kleine erklärte, eine Nachrüstung der anderen Gebäude sei möglich. Für mehr als die bislang vorgesehenen Anlagen reichten aber die vorgesehenen Speicher nicht aus. Ein Unternehmenssprecher teilte auf Anfrage mit, wegen der vorgegebenen extensiven Begrünung seien die Dächer nur zum Teil für Photovoltaik nutzbar. Die Dächer hätten eine Funktion zur Regenrückhaltung.

Nach den Worten des Firmensprechers handele es sich nur um eine vorläufige Planung. Es stünden noch genaue Berechnungen von Energiebedarf, Zwischenspeicherung und Gewinnung der Energie an. Es sei außerdem offen, ob es bei einer zentralen Anlage bleibe oder ob sie auf mehrere Dächer verteilt werde.

So ganz zufrieden ist der Magistrat mit diesem Aspekt aber offenbar nicht - man könne dort noch nachschärfen, hieß es am Rande der Sitzung des Bauausschusses.

Ansicht Ecke Homburger Straße/Kantstraße: Hier fallen die Gebäude mit zwei Vollgeschossen plus Staffelgeschoss niedriger aus.

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