Einfach mal probieren, was die Winzer zum ersten Hofheimer Wein-Markt mitgebracht hatten, das machte nach der langen Corona-Pause sichtlich besonderen Spaß. Den vier Freundinnen Queenie, Petra, Anisha und Patricia (von links) gefiel auch das Ambiente für den Markt auf dem Tivertonplatz gut.
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Einfach mal probieren, was die Winzer zum ersten Hofheimer Wein-Markt mitgebracht hatten, das machte nach der langen Corona-Pause sichtlich besonderen Spaß. Den vier Freundinnen Queenie, Petra, Anisha und Patricia (von links) gefiel auch das Ambiente für den Markt auf dem Tivertonplatz gut.

Premieren

Hofheim hat jetzt auch einen Wein-Markt

  • VonBarbara Schmidt
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Genuss ist angesagt in der Kreisstadt. In Hofheim hatte der Wein-Markt Premiere, und in Marxheim gab es erstmals einen Weinstand an der Kirche St. Georg. In Diedenbergen ist ebenfalls ein Treff geplant.

Hofheim/Marxheim -"Ich trink den Wein nicht gern allein." Der einst so populäre Operetten-Hit könnte auch das Motto von Michael Clasen sein. Der Krifteler mit Lorsbacher Wurzeln sorgt jedenfalls schon seit einiger Zeit dafür, dass Menschen bei einem Glas Wein zusammenkommen können. Mit dem Weinstand auf dem Lorsbacher Zimmerplatz fing's an.

Corona hat auch bei Clasens Wein-Aktivitäten eine unfreiwillige Pause erzwungen. Doch mit dem erstmals am Freitagabend in Marxheim veranstalteten Weinstand vor der Kulisse der katholischen Kirche St. Georg und dem ebenfalls erstmals auf dem Tivertonplatz mitten in Hofheim abgehaltenen kleinen Wein-Markt am Samstag gab es einen von Clasen selbst als geglückt angesehenen Neustart. Während er bei den Veranstaltungen für die Auswahl der Weine (oder der Winzer) verantwortlich zeichnet, hat Event-Spezialist Karl Kurjak die Organisation in der Hand.

Weinstand bald auch in Diedenbergen

Beworben wurden beide Veranstaltungen erst einmal nur sehr zurückhaltend, denn Menschenansammlungen sollte es ja nicht geben. Rund 150 bis 200 Personen über den ganzen Abend verteilt, so schätzt Clasen den Zuspruch am Freitag in Marxheim ein, wo von nun an jede Woche ein Weinstand aufgestellt werden soll. Und auch in Diedenbergen ist so ein Treff geplant.

Die kleinen Erlöse habe er bislang immer für gute Zwecke gespendet, sagt Clasen. Ihm liegt daran, Menschen zusammenzubringen und die Vielfalt der regionalen Weine bekannter zu machen. Er selbst fährt gern mit einem Freund in deutsche Anbaugebiete, um Winzer zu entdecken, deren Produkte er dann in Hofheim noch viel mehr Menschen zu probieren geben kann. In Marxheim waren es zur Premiere Weine aus Deidesheim (Pfalz), am kommenden Freitag sollen Weine von der Mosel kredenzt werden. Dann sollen auch die kleinen Kritikpunkte abgearbeitet werden. Für einen Kühlwagen wollen Clasen und Kurjak ebenso sorgen wie für eine Weinauswahl, die auch alle, die nicht auf "trocken" stehen, befriedigt.

Die Erweiterung des Hofheimer Wochenmarkts um fünf Weinstände auf dem Tivertonplatz startete am Samstag zunächst zögerlich. "10 Uhr ist vielen doch etwas früh, wir sind ja hier nicht in Mainz", meinte ein Besucher.

"Ich finde es gut, dass in Hofheim etwas gemacht wird", begrüßte Petra Harsy aber grundsätzlich das neue Angebot. "Den Rheingau kennt man", findet sie zudem gut, dass Clasen auf weitere Anbaugebiete aufmerksam machen will. "Den italienischen Weinstand bräuchte ich dagegen nicht", fände sie es völlig ausreichend, regionale Winzer einzuladen.

Die folgen der Offerte aus Hofheim offenbar gern, wie Steffen Bähr vom gleichnamigen Nahe-Weingut und Marc Nagel, Mitarbeiter im Weingut Hiestand im rheinhessischen Guntersblum, deutlich machten. Der kaufkräftige Main-TaunusKreis gilt ihnen für die Direktvermarktung als interessant. "Wir haben hier auch schon einige Kunden", sagt Steffen Bähr, der sich freuen würde, den ein oder anderen dazuzugewinnen. Denn auch die Winzer hat die Pandemie gebeutelt. Normalerweise sei man im Jahr auf 12 Weinfesten, die allesamt abgesagt worden seien, sagt Steffen Bähr, und auch die Gastronomie fiel lange als Abnehmer komplett aus. Ein Drittel Umsatzeinbuße, das mache sich schon bemerkbar, sagt der Winzer aus Langenlonsheim.

"Endlich mal wieder ein Ziel"

Dass sie mit dem Wein-Markt "endlich mal wieder ein Ziel" hatten für ihren gemeinsamen Fahrradausflug, freute vier Damen aus Sindlingen. Patricia, Anisha, Queenie und Petra verrieten, dass sie Hofheims Altstadt ohnehin "total schön" fänden. Dass jetzt hier endlich mal wieder ein bisschen was stattfinde, mache ihnen nach der langen Zeit ohne alle Veranstaltungen richtig Laune.

Dass Hofheim "eine tolle Stadt" sei, bekräftigt Marc Nagel vom Weingut Hiestand und meint: "Da gehört auch toller Wein her." Alle 14 Tage samstags soll der Wein-Markt auf dem Tivertonplatz von jetzt an stattfinden. babs

Bierstand on Tour: Auch Wallau will wieder feiern

Die Lockerungen nach der langen Corona-Zwangspause nutzt auch die Narrenzunft Waller Wespe, um ihre erste Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Am Freitag, 25. Juni, soll der "Bierstand on Tour" auf dem Vorplatz der Ländcheshalle Stellung beziehen. Vorbild ist das vor zwei Jahren ins Leben gerufene "Bier am Brunnen". Aufgrund der Corona-Beschränkungen darf das Fest jedoch nicht auf dem Recepturhof stattfinden und wird deshalb zunächst an die Ländcheshalle verlegt. Neben 10 verschiedenen Biersorten werden alkoholfreie Getränke und Sekt angeboten. Zur Stärkung gibt's Bratwurst vom Grill. Das Ganze startet um 17 Uhr und muss um 22 Uhr beendet sein.

"Zum Schutz aller Anwesenden haben die Waller Wespen bei der Stadt Hofheim ein wohldurchdachtes Hygienekonzept eingereicht", lässt Vereinssprecherin Heike Schmidt wissen. So dürfen sich maximal 200 Gäste auf dem Gelände aufhalten. Eine medizinische Maske ist zu tragen, am Tisch ist dies nicht erforderlich. Zudem werden die Kontaktdaten erfasst. red

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